Sabine Nowak kam als BVS-Nachrückerin in den Starzacher Gemeinderat, setzte sich beim konfliktreichen Schulthema aber von der BVS-Fraktion ab. Foto: Nowak / Philipp Koebnik

Die Bierlingerin Sabine Nowak gehört nicht mehr zur Fraktion der Bürgervertretung Starzach (BVS). Zum Bruch führte der Streit um die Schulerweiterung – und die Art, damit umzugehen.

Die Bierlingerin Sabine Nowak gehört seit Oktober 2025 dem Starzacher Gemeinderat an. Sie war Nachrückerin für die langjährige BVS-Gemeinderätin Monika Obstfelder, die aus Frust über die Gemeinderatsentscheidung zum Stopp des Schulausbaus hingeschmissen hatte. Die Bürgervertretung Starzach (BVS) hat Nowak nun aus der Fraktion ausgeschlossen, wie Fraktionsvorsitzende Annerose Hartmann dieser Zeitung auf Anfrage mitteilte. Bevor eine Prüfung, ob dies rechtmäßig ist, vorgenommen wurde, hat Nowak nun ihrerseits erklärt, dass sie aus der BVS-Fraktion austrete.

 

Nowaks Vorgängerin, BVS-Gemeinderätin Monika Obstfelder, hatte den Ausbau der Grundschule in Bierlingen über Jahre hinweg mit viel Herzblut und Engagement vorangetrieben. Dass die baureif geplante Schule im Gemeinderat mit der Mehrheit vieler Gemeinderats-Neulinge gestoppt wurde, machte Obstfelder so fassungslos, dass sie nach 26 Jahren aus dem Gemeinderat ausstieg.

Mindestens so fassungslos dürfte Obstfelder gemacht haben, was danach geschah. Ihre Nachrückerin, die Unternehmensberaterin Sabine Nowak, reihte sich nicht nur bei den Gegnern des Schulausbaus ein, sie wurde binnen Kurzem zur eloquenten Wortführerin und Mitorganisatorin der interfraktionellen Gruppe, die den Schulausbau kassierte.

Nowak: Starzach kann sich Schulausbau nicht leisten

Nowak vertritt die Position, dass Starzach sich den Schulausbau angesichts der derzeitigen Schulden-Lage nicht leisten kann. Auch dem Versuch, eine kleine Lösung zu finden – Um- und Ausbau ohne Halle, nur mit Zuschüssen und Fördermitteln von 8,1 Millionen Euro – gab Nowak zuletzt nicht die Zustimmung im Gemeinderat.

Die interfraktionelle Tätigkeit von Nowak war nicht mit der BVS-Fraktion abgesprochen. Darauf weist Fraktions-Chefin Annerose Hartmann hin. Nun gibt es bei der BVS-Fraktion im Starzacher Gemeinderat zwar keinen Fraktionszwang, sehr wohl aber eine Geschäftsordnung, die Regeln festschreibt. Unter anderem: „Einzelne Fraktionsmitglieder können ohne Auftrag weder Abmachungen mit anderen Fraktionen oder Einzelvertretern treffen, noch ihnen gegenüber bindende Erklärungen abgeben.“

„So macht Fraktionszugehörigkeit keinen Sinn“

Gegen diesen Passus habe Nowak mehrfach verstoßen, so Hartmann, auch nachdem sie in der Fraktionssitzung „zur Ordnung gerufen“ worden sei. Wenn die Fraktionsregeln nicht eingehalten werden, sagt Hartmann, dann mache eine Fraktionszugehörigkeit auch keinen Sinn. Besonders irritiert war Hartmann, dass Nowak die in der interfraktionellen Gruppe entwickelten alternativen Pläne für die Schule nicht in ihre BVS-Fraktion rückmeldete.

Sabine Nowak bedauert die Entwicklung. „Wir sind beim Schulthema unterschiedlicher Meinung. Es gibt aber keinen Fraktionszwang. Und ich hätte es für besser gehalten, wenn wir das ausgehalten hätten.“ Annerose Hartmann sei aber der Meinung, dass keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr möglich sei. Nowak und Hartmann kennen sich schon lange, insbesondere aus Projekten im Tier- und Umweltschutz. In diesem Bereich hätten sie immer „gut und eng zusammengearbeitet“, sagt Nowak. Die Argumentation, sie halte sich nicht an die Regelungen der Geschäftsordnung, kontert Nowak: Diese Interpretation wäre „ein Sprechverbot“.

Prüfung nun nicht mehr notwendig

Die Gemeindeverwaltung hatte angekündigt, den Fraktionsausschluss zu prüfen. Das hat sich nun wohl erübrigt. „Niemand soll prüfen müssen, ob das rechtens ist“, sagt Nowak. Sie habe der Gemeinde mitgeteilt, dass sie aus der Fraktion austrete. Damit ist Nowak künftig fraktionslos. Es gebe ihrerseits auch „keine Überlegungen, einer anderen Fraktion beizutreten“, sagt Nowak.

Die BVS-Fraktion ist nunmehr auf nur noch zwei Mitglieder geschrumpft. Bei der Kommunalwahl im Juni 2024 hatte die BVS vier Mandate erhalten. Manuel Faiß trat jedoch im Januar 2025 aus der BVS-Fraktion aus und ist seither fraktionslos. Monika Obstfelder schied im Oktober 2025 aus. Neben Annerose Hartmann gehört noch Andreas Lohmiller der BVS an.