Fasnet in Irslingen: Wer beim Bunten Abend die Stimmung anheizt

Linda Schwarz, Tatjana Ulmer und Fabiene Weisser freut es sehr: die Gardemädchen tanzen sich bei ihrem ersten Auftritt in die Herzen der Zuschauer.
WeisserFür die neue Vorsitzende Christa Reinauer und den personell veränderten Narrenrat war es eine gelungene Premiere. Neben den bewährten Gruppen, ohne die man sich das Programm schon gar nicht mehr vorstellen kann, konnten Meister Franz Eder (Stefan Schatz) und Pumuckl (Timo Weisser) – sie kündigten die elf Auftritte in bewährter Weise an – diesmal vier Formationen mit neuen Gesichtern präsentieren.
So hat die Zunft mittlerweile wieder Gardemädchen in den eigenen Reihen. Mit zwei Aufführungen tanzten sich die von Linda Schwarz, Tatjana Ulmer und Fabiene Weisser betreuten Mädchen bei ihrem ersten Auftritt in die Herzen der begeisterten Gäste.
Sprung ins Glück
Premiere feierten ebenso die „Jungen Burschen“. Das prominente SWR-Moderatorenteam Werner Mezger und Sonja Schrecklein (Fabian Benz und Simon Stöhr) war vor Ort, um das Abschlussspringen der Gemeinde Dietingen auf der Großen Irslinger „Danbühl“- Schanze zu kommentieren.
Vier Skiathleten (Marius Beiter, Yanick Digeser, Valentin Schneider und Jonas Willi) stürzten sich waghalsig den Schanzentisch hinunter. Den weitesten und saubersten Sprung schaffte der Lokalmatador des Adler-Teams. Nur der Dietinger Springer fiel etwas ab.
Kesse Sohle der Einhörner
Erstmals Bühnenluft schnupperten jüngere Frauen im Einhorn-Kostüm. Die auf den ersten Anblick schwerfällig wirkenden Tiere legten trotz ihres üppigen Volumens eine kesse Sohle auf das Parkett und zeigten dabei eine beeindruckende Ausdauer.
Partner der Narrenräte – die vierte Gruppe aus dem Newcomer-Quartett – verspürten Lust, auf den Brettern der Bühne zu stehen. Auf die Melodie eines bekannten Ohrwurms des schwäbischen Kabarettduos „Gscheidles“ („Schatz kauf mir…“) brachten die besseren Hälften der Narrenräte – auch Männer waren dabei – kräftig Stimmung in die Halle. Unterstützt wurde die Gruppe von den zwei „Erdbeerles-Musikanten“ aus dem Nachbarland der Gummistiefel.
Zwei Leuchten plaudern
Wie schon gewohnt zählte der „Dorfklatsch“ zu den Höhepunkten. Lustige Vorfälle und besondere Missgeschicke etlicher Bürger wurden von den beiden „Leuchten aus den 70er-Jahren“ (Rainer Würtenberger und Roman Bihler) mit spitzer Zunge und viel Humor optimal ins Licht gesetzt.
Oper ist Drama
Für Lachanfälle sorgte die dramaturgisch inszenierte Aufführung der Oper „Der König ist tot“. Die Nebendarsteller und Komparsen brachten den stark sehbehinderten Star-Tenor (Hans Martin Benz) fast zur Verzweiflung. Die „Männer um die 40“ – man beachte: den Namen haben sie sich schon vor knapp zehn Jahren gegeben – zeigten dafür verantwortlich.

Solange ein sehbehinderter Startenor wie Hans Martin Benz noch seine Noten richtig trifft, ist die Oper ein Genuss.
Foto: WeisserGymnastik für die Lachmuskeln war ebenso der Auftritt der Feuerwehr. Mit unkonventionellen und rustikalen Methoden therapierte der Chefarzt der Waidbachklinik (Roland Zapatka) mit Unterstützung seiner aufreizenden Assistentin (Siegfried Bihl) außergewöhnlich schwierige medizinische Fälle.
Hausfrauen wissen alles
Die zwei Reingeschmeckten Linda Schwarz und Nadine Schneider hatten von ihrem Fenster aus die Nachbarschaft genau unter die Lupe genommen. Dabei kamen allerlei Vorkommnisse an das Tageslicht.
Wie ein etwas anderer Mädelsabend verlaufen kann, demonstrierten die „Lullies“. Die Hausfrauen schauten sich gemeinsam eine Kochsendung an. Sie wussten alles besser und ließen keinen guten Faden an den Starköchen Tim Mälzer und Steffen Henssler. Mit passenden Liedern garnierten sie ihren gelungenen und spaßigen Auftritt.
Wohlklingende Töne
Das Finale bestritten die „Inaktiven“ des Sportvereins mit einem stimmungsvollen Feuerwerk bekannter Melodien der vergangenen Jahrzehnte mit Stars der Pop- und Rockszene. Zum Einmarsch des Narrenrats spielte der Musikverein Irslingen. Die „zwei Hofemer“ sorgten für Stimmungsmusik und lockten die Besucher später zum Tanzen auf die Bühne.