Der Ausbau für Stammheim und Heumaden wird laut der Deutschen GigaNetz GmbH nun definitiv kommen. Eine Garantie, dass das auch für Altburg und Co. geschieht, scheint es aber noch immer nicht zu geben – nicht zuletzt, weil noch zu wenige Haushalte im Boot sind.
Calw ist gespalten in Ost und West. Was dramatisch klingt, meint in diesem Fall nur den geplanten Glasfaser-Ausbau durch die Deutsche GigaNetz GmbH (DGN).
Ein Stück Wahrheit steckt dennoch in dieser Aussage. Denn so richtig sicher scheint der Ausbau bis jetzt nur im Calwer Osten zu sein.
Was hat die Deutsche GigaNetz GmbH vor?
Im Frühjahr 2023 wurde öffentlich bekannt, dass die DGN ein etwa 225 Kilometer umfassendes Glasfasernetz im Calwer Stadtgebiet schaffen möchte, um an insgesamt bis zu 6328 Adressen Glasfaser bis in die Wohnung zu legen.
Obwohl der Ausbau rund 50 Millionen Euro kosten wird, bekommen alle, die mit der DGN einen Vertrag über Internet und Telefon abschließen, die Glasfaserleitung, inklusive Anschluss und Bau, umsonst.
Damit der Bau beginnen kann, müssen jedoch rund 35 Prozent der Haushalte mit im Boot sein, um das Vorhaben für die DGN wirtschaftlich zu gestalten.
Was ist der aktuelle Stand für Calw-Ost?
Dieser Tage gab die DGN nun bekannt, dass Calw-Ost – also etwa Stammheim und Heumaden – definitiv Glasfaser bekommen soll. Bereits im Sommer 2024 war hier die magische Marke von 35 Prozent erreicht worden.
Nun wird es konkret. Es geht an die Feinplanung des Netzes sowie die Standortplanung des Hauptverteilers, von dem aus die Glasfaser später in die einzelnen Straßen gelegt wird. Diese Phase sei hochkomplex und erstrecke sich daher über einen längeren Zeitraum.
Mit dem Beginn der Bauarbeiten rechnet die DGN derzeit Mitte des ersten Halbjahres 2025. Alle Kunden, die in diesem Gebiet wohnen und sich bereits für einen Vertrag entschieden haben, würden nach und nach ans Netz angeschlossen. Der Bau erstrecke sich voraussichtlich über mehrere Phasen und werde etwa zwei Jahre dauern.
Wo genau der Ausbau beginnen wird, stehe aktuell noch nicht fest, erklärte Inken Gärtner, Sprecherin der DGN, auf Nachfrage unserer Redaktion. Das werde sich in der Planungsphase zeigen.
Was ist der aktuelle Stand für Calw-West?
Noch nicht ganz so gut sieht es dagegen in Calw-West aus – also etwa Altburg, Wimberg und Hirsau. Im Westen sei „die notwendige Quote an abgeschlossenen Verträgen noch nicht ganz erreicht, weshalb die Vermarktung dort voraussichtlich im ersten Quartal 2025 fortgesetzt wird“, erklärt die Sprecherin. Zuletzt waren hier rund 30 Prozent der Haushalte mit im Boot.
„Die positive Rückmeldung aus dem östlichen Teil der Stadt ist für uns sehr erfreulich“, betont Matthias Klassen, Projektleiter Sales bei der Deutschen GigaNetz, in einer Mitteilung. „Jetzt hoffen wir, dass auch im Westen noch mehr Bürgerinnen und Bürger den Schritt in die digitale Zukunft wagen.“
Ein erfolgreicher Glasfaserausbau erfordere aber das Engagement aller: der Bürger, der lokalen Unternehmen und der Stadt. Voraussetzung für die Umsetzung sei, so heißt es erneut, dass mindestens 35 Prozent der Haushalte dabei seien. Darüber hinaus seien im Westen von Calw noch bauliche Rahmenbedingungen zu klären.
Da die Hauptleitung – die sogenannte Backbone-Trasse – aus östlicher Richtung verlaufe, würden dort die Arbeiten beginnen. Das sei bereits bei der Vermarktungsstrategie berücksichtigt worden und erkläre, weshalb im Westen noch Vertragsabschlüsse zur notwendigen Quote fehlen.
Wie genau sind die Gebiete in Ost und West unterteilt?
Calw-Ost umfasst Heumaden, Stammheim und den östlich der Nagold liegenden Teil der Kernstadt. Zu Calw-West gehören Hirsau, Ernstmühl, Wimberg, Alzenberg, Oberriedt, Altburg, Weltenschwann, Speßhardt und der westliche Teil der Kernstadt.
Sonderfälle stellen Holzbronn und Spindlershof dar. Während Holzbronn bereits durch die NetCom BW GmbH mit Glasfaser versorgt wird, gehört Spindlershof zu den sogenannten „Randlagen“.
Werden auch die „Randlagen“ ausgebaut?
Für Bereiche wie Spindlershof, die zu den „Randlagen“ gehören, bemüht sich die Stadt um Fördergelder, „da diese Gebiete, insbesondere Aussiedlerhöfe, aufgrund ihrer abgelegenen Lage oft nicht eigenwirtschaftlich erschlossen werden können“, hatte DGN-Sprecherin Gärtner bereits zu einem früheren Zeitpunkt erläutert.
Doch was wäre, wenn es keine Fördergelder gibt? Diese Frage beantwortet die DGN nicht direkt. Stattdessen heißt es, allgemeiner formuliert: „Ein flächendeckender Glasfaserausbau in Calw-West wird letztlich durch die Kombination aus ausreichenden Vertragsabschlüssen bei der Deutschen GigaNetz und öffentlichen Fördermitteln ermöglicht.“
Was ist mit den Begehungen mit den Kunden vor Ort?
Bevor gebaut wird, so hieß es seitens der DGN, werde es noch Begehungen geben, um sich die Gegebenheiten der jeweiligen Haushalte vor Ort anzusehen. Bislang wurden dafür aber offenbar noch keine Termine gemacht.
Das habe auch seine Richtigkeit, berichtet Sprecherin Gärtner. Hausbegehungen seien erst geplant, „wenn der Ausbau die Phase erreicht, in der die Hausanschlüsse verlegt werden. Zu Beginn konzentrieren wir uns auf den Tiefbau und erst im Anschluss daran erfolgen die entsprechenden Begehungen und Besprechungen“.
Nach Abschluss der Baumaßnahmen und deren Abnahme werde selbstverständlich der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt. Kunden würden „rechtzeitig über die geplanten Begehungen informiert und erhalten alle relevanten Termine, sobald diese festgelegt sind“.
Besteht noch die Möglichkeit, den Anschluss ohne Baukosten zu bekommen?
„Für alle, die sich jetzt noch für einen Anschluss entscheiden, übernimmt die Deutsche GigaNetz die Baukosten für den Anschluss zu hundert Prozent“, heißt es in der Mitteilung.
Diese Anschlusskosten müssten bei einer späteren Entscheidung selbst getragen werden.
Weitere Informationen gibt es unter deutsche-giganetz.de/calw.