Gespannt hören die Kinder und die Erwachsenen den Storys von Alexander Schrumpf, eines echten Detektivs, zu. Foto: Peter Morlok

Lesen bildet, das ist bekannt. Zuhören auch. Diese Erfahrung machten die Teilnehmer von „Heiß auf Lesen“ bei der Abschlussveranstaltung dieser Aktion.

In diesem Jahr verzichteten die Verantwortlichen auf große Lobeshymnen auf das Lesen und boten dafür eine besondere Art von Hörbuch an. Dazu hatten sie Alexander Schrumpf, der vor knapp 30 Jahren die Detektei „Adler“ gegründet hat, eingeladen, der über den spannenden Beruf eines Detektivs kindgerecht berichtete. Er brachte den Kids auf lustige Art den Beruf eines Detektivs bei. Ein Beruf, der in vielen Romanen und Erzählungen weit weg von der Wirklichkeit beschrieben wird. Er erklärte, was ein Detektiv alles darf und was nicht. Zum Beispiel auf Leute schießen, eine Waffe tragen, mit 180 Sachen durch Horb brettern und die Nachbarin, weil man die nicht leiden kann, in den Keller sperren, das sei verboten.

 

Auch wissen die jungen Leseratten jetzt, was einige Fachausdrücke bedeuten. Beispielsweise observieren. „Bitte nicht verwechseln mit Obst servieren“, scherzte er und schob nach, dass observieren beobachten bedeutet. „Aber so, dass man nicht gesehenen wird. Dafür muss man sich prima verkleiden. Wenn‘s pressiert sogar als Eichhörnchen“, machte er deutlich. Eichhörnchen sei er zwar noch nicht gewesen, doch musste er sich eine Woche lang als Ackerboden getarnt auf die Lauer legen.

Wie ein Detektiv arbeitet

Was eine Asservatentüte ist, das wissen die Junior-Detektive seit Mittwochabend auch. „Jede Spur bekommt eine eigene Tüte“, sagte der Meister-Detektiv und machte an einigen Beispielen deutlich, was eine Spur ist. „Das kann eine Hautschuppe sein, von denen jeder Mensch 40.000 pro Minute verliert, und mit der ein guter Ermittler den Täter überführen kann. Deshalb muss man als Ermittler an jedem echtem Tatort immer einen Spusi-Overall anziehen“, gab es als Tipp obendrauf.

All das braucht ein echter Detektiv. Foto: Peter Morlok

Er zeigte auch den Unterschied zwischen einem RTL-Täter und einem schlauen Täter auf. Der RTL-Täter hat Sichtschlitze in seiner Maske – der echte Täter nicht.

Spurenfixierungs-Spray, Spurensicherungspulver oder unterschiedlich Pinsel, Gips und sonstige Utensilien hat jeder Detektiv im Sortiment und auch mit dem Recht und Gesetz kennt er sich aus.

„Eine Sachbeschädigung ist beispielsweise, wenn die Oma mit dem Schraubenzieher ihrem Nachbarn den Reifen durchsticht. Wenn mir jemand auf die Nase haut, dann ist das aber keine Nasenbeschädigung, sondern Körperverletzung“, gab es als kleine Einführung für den Detektiv-Nachwuchs.

„Das Notwehrgesetz heißt auch nicht automatisch, dass man zurückschlagen darf, wenn man eine auf die Nase bekommt, sondern es ist dafür da, Schaden von sich abzuhalten.“ Dazu darf man sogar der Oma mit dem Schraubenzieher Handschellen anlegen“, sagte er und ergänzte, dass die Polizei immer eingreifen muss, ein Detektiv aber darf, wenn er möchte, denn Eigenschutz gehe immer vor.

Verhaftungen kommen vor

„In den 32 Jahren, in denen ich jetzt schon als Detektiv arbeite, habe ich zehnmal jemanden verhafte und dreimal die Handschellen gebraucht“, stellte er die etwas unspektakuläre Seite seines Berufs heraus.

Anhand von ein paar weiteren Beispielen gab er noch einige spannende Einblicke in seinen Beruf und beförderte dann die Kids, die bei „Heiß auf Lesen“ teilgenommen haben, zu Junior-Detektiven der Detektei Adler.

Wer in diesem Jahr jedoch die meisten Bücher gelesen hat, das blieb ein Geheimnis. Die Leiterin der Stadtbücherei Monika Bauer musste einräumen, dass zwar alle Teilnehmer viel gelesen hätten, doch sie die statistische Auswertung noch nicht fertig habe. So blieb also nur die Möglichkeit, die sogenannten Log-Bücher auszugeben, in denen die Kinder ihre gelesenen Bücher eintrugen. Vielleicht bringen ja die Junior-Detektive heraus, wer der Super-Leser des Jahres 2025 war.