Zwischenfall an der Fritz-Erler-Schule: Die Polizei schnappt den Tatverdächtigen schnell. (Symbolbild) Foto: © New Africa - stock.adobe.com

Wieder kommt es zu einem Zwischenfall an der Pforzheimer Fritz-Erler-Schule: Ein 21-Jähriger betatscht und schlägt Jugendliche. Die Polizei kann den Tatverdächtigen schnell schnappen. Erst im Februar gab es eine Messerstecherei auf dem Schulgelände.

Ein vermeintlich verwirrter Mann hat am Dienstagmorgen die Fritz-Erler-Schule in Pforzheim betreten und ging mehrere Schüler körperlich an, wie die Polizei mitteilt.

 

Nach derzeitigem Ermittlungsstand kam der 21-Jährige gegen 8.30 Uhr in die Schule. Zuerst begab er sich mit einem Rollkoffer in die Aula und sprach kurz darauf einen Schüler an, heißt es weiter. Er fragte nach einer Person, lief weiter in ein Klassenzimmer und äußerte erneut, er würde eine Person suchen.

Anschließend lief er in die Cafeteria und stellte dort seinen Koffer ab. Zuletzt betrat er die Sporthalle, in der gerade Schüler das Sportabitur absolvierten. Der Mann küsste eine erwachsene Schülerin unvermittelt auf den Mund, ein anderer Schüler wurde unsittlich im Schritt berührt, wie es die Polizei formuliert. Zwei weitere Schüler schlug der Mann mit der Faust ins Gesicht.

Mann lässt einen Rollkoffer zurück

Danach verließ der Tatverdächtige das Schulgelände. Polizisten nahmen ihn kurz danach in der westlichen Karl-Friedrich-Straße fest. Der 21-Jährige wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen in eine psychiatrische Einrichtung verbracht.

Die Schüler, die geschlagen worden waren, wurden dabei leicht verletzt. In dem abgestellten Koffer befanden sich vorwiegend Kleidungsstücke. Gefährliche Gegenstände wurden laut Polizei nicht aufgefunden.

Die Schulsozialarbeit der Stadt Pforzheim betreut sowohl die Betroffenen als auch die mehreren Dutzend erwachsenen Schüler, die das Geschehen mitbekommen haben.

OB meldet sich zu Wort

In einer städtischen Pressemitteilung meldet sich Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch zu dem Vorfall zu Wort. Boch habe sich umgehend telefonisch mit Schulleiter Martin Hoffmann ausgetauscht und die Hilfe der Stadt angeboten, heißt es darin. „Es macht mich sehr betroffen, dass es erneut zu einer bedrohlich wirkenden Situation an der Fritz-Erler-Schule gekommen ist. Gleichzeitig bin ich erleichtert, dass es bei leichteren Verletzungen geblieben ist, auch wenn in der Schulgemeinschaft der Schock jetzt verständlicherweise tief sitzt“, erklärt der OB demnach. Schulleitung und die Lehrer würden die Vorfälle aktuell sehr professionell aufbereiten, auch die Schulsozialarbeiterin sei unmittelbar vor Ort gewesen. „Es wird also getan, was im Augenblick getan werden kann.“

Im Februar greift ein 18-Jähriger Jugendliche an

Für die Fritz-Erler-Schule ist es bereits der zweite Zwischenfall in diesem Jahr, der die Schulgemeinschaft erschüttert. Erst am 6. Februar, einem Dienstag, war es nachmittags auf dem Schulgelände zu einer Messerstecherei gekommen. Zwei 17-Jährige wurden dabei schwer verletzt.

Die Polizei hatte anschließend zwei Verdächtige, einen 18-Jährigen und einen 19-Jährigen, festgenommen. Offenbar bestand zwischen ihnen und den beiden männlichen Opfern eine Vorbeziehung, wie es damals hieß. Schüler des „Fritz Erlers“, wie die Bildungseinrichtung umgangssprachlich genannt wird, waren die zwei Tatverdächtigen nicht.

Während sich gegen den Älteren der beiden im Laufe der Ermittlungen kein dringender Tatverdacht ergab und er wieder freigelassen wurde, kam der 18-Jährige im Februar in Untersuchungshaft.