Bad Dürrheim - Versuchtes Tötungsdelikt oder Überfall? Bei einem brutalen Übergriff ist ­am Dienstagabend in Bad Dürrheim ein 31-jähriger Mann verletzt worden. Den ­Täter konnte die Polizei kurz darauf fassen.

Blutüberströmt und verwirrt irrte das Opfer in der Friedrichstraße umher, als es von einem Autofahrer entdeckt und angesprochen wurde. Was er schilderte, sorgte schließlich für einen Großeinsatz der Polizei: Er sei angegriffen worden, der Mann trage eine Schusswaffe.

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Unverzüglich informierte der Autofahrer die Polizei und nahm dann zugleich geistesgegenwärtig die Verfolgung des Verdächtigen auf. Dieser drohte dem Mann, forderte ihn auf zu verschwinden und flüchtete anschließend, während er einen verdächtigen Gegenstand mit sich führte, in Richtung Karlstraße. Sehr weit kam er jedoch nicht: Mithilfe des couragierten Autofahrers gelang es der Polizei, den 45-Jährigen vor dem Gasthaus Engel festzunehmen.

Schusswaffe oder Schlagwerkzeug?

Die mögliche Schusswaffe wurde bei ihm zunächst jedoch nicht gefunden. Während der Rettungsdienst das Opfer versorgte und zahlreiche weitere Streifenwagen und Zivilfahrzeuge der Kriminalpolizei aus dem Präsidiumsgebiet die Einsatzstelle anfuhren, galt es vor Ort zunächst, die Tatwaffe zu suchen. So fuhr die Polizei die nähere Umgebung ab und kontrollierte auch Mülltonnen und Abfallbehälter, teilweise mit dem Geschädigten, der vom Rettungswagen aus die Beamten an verschiedene Örtlichkeiten zwischen Friedrichstraße und Karlstraße führte. Der in Gewahrsam genommene Tatverdächtige wurde ebenfalls mit eingebunden. Eine Schusswaffe konnte dem Vernehmen nach jedoch nicht gefunden werden. Viel mehr stellte es sich heraus, dass der Mann mit einem Schlagwerkzeug niedergestreckt worden.

Mit dem Verdächtigen wurde am möglichen Tatort – einem Hinterhof in der Friedrichstraße – kurz darauf eine erste Begehung durchgeführt, bevor die Beamten den Mann zur weiteren Vernehmung mitnahmen.

Das Opfer kam derweil verletzt in das Schwarzwald-Baar-Klinikum. Bis in den späten Abend hinein sammelte die Kriminalpolizei Spuren am Tatort.

Während 31-Jährige im Schwarzwald-Baar-Kreis lebt, stammt der tatverdächtige 45-Jährige aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Beide sind deutsche Staatsangehörige. Das Kriminalkommissariat Villingen übernahm die weitere Fallbearbeitung.