Mehr als fünfzig Werke geben im Kunstmuseum Basel einen eindrucksvollen Einblick in das Schaffen einer der wichtigsten Künstlerinnen der US-amerikanischen Abstraktion.
Helen Frankenthalers farbintensive, meist großformatige Gemälde lassen in der ihr gewidmeten Sonderausstellung die Ausstellungsräume erstrahlen und ziehen die Besuchenden in ihren Bann, schreibt das Kunstmuseum Basel in seiner Ankündigung.
Bei der umfassenden Werkschau handelt es sich um die bislang größte Ausstellung ihrer Malerei in Europa und ihre erste institutionelle Einzelausstellung in der Schweiz.
Als wegweisende Künstlerin des abstrakten Expressionismus nimmt Helen Frankenthaler (1928–2011) eine zentrale Stellung in der US-amerikanischen Nachkriegskunst ein, heißt es.
Mit ihrer „Soak-Stain“-Technik revolutionierte sie die abstrakte Malerei und gab den entscheidenden Impuls für die Entwicklung der Farbfeldmalerei ab Mitte der 1950er-Jahre in den USA.
Ein besonderer Fokus der Ausstellung im Kunstmuseum Basel liegt auf ihrer intensiven und das gesamte Œuvre durchziehenden Auseinandersetzung mit kunsthistorischen Vorbildern vom 15. bis 20. Jahrhundert, von denen einige erstmals neben den Werken der Künstlerin gezeigt werden. Diese Gegenüberstellung erweitert das Verständnis für die abstrakten Bilder Frankenthalers.
Kompositionen von enormer Leuchtkraft
Im Alter von nur 23 Jahren veränderte Frankenthaler mit ihrer „Soak-Stain“-Technik die moderne Malerei: Mit verdünnter Farbe schuf sie auf ungrundierter Leinwand, die sie auf dem Boden auslegte, Kompositionen von enormer Leuchtkraft – oft in großem oder sogar monumentalem Format.
Sie bearbeitete die Farbe von allen Seiten mit Schwämmen, Schabern, Haushaltsbürsten und anderen Werkzeugen.
So erreichte sie, dass die Leinwand die Pigmente aufsog, was besondere Effekte bewirkte, weil Stoff und Farbe eins wurden.
Obwohl Frankenthaler dem Zufall im Malprozess viel Raum ließ, bewahrte sie ein ausgeprägtes Bewusstsein für Balance und Struktur.
Ihre Werke bestechen durch einen lyrischen Umgang mit Farbe und mutige kompositorische Entscheidungen, schreibt das Kunstmuseum. 2024 fand Frankenthalers beeindruckendes Gemälde „Riverhead“ von 1963 Eingang in die Sammlung des Kunstmuseums.
Eine Schenkung war Anlass für die Ausstellung
Durch das großzügige Geschenk der Helen Frankenthaler Foundation konnte dort eine wesentliche Lücke in der Sammlung US-amerikanischer Kunst geschlossen werden. Zugleich gab diese Schenkung dem Museum den Impuls, diese umfassende Ausstellung zu entwickeln, heißt es.
Die Ausstellung: Die Ausstellung Helen Frankenthaler ist bis zum 23. August im Neubau des Kunstmuseums Basel zu sehen und wurde von Anita Haldemann kuratiert.