Aktionstag am 28. März
: Warum die Schwarzwälder Kirschtorte weltweit so berühmt ist

Ein Klassiker aus dem Schwarzwald wird weltweit gefeiert - am "Black Forest Cake Day" am 28. März. Worauf es beim Backen wirklich ankommt und warum die Schwarzwälder Kirschtorte so besonders ist.
Von
(dpa)
Oberndorf
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Schmeckt nicht nur der Schwarzwald-Marie: Die Schwarzwälder Kirschtorte hat weltweite Beliebtheit erlangt.

Max Günter/Baiersbronn Touristik/dpa

Weiße Sahnecreme, rote Kirschen und dunkle Schokospäne: Die Schwarzwälder Kirschtorte könnte man wohl als das Schneewittchen der Tortenwelt bezeichnen. Und auch was die Bekanntheit angeht, dürfte die cremige Kalorienbombe der Märchengestalt in nichts nachstehen. Selbst die Schwald Marie in ihrer Playmobil-Version besitzt eine Schwarzwälder Kirschtorte und wird diese vielleicht künftig mit ihrem neuen Partner Hannes konsumieren.

Zumindest in der Region ist man sich ganz sicher: Die Schwarzwälder Kirschtorte mit ihrem ordentlichen Schuss Kirschwasser kommt von hier - und ist den Menschen fast überall auf der Welt ein Begriff. Ihr zu Ehren wird am 28. März der Tag der Schwarzwälder Kirschtorte gefeiert - schließlich wurde die Torte vor zwei Jahren von der US-Zeitung New York Times als "Bestes Dessert der Welt" betitelt. Mit aus diesem Grund waren es auch die US-Amerikaner, die den "National Black Forest Cake Day" ins Leben gerufen hatten.

Eine Instanz in Sachen Schwarzwälder Kirschtorte darf man ohne Zweifel Albert Boch nennen, Hotelinhaber und Küchenchef aus dem Schwarzwaldort Todtnauberg. Seit rund 30 Jahren backt er sie unter anderem für die Gäste seines Hotels. Einst stellte er - gemeinsam mit anderen Konditoren - sogar den Weltrekord für die größte Schwarzwälder Kirschtorte aller Zeiten auf: rund zehn Meter betrug ihr Durchmesser.

Für Backanfänger eine Herausforderung

Bochs Geheimnisse für den perfekten Geschmack? Da ist zum einen die richtige Menge Kirschwasser. Vier bis fünf Schnapsgläschen müssten es schon sein pro Torte - auf den Biskuit geträufelt, am besten nicht in die Sahne, sagt er. Viele seien da zu sparsam. "Es muss einfach harmonisch miteinander schmecken."

Und dann sei da der Biskuitteig selbst. Mit einem normalen Handmixer könne der nicht wirklich gut werden. "Damit schlägt man das tot", sagt Boch. Nur mit speziellen Teigmaschinen komme wirklich genug Luft in die Eier. Ob dieser Tipp aber etwas für Otto Normalverbraucher ist? Die Profigeräte kosten teils mehr als 1000 Euro.

Für Backanfänger stellt die Torte durchaus eine Herausforderung dar. Zählt man wirklich alles mit, kommt sie auf ein gutes Dutzend Schichten - jedenfalls nach Bochs Rezept. Sozusagen im Fundament: Mürbeteigboden, Marmelade, Biskuitteig, wieder Marmelade, abgetropfte Kirschen und Kirschwasser. Darüber dann zweimal jeweils Sahne, Biskuit und Kirschwasser. Und obenauf wieder Sahne, Schokospäne und Kirschen.

Unterschiedliche Theorien über Herkunft

Während über die Architektur der Torte wohl weitgehende Einigkeit herrscht, gibt es über die Herkunft der Torte unterschiedliche Theorien, die die Bäckerinnung Baden auf Anfrage verschickt. Ganz klar: Die Schwarzwälder seien sicher, dass die Torte aus einem schon lange bekannten Sahne-Kirsch-Dessert der Region hervorging.

Aber auch die aus der Schweiz stammende Schwarzwaldtorte könnte ein Vorläufer gewesen sein, heißt es. Der fehle jedoch das Kirschwasser und es seien Nüsse drin. Oder war der schon vor 40 Jahren verstorbene Konditor Josef Keller der Erfinder? Er behauptet den Angaben zufolge, die Torte 1915 in Nordrhein-Westfalen erfunden zu haben - aber diese Torte wiederum soll nicht "mehrgeschossig" gewesen sein.

Liegen Ursprünge in einem Tübinger Café?

Und dann ist da laut den Infos der Innung noch der Tübinger Stadtarchivar Udo Rauch, der den Ursprung der heute bekanntesten Torte Deutschlands bei einem Konditor in einem Tübinger Café verortet. Er beruft sich unter anderem auf ein handschriftlich datiertes Foto aus dem Jahr 1936, das den Konditor beim Herstellen einer Schwarzwälder Kirschtorte zeigt.

Aber selbst wenn die Torte am Ende gar nicht aus dem Schwarzwald kommt - in der Region ist man stolz darauf. 

Die beste Schwarzwälder Kirschtorte gibt es aktuell übrigens in Furtwangen - zumindest laut der Jury des Schwarzwälder Kirschtortenfestivals in Todtnauberg, das ebenfalls von Albert Boch verantwortet wird. Im vergangenen Jahr setzte sich Ana Kostava aus Furtwangen zum zweiten Mal bei dem Wettbewerb durch, zu kosten gibt es den sahnig-süßen Sieger in der Confiserie-Café-Conditorei Mayerhöfer in Furtwangen.

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel erschien erstmals am 25. April 2021 und wurde aufgrund der aktuellen Relevanz aktualisiert.

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