Vier Mitglieder einer rumänischen Bande wurden vor dem Landgericht Rottweil wegen schweren Bandendiebstahls und Sachbeschädigung in Millionenhöhe zu jeweils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Die Schlussplädoyers und die Urteilsverkündung setzten am Mittwoch den – zumindest vorläufigen – Abschluss unter einen Prozess, der die Große Strafkammer in Rottweil über sieben Verhandlungstage beschäftigt hatte.
Neben den vier Angeklagten im Alter von 23 bis 39 Jahren wurden in dieser Zeit auch 23 Zeugen und ein psychiatrischer Sachverständiger zu den Taten und den Tätern befragt. Am Ende ergab sich – auch aufgrund der Kooperationsbereitschaft und der Geständnisse – ein ziemlich einheitliches Bild.
Die Angeklagten hatten die insgesamt 17 Taten, für die sie nun zur Verantwortung gezogen wurden, in unterschiedlicher Konstellation im Zeitraum zwischen November 2023 und Februar 2024 in ganz Deutschland begangen. Bereits die zweite Tat am 28. November – ein Einbruchsdiebstahl bei einer Spedition – geschah im Kreis Freudenstadt. Der Schaden lag brutto bei 34 000 Euro.
Einbrüche zum Teil mit brachialer Gewalt
Die Vorgehensweise der Täter war immer ähnlich, die Verteilung der Rollen bei der Tatausführung ebenfalls. Einer der Männer mietete einen Transporter, mit dem die zuvor ausgespähten Tatorte angefahren wurden. In die Firmen wurde dann teilweise mit brachialer Gewalt eingebrochen. „Manchmal wurden dabei ganze Fassadenteile unter Gewalteinwirkung entfernt“, fasste der Staatsanwalt in seinem Plädoyer noch einmal zusammen.
Der Sachschaden, der dadurch entstand, lag teilweise im gut fünfstelligen Bereich. Der Schaden aufgrund des entwendeten Diebesguts, oft Metalle und Werkzeuge, lag noch deutlich höher. Allein der Einbruch in einer Tuttlinger Firma bescherte den Männern Waren im Gegenwert von knapp einer Million Euro.
In der Bandenhierarchie ganz unten angesiedelt
„Nutznießer“ ihrer Einbruchsdiebstähle waren die Straftäter allerdings nur bedingt. Über Hintermänner, die in der Bandenhierarchie offenbar weit über den Angeklagten standen, wurde das Diebesgut an Schrotthändler in den Niederlanden verkauft.
Die vier Rumänen wurden mit „Erfolgsprämien“ abgespeist, die nach den Ermittlungen des Gerichts zwischen mehreren Hundert bis etwa 1000 Euro pro Einbruch und Person lagen. Der vorsitzende Richter sprach deshalb am Ende auch von „Handlangern“, die in der Hierarchie der Bande ganz unten anzusiedeln seien.
An der Mittäterschaft – und eben nicht nur Gehilfeneigenschaft – hegte das Gericht, anders als die Verteidigung, dennoch aufgrund der Würdigung der Tatbeiträge keine Zweifel. Auch eine verminderte Schuldfähigkeit hatte das Gericht mit dem Sachverständigen erörtert, am Ende aber verneint. Anhaltspunkte dafür hatte es bei zumindest drei der vier Männer wegen der nachweislichen Spielsucht, Kokainabhängigkeit, wegen einer Angststörung und aufgrund eines IQ von gerade mal 70 bei einem der Männer zumindest gegeben.
Angeklagte bedauern Taten
Lediglich der jüngste Angeklagte hatte über längere Zeiträume überhaupt eine Schule besucht. Er war auch strafrechtlich zuvor nicht in Erscheinung getreten. Der Erstkontakt zu ihm erfolgte offenbar über Facebook. Der 23-jährige Vater zweier kleiner Kinder kam am Ende mit einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten am glimpflichsten davon. Er hatte an fünf Einbrüchen und drei Einbruchsversuchen mitgewirkt.
Der „Hauptakteur“ des Quartetts muss wegen schweren Bandendiebstahls und Sachbeschädigung in 13 Fällen sowie versuchten Bandendiebstahls und Sachbeschädigung in drei weiteren Fällen für fünf Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Ihm kam bei der Strafzumessung die Kooperationsbereitschaft, die zur weiteren Aufklärung beitrug, zugute.
Die beiden weiteren Täter wandern für jeweils acht Einbrüche und drei Versuche für vier Jahre und neun Monate beziehungsweise viereinhalb Jahre in den Knast.
Alle vier Männer betonten, sie würden die Taten bedauern.