Aufatmen in Zell
: Polizei nimmt nach mehreren Stunden bewaffneten Mann fest

Der Polizei ist es gelungen den psychisch kranken Mann, der am Donnerstagmorgen in Zell einen Großeinsatz ausgelöst hatte, festzunehmen.
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(red/ma)
Zell Am Harmersbach
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Polizei und Spezialkräften ist es am Donnerstagvormittag in Zell gelungen einen psychisch auffälligen Mann festzunehmen – und mutmaßlich Schlimmeres zu verhindern.

Einsatz-Report 24/Moser

Der mit Messern bewaffnete Mann hatte zuvor in der Hauptstraße randaliert, bevor er sich in einem Wohnhaus verschanzte.

Um die Gefahrensituation einzuschätzen, inwieweit eine Gefährdung für andere Personen besteht und auch um eine mögliche Selbstgefährdung des Mannes auszuschließen, versuchten die Polizeibeamten mit Betreuern, Fachkliniken und Behörden eine Einschätzung zu bekommen, um Zugang zu dem Mann zu finden.

Dabei stand auch im Vordergrund, die eingesetzten Beamten und Unbeteiligte zu schützen, teilt die Polizei mit. „Jegliche Kontaktaufnahme mit dem psychisch Auffälligen war in dieser Phase nicht möglich.“ In seinem Ausnahmezustand zeigte sich der Mann mit Messern bewaffnet wiederholt am Fenster und auf dem Dach. Zudem warf er Gegenstände und Unrat aus dem Fenster im Obergeschoß.

Mann klettert auf Dach, als Spezialkräfte ins Haus kommen

Gegen 11 Uhr verschafften sich Spezialkräfte und Beamte der Verhandlungsgruppe Zugang zu dem Gebäude. In dieser Zeit stieg der Mann bewaffnet mit zwei Messern erneut durch das Fenster einer Gaube auf das Dach. Jegliche Kontaktaufnahme durch die Polizei scheiterte zunächst, da der auf dem Dach sitzende Mann nicht ansprechbar war.

Der Mann hatte während die Polizei das Wohnhaus umstellt hatte immer wieder Gegenstände aus dem Fenster geworfen, die im Garten und auf der Straße landeten.

Foto: Einsatz-Report 24

Beamten der Verhandlungsgruppe gelang letztendlich doch Zugang zu ihm zu bekommen und ihn zur Rückkehr ins Haus zu bewegen. Dort konnte der psychisch Kranke von Kräften des Spezialeinsatzkommandos vorläufig festgenommen werden. Bei der Festnahme wurde der Mann leicht verletzt.

Bereits einige Tag zuvor war der Mann in den umliegenden Straßen aufgefallen, weil er die Gärten der Nachbarschaft durchstreifte und im Keller eines Wohnhauses Alkohol entwendete. Nach der anschließenden Polizeikontrolle und Anzeigenaufnahme begab sich der Mann noch am Montag in ärztliche Behandlung.

Festgenommener war schon vor einigen Tagen aufgefallen

Am Mittwoch nach Entlassung aus der Fachklinik machte er erneut auf sich aufmerksam, indem er Gegenstände aus dem Haus in den Vorgarten warf. „Eine Gefährdung oder Bedrohungssituation lag zu diesem Zeitpunkt nicht vor“, so die Polizei. Die zu Hilfe gerufenen Beamten konnte vor Ort keinen Kontakt mit ihm aufnehmen,da er die Fenster verschlossen hatte und die Tür nicht öffnete.

Wegen der Müllentsorgung erfolgt eine Anzeige an die zuständige Behörde, ob ihm noch weitere Straftaten zugeordnet werden können, ist Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.

Polizeipräsident Jürgen Rieger bedankt sich bei den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, THW und allen Helfern für ihr professionelles und umsichtiges Vorgehen und ist froh, dass sowohl  Unbeteiligte als auch die eingesetzten Polizei- und Rettungskräfte unversehrt den Einsatz beenden konnten.