Die Partie in Gruol wird neu angesetzt. Jochen Gihr und Boris Blocher (Bildmitte stehend) coachen die SGM. Foto: Eibner

Das abgebrochene Bezirksligaspiel zwischen der SGM Gruol/Erlaheim und dem FV Bisingen wird neu angesetzt. Das Sportgericht wertete den Spielabbruch nicht als konform.

Rückblende 17. November: Schiedsrichterin Malin Göbel bricht das Bezirksligaspiel in Gruol zwischen der heimischen SGM und dem FV Bisingen nach 81 Minuten ab. Nach einem Foulpfiff wird sie erneut von Zuschauern beleidigt und verlässt den Platz. Zu diesem Zeitpunkt liegen die Gäste mit 2:0 in Front und sind zudem mit zwei Spielern in Überzahl.

 

Stellungnahmen von beiden Vereinen und der Unparteiischen wurden eingeholt – am Freitag wurde das Urteil des Sportgerichts bekannt: Das Spiel wird – zumindest auf den ersten Blick überraschend – neu angesetzt. Dietbert Spadinger, Vorsitzender des Sportgerichts, der die Entscheidungen mit seinen Kollegen traf, erklärt auf Anfrage unserer Redaktion die Gründe: „Es gilt der Grundsatz, dass der Schiedsrichter alles Zumutbare unternehmen muss, um das Spiel zu Ende zu bringen. Das war nicht der Fall, also waren wir zu dieser Entscheidung gezwungen.“

Spadinger zielt mit seiner Aussage auf die „Stopp-Regel“ ab. Diese besagt, dass der Unparteiische die Partie in so einem Fall zweimal für fünf Minuten unterbrechen muss. In diesem Fall ziehen sich die Teams in den eigenen Strafraum zurück. Bei einem dritten Vorfall soll dann der Abbruch folgen.

Absprache mit Stuttgart

„Wir haben uns bei der Entscheidung auch mit Stuttgart abgesprochen. Ohne Nachspielzeit wäre es noch neun Minuten gegangen, im Fußball ist nichts unmöglich“, so Spadinger. Zwar hatte die Schiedsrichterin Mitte der zweiten Halbzeit beide Kapitäne zu sich gerufen, und es wurden Worte an die Zuschauer gerichtet, Spadinger erläutert aber: „Das kann man schon machen. Da fehlt es aber an der Außenwirkung.“

Matthias Illi, Vorsitzender des SV Gruol, zeigte sich gegenüber unserer Redaktion nicht überrascht. Er sagte: „Das war ein Formfehler, daher war mir das Urteil klar. Bei vergleichbaren Vorfällen wurde zuletzt gleich entschieden.“ Erst vergangene Woche wurde beispielsweise das südbadische Kreisliga B-Spiel zwischen dem FC Hüfingen und FKB Villingen neu angesetzt, da auch hier der Spielabbruch nicht nach Anwendung der „Stopp-Regel“ vollzogen wurde.

Noch kein Bisinger Statement

Kein Statement zur Entscheidung gab es am Freitag vonseiten der Kuhlochkicker. Marco Knilly, Vorstand Sport der Bisinger, meinte, dass man sich zunächst intern beraten möchte. Eine Stellungnahme wird aber folgen. Ob der FVB in Berufung gehen wird, sei am Freitag ebenfalls noch nicht klar. Der Fall würde dann jedenfalls vor das Verbandsgericht in Stuttgart gehen.

Dass die Neuansetzung von den Bisingern womöglich kritisch gesehen wird, könnte Illi nachvollziehen. „Das ist natürlich ärgerlich für sie, wir würden uns umgekehrt sicher auch ärgern. Das Spiel war nicht gut für uns, da wollen wir uns dann steigern.“ Man darf jedenfalls gespannt sein, wie sich die Sachlage weiterentwickelt.