Mit einem Spezialkran wird der 30 Tonnen schwere Trafo neben der Stiftskirche abgeladen. Foto: Stopper

Der Schwertransport eines 30-Tonnen-Trafos durch die Hechinger Altstadt ist am frühen Donnerstagmorgen bereits auf Höhe der Stiftskirche gescheitert: Die Strecke runter zur Rabenstraße war zu steil für den Spezial-Sattelschlepper.

Hechingen - Schon um 5 Uhr morgens hatten Arbeiter das Steinpflaster vor der Stiftskirche mit Spezialmatten abgedeckt. Lastwagen, ein riesiger Kranwagen, und auch der Sattelschlepper mit dem Trafohäuschen auf dem Anhänger rollten an, alles stand auf dem Kirchplatz parat.

Bereits gegen 6 Uhr war dann aber klar: Hier wird für diesen Tag Endstation der Aktion sein, denn dem Sattelschlelpperfahrer – laut Schildchen an der Windschutzscheibe heißt er Andreas – war es zu gefährlich, die Strecke runter zur Rabenstraße zu fahren.

27 Tonnen wiegt der Laster, dazu die 30 Tonnen für den Trafo – Andreas war sich nicht sicher, ob die Hydraulik seines Fahrzeugs genug Kraft für das Bremsen auf der steilen Strecke bergab hätte, denn gleichzeitig wäre die Hydraulik auch nötig gewesen, um sämtliche Räder des Gespanns einzeln zu steuern. Im schlimmsten Fall hätten die Bremsen versagen können, was bei 57 Tonnen rollendem Gewicht fatale Folgen gehabt hätte.

Nach einigem hin- und her stand fest: Der Trafo wird abgeladen, nächste Woche geht es mit einem besser geeigneten Spazialfahrzeug vermutlich weiter. Die gute Handvoll Zuschauer, die schon morgens um 6 Uhr mit gezückten Handys und Kameras bereit standen, erlebten immerhin noch den Einsatz des Spezialkrans mit, der den Trafo neben die Stiftskirche setzte.

Trafo soll Oberstadt von Rabenstraße bis zur Stifskirche versorgen

Nicht nur für die Transportarbeiter war die Aktion damit zu Ende, auch für zahlreiche Mitarbeiter der Stadt Hechingen. Jürgen Haas war für das Bauamt vor Ort, um unter anderem ein Auge drauf zu haben, dass das Pflaster nicht beschädigt wird, Timo Luppold überwachte als Ordnungsamt-Leiter die Aktion. Jeder Laster mit Überlänge braucht eine Sondergenehmigung, wenn er durch die Altstadt will. Und diese Laster hier waren definitiv ein Fall für Sondergenehmigungen.

Vor Ort war auch Reinhold Dieringer, Chef der Stadtwerke, die Hechingen mit tätiger Unterstützung der Netze-BW mit Strom versorgen. Der neue Trafo wird unten in der Rabenstraße aufgestellt werden, um dort den vom Weilheimer Umspannwerk her unterirdisch herangeleiteten Hochspannungsstrom in Mittelspannung umzuwandeln und das Gebiet bis hoch um die Stiftskirche herum zu versorgen.

Stromverbrauch pro Einwohner in der Stadt wird weiter steigen

Solche Trafos stehen an vielen Stellen in der Stadt. Auch neben die neue Tiefgarage bei der Stadthalle kommt einer, und wenn mal das Firstareal bebaut wird, wird auch dort ein Trafo stationiert. Der Stromverbrauch pro Einwohnern wird steigen, nicht zuletzt auch durch die E-Mobilität. Da will die Stadt gerüstet sein. Dass der Trafo ein paar Tage auf dem Behinderten-Parkplatz neben der Stiftskirche zwangspausiert, stellt aber für die Sicherheit der Stromversorgung in Hechingen kein Problem dar. Die Kabel sollten hier ohnehin erst Anfang März angeschlossen werden, und bis dahin sollte die Aktion über die Bühne gegangen sein.

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