„Konzert für junge Musiker“: Unter diesen Titel könnte man das umjubelte Benefizkonzert der Stadtmusik Lörrach und des Landespolizeiorchesters Baden-Württemberg stellen.
Der Erlös kommt zum Teil der Bürgerstiftung zur Förderung bedürftiger Musikschüler zu Gute.
Alle gespielten Werke stammten von dem in Lörrach lebenden Komponisten Ralph Bernardy. Darunter befanden sich drei Uraufführungen, eine Besonderheit, wie der Dirigent des Abends, Stefan R. Halder, betonte. Bernardys Musik versucht einen Bogen zwischen der klassisch-romantischen Sinfonik und den modernen Elementen des Jazz zu schlagen. Und das alles mit den Möglichkeiten, die die Blasmusik bietet.
Landespolizeiorchester spielt auf
Der Hauptanteil des Konzerts wurde vom Landespolizeiorchester Baden-Württemberg bestritten. Sein ständiger musikalische Leiter Stefan R. Halder überzeugte durch sehr klare Zeichengebung, wobei er viel Energie auf die rund 40 Musiker übertrug.
Die „Sinfonietta für sinfonisches Blasorchester“ erklang im ersten Satz „Moderato“ mit sich reibenden Akkorden und tonalen Läufen. Anklänge an die Serielle Musik waren selten und die Harmonik stand im Vordergrund. Eine wichtige Aufgabe erfüllte die Harfe, beim Blasorchester eher selten anzutreffen, und die Pauke. Lebhaft erklang das „Vivace“, während das „Lento – Tranquillo“ sich sehr melodiös anschloss. Im abschließenden „Allegro giocoso“ Übernahm die Pauke eine besonders wichtige Aufgabe.
Spanischer Solist begeistert das Publikum
Das „Konzert für Alt-Saxofon und sinfonisches Blasorchester“ wurde aus der Taufe gehoben. Star des Konzerts war der in Basel lebende spanische Solist Luis Homedes López mit seinem Alt-Saxofon. Mit sicherem Stilgefühl und großer Virtuosität spielte er die drei Sätze des Konzerts. Die Komposition war so angelegt, dass das Saxofon sehr frei agieren konnte und nicht durch gleiche Lagen des Blasorchesters zugedeckt wurde.
Im „Vivace – Lento – Moderato“ gab es immer wieder solistisch gespielte Passagen. Ein Hornmotiv leitete zu einem ruhigeren Abschnitt über. Getragen, aber bewegt, erklang das „Adagio religioso“. Temporeich der Schluss „Tempestoso – Allegro (Swing)“.
Der Burghof mit eigener Ouvertüre
Gemeinsam mit den Musikern der Stadtmusik Lörrach spielte das Landespolizeiorchester zwei Uraufführungen. In der „Burghof-Ouvertüre“, geleitet vom Stadtmusikkapellmeister Phillip Boyle, glänzten die unterschiedlichen Instrumentengruppen durch eine klare Trennung. Die Ouvertüre endete mit einem schwungvollen und mitreißenden Walzer.
Im flotten Marschtempo erklang der „Dreiländermarsch“, in dem eine einfache Melodie von den Registern vielfach wiederholt wurde. Hier dirigierte wieder Stefan R. Halder die Musiker und forderte die Zuhörer am Ende zum Mitklatschen auf. Beide Stücke wurden extra für dieses Konzert komponiert.
Den Abschluss des Konzerts bildete das „Konzert für Klavier und sinfonisches Blasorchester“ aus dem Jahr 2023. Hervorragender Solist war der in Riehen lebende Leonhard Dering, der durch sein virtuoses Spiel und seine Ausstrahlung begeisterte. Im ersten Satz „Allegro assai – Allegro con brio“ boten mehrere solistische Klavierpassagen dem Solisten die Möglichkeit, sein ganzes Können zu zeigen. Rasche und ruhige Abschnitte wechselten sich ab.
Das „Adagio non troppo – Adagio“ begann als Ruhepol, blühte aber in der Folge bis zum Forte auf. Ganz virtuos endete das Werk mit dem „Presto – Vivace“. Das Publikum im sehr gut besuchten Burghof war begeistert und spendete stürmischen Applaus.
Das Landespolizeiorchester Baden-Württemberg hat seinen Sitz in Böblingen. Es ist ein reines Profiorchester, das vorwiegend bei Benefizkonzerten auftritt. Der Erlös des Konzerts in Lörrach kommt der Bürgerstiftung Lörrach für das Projekt „Musikpatenschaften“ und dem Präventionsverein „Sicheres Freiburg“ zu Gute.