Feuerwehrmann Marc Schwarz verbindet die Lokomotive mit dem Feuerwehrschlauch. Foto: Feuerwehr Schömberg

Einen Einsatz der besonderen, gar schönen Art hatte die Freiwillige Feuerwehr Schömberg am Sonntag. Auf der Abschiedsfahrt des Zuges betankten die Feuerwehrmänner die historische Güterzuglokomotive 52 7596 mit Wasser.

Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Zug in Schömberg hält – und schon gar nicht so ein imposanter. Die vielen Zuschauer staunten nicht schlecht als die schwarze Güterzuglokomotive 52 7596 am späten Nachmittag im Bahnhofareal einfuhr.

 

Die Lok, die 1944 in der Lokomotivfabrik Wien Floridsdorf gebaut worden ist und bis 1977 bei den Österreichischen Bundesbahnen im Einsatz war, war am Sonntag mit Passagieren in Tübingen gestartet und fuhr über Mössingen, Hechingen und Balingen nach Schömberg. Nach einer Zwischenfahrt nach Hechingen und wieder zurück nach ins Stauseestädtle legte die Lok einen längeren Tankstopp ein. Als Tankstelle diente das öffentliche Wassernetz, Tankwarte waren Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Schömberg, die rund 30 Kubikmeter Wasser in die Dampflok füllten.

Alle rund 150 Kilometer muss Wasser nachgefüllt werden

Jannik Buck vom Verein Eisenbahnfreunde Zollernbahn (EFZ), in dessen Besitz die historische Lok seit 1978 ist, erklärt, dass die Lokomotive etwa alle 150 Kilometer Wasser benötigt. Die Stopps sind ganz genau geplant, denn üblicherweise fragt der Verein im Vorfeld die örtlichen Feuerwehren an beim Betanken zu helfen, da diese über das nötige Equipment verfügen, um diese großen Mengen Wasser aus dem öffentlichen Netz zu entnehmen. „Alternativen gibt es wenige“, erklärt Buck. Ein paar wenige Museumsbahnen verfügten noch über große Wasserkräne, allerdings seien diese auf dem öffentlichen Eisenbahnnetz, auf denen die historischen Züge der EFZ normalerweise fahren, nicht mehr zu finden.

Tanken dauert eine halbe Stunde

„Vereinfacht gesagt wird das Wasser im Kessel durch das Feuer erhitzt und wird zu Dampf. Dieser wird dann benutzt, um die beiden Zylinder hin und her zu bewegen, die über die Treibstangen die Räder antreiben“, erklärt Buck den Antrieb der Dampflok.

Rund eine halbe Stunde dauerte es, bis der Tank gefüllt war und die Lok ihre Fahrt mit den Passagieren nach Tübingen fortsetzen konnte, um im Anschluss zurück nach Rottweil zu fahren wo die EFZ ihren Sitz haben.

Im Mai ist die letzte Fahrt

Oft gibt es nicht mehr die Gelegenheit, die 52 7596 auf den Gleisen zu sehen, denn die Dampflok wird im Mai außer Betrieb gehen, da ihre Fristen ablaufen. Im Rahmen mehrerer Abschiedsfahrten war die Lok daher ein letztes mal auf der Schieferbahn zwischen Balingen und Rottweil unterwegs. Buck erklärt, dass eine Dampflok alle vier Jahre zur Kessel-Hauptuntersuchung und alle acht Jahre zur Fahrwerksuntersuchung muss.

Für die Feuerwehrleute aus Schömberg war das Betanken der Lok ein besonderes Erlebnis. Foto: Feuerwehr Schömberg

„Anders als beim TÜV wird die Lok wenn die Fristen alle acht Jahre zusammenfallen fast vollständig zerlegt, aufgearbeitet und wieder zerlegt“, so Buck. Auch wenn der Verein viele Arbeiten selbst erledige, entstünden bei einer Hauptuntersuchung Kosten im mittleren sechsstelligen Bereich, weshalb das historische Schienenfahrzeug erst einmal nicht wieder aufgearbeitet werden kann.