Schweres Bohrgerät mitten auf der A81? Das ist ungewöhnlich. Zwischen Rottweil und Oberndorf wirft eine Baustelle Fragen auf. Wir haben die Antworten. Und es droht Ungemach.
Seit Mitte Oktober laufen Arbeiten auf dem Abschnitt. Die Autobahn GmbH hatte das Ganze als „Wanderbaustelle“ angekündigt, die eigentlich schon Mitte vergangener Woche hätte beendet sein sollen. Doch es wird immer noch gearbeitet. Und gebohrt. Warum? Schon die Stelle der Arbeiten, nämlich nahe der Abfahrt Oberndorf, lässt nichts Gutes erahnen. Genau dieser Abschnitt der A81 hat nämlich ein wiederkehrendes Problem.
Und auf Nachfrage bestätigt uns eine Sprecherin der Autobahn GmbH, dass es genau darum geht: „Bei den Bodenuntersuchungen handelt es ich um Tiefenbohrungen, die für ein Baugrundgutachten erforderlich sind. Dabei werden Bohrungen bis zu einer Tiefe von 20 Metern durchgeführt, um unter anderem die Auswirkungen des vorliegenden Gipskeupers auf den Straßenkörper bewerten zu können“, so die Sprecherin.
Beim Bau wird das „Hefeteig-Problem“ entdeckt
Der Gipskeuper. Er sorgt im Untergrund dafür, dass die A81 an dieser Stelle tatsächlich nicht zur Ruhe kommt. Mal gibt es massive Hebungen, mal sacken Fahrbahnteile ab. Schon beim Bau der Autobahn in der 70er-Jahren war man entsetzt darüber, was man da im Untergrund fand.
„Quellvorgänge, wie sie seither im Erdbau noch nicht bekannt geworden sind, treiben ein etwa zehn Meter mächtiges Schichtpaket wie einen Hefeteig auseinander“, ist in der alten Baubeschreibung zu lesen. Aufgrund des „nicht absehbaren weiteren Verlaufs“ könnten nur Zwischenausbaumaßnahmen erfolgen.
Probleme bis heute
Das „Hefeteig-Problem“ macht den Straßenbauern von da an auch in den nächsten Jahrzehnten zu schaffen. Die Strecke muss mehrfach gesperrt werden. 2015 werden die Autofahrer auf eine besonders harte Probe gestellt. Monatelang wird in beiden Fahrtrichtungen eine 150 Meter lange und 40 Zentimeter dicke Betonplatte eingebaut, um den Untergrund zu stabilisieren. 2017 gibt es weiter südlich erneut Probleme. Der Gips hebt die Fahrbahndecke an – wieder muss saniert werden.
Jetzt sei ein Gutachten notwendig, um zukünftige Maßnahmen, wie zum Beispiel Fahrbahndeckenerneuerungen, „weiter zu konkretisieren“, so die Sprecherin der Autobahn GmbH. Einen genauen Termin für eine Maßnahme auf diesem Streckenabschnitt könne man jedoch noch nicht genau benennen.
Kurzum: Es droht wieder Ungemach unter der A81 – und damit eine mögliche neue Großbaustelle. Dass die Arbeiten nun schon länger dauern als angekündigt, hänge mit technischen Probleme mit den Bohrgeräten zusammen, heißt es. Nach aktuellem Stand sollen die Arbeiten aber nun Ende dieser Woche abgeschlossen werden.
Schon die nächste Baustelle
Und die nächste Baustelle naht schon: Ab Montag finden zwischen Rottenburg und Horb Asphaltuntersuchungen statt. Bis zum 28. November werden laut Autobahn GmbH temporäre, abschnittsweise Sperrungen einzelner Fahrstreifen erforderlich.