Am Klosterweiher fingen die Kinder mit Köchern vorsichtig kleine Tiere. Diese begutachteten sie unter dem Mikroskop.
Zu einer Erkundungstour der Tiere am Klosterweiher hatte der Tauchsportclub Longimanus im Rahmen des Kinderferienprogramms eingeladen. Zu Gast war das Fischmobil des Landesfischereiverbands.
Der Verein habe etwas für die Stadt tun wollen als Dank dafür, das Hallenbad zum Tauchen nutzen zu dürfen, so die Vorsitzende Melanie Prätorius. Es gebe ja auch viele Kinder, die in den Ferien zuhause seien.
Nächstes Jahr feiere man 20-jähriges Bestehen, geplant sei zwar kein großes Fest, aber wieder eine Aktion für St. Georgen.
Von 115 Mitgliedern seien mehr als 60 unter 18 Jahre alt. Man biete außerhalb der Ferien jeweils montags Kurse für das Seeräuber-Abzeichen, Schnorcheln und Tauchen an, gehe regelmäßig auf Exkursionen, beispielsweise zum Matschelsee in der Ortenau oder zum Bodensee. Einmal jährlich finde eine Tauchausfahrt statt, zuletzt zum Sunthauser See.
Besuch des Fischmobils
Zum Besuch des Fischmobils waren 17 Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren angemeldet. Begrüßt wurden sie von der Biologin Ingabritta Hormann. Nach einem Spiel durften die Kinder ihr Wissen um die Tierwelt an und in Gewässern unter Beweis stellen und entsprechende Bilder auf dem bunt bemalten Fischmobil identifizieren, was allen viel Spaß bereitete. Als Experte für die Fische im Klosterweiher war Klaus Lachner, Vorsitzender des Angelvereins, vor Ort.
Hormann berichtete zum Beispiel, dass Hechte wie Haie ein Gebiss haben, bei dem die 500 bis 700 Zähne bei Bedarf erneuert werden, Eisvögel sich unter Wasser per Flügelschlag fortbewegen können oder die Hauptnahrung von Graureihern nicht Fische, sondern Mäuse sind.
Lange Reise der Lachse
Hormann beschrieb auch die lange Reise der Lachse vom Schwarzwald über den Rhein in die Nordsee bis nach Island oder Grönland, wies darauf hin, dass es manchmal bei Staustufen Fischumleitungen gibt, damit die Tiere ihre Laichplätze erreichen. Nicht jedem bekannt sein dürfte, dass die gelblich-orangene Farbe der Zähne von Bibern und Bisamratten von Eiseneinlagerungen kommt. Die sind laut Hormann aber nötig, um überhaupt Bäume abnagen zu können.
Wasserqualität bestimmen
Hormann hatte auch ausgestopfte Tiere dabei, um darüber deren Lebensweise zu erklären, darunter ein Kormoran, der ihr zufolge 30 Meter tief tauchen kann. Zudem waren Insekten Thema, da deren Nachkommen sich oft in Gewässern entwickeln. Tatsächlich könne man anhand deren Populationen gut die Wasserqualität bestimmen, erklärte sie.
Nach der Theorie ging es gemeinsam an und in den Klosterweiher, wo die Kinder mit Köchern vorsichtig kleine Tiere fingen. Die konnten dann an Forscherstationen unter dem Mikroskop begutachtet und bestimmt werden.