Das Thema steht lediglich mit einem Satz auf der Tagesordnung der nächsten Stettener Ortschaftsratsitzung. Aber schon jetzt sorgt es für Diskussionsstoff: Auf der B 463 könnte es zwischen Salzbergwerk und Stunzachbrücke ein Fahrverbot für Radfahrer geben.
Das fehlende Mosaikstück im Haigerlocher Radwegenetz zwischen der Einmündung der Salinenstraße in die B 463 und dem Abzweig nach Haigerloch an der Stunzachbrücke sorgt seit Jahren regelmäßig für lebhafte Debatten. Immer wieder wurde eingefordert, entlang der vielbefahrenen Bundesstraße endlich einen Radweg zu bauen, um die Sicherheit von Radfahrern zu erhöhen.
Bis heute ist das nicht geschehen, weil ein Radwegbau an dieser Stelle nicht so einfach zu realisieren ist, wie man denkt. Auf der einen Seite setzt das Salzbergwerk räumliche Grenzen, auf der anderen Seite die Bahnlinie der SWEG.
Umleitung der Radfahrer bis an die L410
Alternativ war auch schon über eine Radwegführung über den Brühlweg oder am Stettener Fischerhaus entlang und vorbei an der Firma Schwörer Bausysteme nachgedacht worden. Doch eine solche Trasse wäre sehr kostenintensiv, weil man um den Bau einer Brücke über die Eyach und eine wie auch immer geartete Querung der Bahngleise wohl nicht herumkäme.
Jetzt scheint das Pferd von einer ganz anderen Seite aufgezäumt zu werden. Und zwar indem das für die Bundesstraße zuständige Regierungspräsidium Tübingen Radfahrern die Nutzung dieses von viel Schwerlastverkehr befahrenen und daher risikoreichen Teilstücks untersagen will. Von Owingen her kommende Radfahrer sollen nach diesen Plänen an der Troia-Lounge in die Salinenstraße nach Stetten abbiegen.
Ganz durch Stetten hindurch
Über die Ortsstraßen ginge es durch ganz Stetten hindurch und wieder aus dem Ort hinaus bis an die L 410, wo man auf die bestehenden Radwege trifft, die entweder die Seesteige hinab nach Haigerloch oder rechts nach Trillfingen oder weiter nach Rangendingen führen.
Kurz vor den Sommerferien ist dieses Vorhaben über die Stadtverwaltung Haigerloch auf den Schreibtisch von Ortsvorsteher Walter Stocker geflattert. Als betroffene Teilgemeinden war der Ortschaftsrat Stetten und offenbar auch der Owinger Rat um Stellungnahme gebeten worden.
Ortsvorsteher Stocker hält wenig von dem Plan
Warum jetzt plötzlich in die Richtung eines Verbotes gedacht wird, ist für Walter Stocker klar. Das trage der Strategie „Vision Zero“ des baden-württembergischen Verkehrsministeriums Rechnung, Deren großes Ziel ist es, dass es irgendwann keine Todesopfer oder Schwerverletzten mehr im Straßenverkehr gibt.
Doch was hält der Ortsvorsteher von den Überlegungen des RP? Kurz zusammengefasst: nix. „Hier will man es sich einfach machen und aus einer etwaigen Haftung rausreden. Es gehört ein richtiger Radweg her“, so seine eindeutige Meinung.
Für Stocker ist der Weg über die Ortsmitte eine Alternative, die nachher „niemand fährt“, weil sie deutlich länger und steiler ist und über ebenfalls von Kraftfahrzeugen frequentierten Straßen führt.
Andere Radwegalternativen auch nicht optimal
Eine etwaige Radweg-Alternative übers Owinger Schützenhaus zum Hospach scheiden für ebenfalls aus, da dieser Weg ein starkes Gefälle aufweist und zu großen Teilen geschottert ist. Insofern ist er nicht für alle Fahrradtypen geeignet.
Eine andere Möglichkeit wäre ein Radweg über die alte Gemeindeverbindungsstraße von Owingen nach Stetten. Aber auch der bringt wenig, wenn man ins Stunzachtal und weiter nach Gruol will.