Vertreter von Kommunen, Kreisen, Regierungspräsidium und Unternehmen fiebern schon jetzt der Radsaison entgegen (von links): Andy Weinmann, Michael Moosmann, Bernd Göggel, Michael Rieger, Max Hafner, Sven Hinterseh, Karl Gaißer, Dorothee Eisenlohr, Rainer Christ, Wolf-Rüdiger Michel, Sigmund Villing, Fritz Link und Benedikt Edeler. Foto: Helen Moser

Freie – und vor allem sichere – Fahrt haben Radfahrer nun zwischen St. Georgen und Hardt. Der Radweg über den Brogen ist fertiggestellt – ein ganzes Jahr früher als geplant.

Plötzlich ging es ganz schnell: Erst im April hatten sich Vertreter von zwei Landkreisen, vier Kommunen, Bau- und Planungsunternehmen getroffen, um den offiziellen Spatenstich für den Radweg über den Brogen und die Verbreiterung der Kreisstraße zwischen Brogen und Hardt vorzunehmen. Bis Ende 2026, dachte man damals, würde die Baumaßnahme abgeschlossen sein. Nun ist das schon ein ganzes Jahr früher der Fall.

 

Die Freude darüber, wie „supergut und superschnell“ die Arbeiten hier nach Aussage von Sven Hinterseh, Landrat des Schwarzwald-Baar-Kreises, liefen, spiegelte sich auch in den Worten seines Kollegen im Nachbarlandkreis Rottweil, Landrat Wolf-Rüdiger Michel, wider: „Dieses Projekt ist ein sehr gutes Zeichen dafür, wie gut die Landkreise hier in der Region zusammenarbeiten“, befand er.

Zusammen mit den Oberhäuptern der vier beteiligten Kommunen – Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr für Schramberg sowie die Bürgermeister Michael Rieger für St. Georgen, Fritz Link für Königsfeld und Michael Moosmann für Hardt – konnten die beiden Landräte den Radweg und die verbreiterte Straße nun offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Dafür traf man sich an einer symbolträchtigen Stelle – an der Grenze zwischen den Kreisen Schwarzwald-Baar und Rottweil, wo die K 5724 zur K 5531 wird.

Die Vielzahl der Beteiligten – immerhin zwei Kreise und vier Kommunen – mache das Projekt zu etwas, „das wir wirklich nicht jeden Tag haben“, fand Landrat Hinterseh. Und auch die Eckdaten schinden Eindruck: 6,5 Kilometer Radweg mit einer Breite von 2,5 Metern, der Ausbau der Straßen K 5724 und K 5531 auf einer Strecke von 4,6 Kilometern, zwölf barrierefrei ausgebaute Bushaltestellen – je sechs pro Landkreis – und etwa 2,5 Kilometer neue Leitplanken. Hinzu kommen diverse mitverlegte Ver- und Entsorgungsleitungen von Glasfaser über Telefon bis hin zu Wasser.

Maßnahme verursacht Millionenkosten

Insgesamt etwa sechs Millionen Euro schluckte die Maßnahme letztlich – rund 3,2 Millionen für den Radweg und etwa 2,8 Millionen für den Straßenausbau. Auch Fördermittel fließen reichlich: Bund und Land schießen etwa drei Millionen Euro zum Radwegebau zu; der Straßenausbau wird mit etwa 1,6 Millionen Euro gefördert. Die Restkosten tragen anteilig beide Kreise und – im Falle des Radwegs – auch die vier Kommunen.

Treffen an symbolträchtiger Stelle: Zwei Landkreise – Schwarzwald-Baar und Rottweil – und vier Kommunen haben das Projekt gemeinsam umgesetzt. Foto: Helen Moser

Denen ist es das Geld allemal wert, wie die Äußerungen von Eisenlohr und ihren Amtskollegen zeigten: Die Oberbürgermeisterin sah das Projekt als „wichtigen Schritt in Richtung Zukunftsmobilität“, Rieger sprach gar von einem „Weihnachtsgeschenk“. Mit dem Radweg und der Verbreiterung der Straße sorge man für mehr Sicherheit, fanden alle Beteiligten – und hofften im gleichen Atemzug, dass auf der Strecke weiterhin umsichtig gefahren werde, obwohl sie nun besser ausgebaut sei.

Seine Hochachtung für die blitzschnelle Umsetzung der Baumaßnahme sprach Link aus, während Moosmann seinen Dank an die beiden Nachbarkommunen Schramberg und Königsfeld richtete: Immerhin trügen diese – auch finanziell – ihren Teil dazu bei, dass die Radwegverbindung zwischen St. Georgen und Hardt realisiert werden konnte.

Große feierliche Übergabe steht noch an

Ganz abgeschlossen ist die Geschichte der Maßnahme noch nicht – im Frühjahr wird die Strecke voraussichtlich noch einmal für etwa zwei Wochen gesperrt, da noch einige Belagsarbeiten an Einfahrten anstehen und die Fahrbahnendmarkierung aufgebracht werden muss. Und dann ist da noch die offizielle Einweihung, vielleicht im Rahmen einer Sternfahrt auf dem Radweg, regte Landrat Hinterseh an – ein Planungsauftrag, den die Bürgermeister gerne annahmen.