Der Tunnel auf der B 463 bei Albstadt-Laufen ist immer noch nicht für den Verkehr freigegeben. Foto: Benjamin Roth

Der Tunnel auf der B 463 bei Albstadt ist noch immer dicht. In Laufen herrscht großes Unverständnis.

Noch immer rollt der Umleitungsverkehr der B 463 durch die Laufener Ortsdurchfahrt. Der Tunnel ist nach wie vor geschlossen. Dabei wurde die Verkehrsfreigabe bei der offiziellen Eröffnungsveranstaltung am 30. April für diese Woche von den Behördenvertretern angekündigt.

 

Grund für die weitere Verzögerung sind laut Michael Kittelberger vom Regierungspräsidium Tübingen (RP) ausstehende sicherheitsrelevante Arbeiten. Die Verbindung zur integrierten Leitstelle nach Balingen müsse noch aufgebaut werden, damit eine einwandfreie Überwachung des Tunnels gewährleistet werden könne, hieß es vor mittlerweile über einer Woche.

Seither wartet nicht nur unsere Redaktion auf die angekündigte Pressemitteilung der Tübinger Behörde, die über den tatsächlichen Eröffnungstermin des Tunnels informieren soll. Auch in Laufen selbst herrscht Verwunderung und Unverständnis über die Art und Weise der Kommunikation der zuständigen Behörde.

Ortsvorsteher Peter Landenberger spricht diesbezüglich von einem „Trauerspiel“. „Für mich ist es befremdlich, wie wenig Informationen vor Ort ankommen“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Vertrauen in Behörden leidet

Dass der Tunnel bei der „Eröffnungsveranstaltung“ am 30. April nicht für den Verkehr freigegeben wird, habe er – wie die Presse auch – erst vor Ort erfahren.

Für Landenberger hatte die Veranstaltung auch deshalb ein „Geschmäckle“, weil der Eindruck entstanden sei, dass Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) ein Bonbon zum Abschied aus dem Amt serviert werden sollte. Hermann war am 30. April ebenfalls persönlich nach Laufen zur Eröffnungsveranstaltung gekommen.

Der Laufener Ortsvorsteher hätte die weitere Verzögerung der Tunnelöffnung hingenommen und akzeptiert, wenn ihm dies als Amtsträger des betroffenen Stadtteils vorab transparent mitgeteilt worden wäre. So jedoch leide das Vertrauen der Bevölkerung in die Behörden und die Politik. Und auch die Gerüchteküche werde angeheizt. In Laufen ist die Tunnelbaustelle offenbar längst zur Lachnummer mutiert.

Wann der Tunnel nun wirklich für den Verkehr freigegeben wird, ist weiter unklar. Auf Anfrage unserer Redaktion im Regierungspräsidium Tübingen heißt es am Freitagmorgen: „Zu Beginn der kommenden Woche werden wir im Rahmen einer Pressemitteilung über die Freigabe und den bevorstehenden Probebetrieb des Tunnels in Albstadt-Laufen im Verlauf der B 463 informieren.“ Und weiter: „Wir bitten Sie daher noch um etwas Geduld.“

Für die Laufener besonders ärgerlich: Durch die verzögerte Tunnelöffnung schiebt sich auch der anschließende Probebetrieb nach hinten. Was wiederum zur Folge hat, dass der Bahnübergang in der Laufener Ortsmitte länger geschlossen bleibt. In der Ortschaftsratssitzung Ende April hatte Landenberger von einer Öffnung des Bahnübergangs im Juni gesprochen. Ob dieser Zeitplan gehalten werden kann, erscheint derzeit äußert fraglich.