Heizungsarten sind in aller Munde. Nun wurde in Altensteig erhoben, wie viel Anteil an der Wärme Pellets, Öl und Gas haben. Doch bis 2040 könnte die Rangliste ganz anders aussehen.
Wie heizt Altensteig aktuell – und wie soll es im Jahr 2040 aussehen? Darum ging es auch bei der Vorstellung der „kommunalen Wärmeplanung“ im Gemeinderat. Bei der wurde auch ein Blick in eine mögliche Zukunft gewagt. Eine Zukunft, die gerade mal 14 Jahre entfernt ist.
Derzeit haben die fossilen Quellen noch die Nase deutlich vorn. 2023, das Jahr, aus dem die „aktuellen“ Daten für die Analyse stammen, führt die Ölheizung deutlich: 32,5 Prozent der Gebäude werden damit beheizt. Auf dem zweiten Platz: Gas. 16,6 Prozent heizen damit. Knapp dahinter ist die Fernwärme mit 14,2 Prozent, abgeschlagen sind Holz mit 4,5 Prozent, Pellets mit 2,7 und Stromheizungen mit grade mal 1,6 Prozent.
Dazu sei aber erwähnt: bei 28 Prozent der Gebäude konnte nicht erhoben werden, wie sie beheizt werden. Da können die Analysten nur vermuten.
Schätzungen zufolge macht der Anteil der Ölheizungen dann aber einen gewaltigen Sprung nach oben und nimmt mit 56,4 Prozent den Großteil ein. Dagegen verlieren die Fernwärme und Strom an Anteilen, Pellets und Holz nehmen geringfügig zu. Der Anteil an Gasheizungen bleibt auch in den Schätzungen gleich – genau wie die Rangfolge.
2040 soll sich das Ergebnis allerdings komplett wandeln, wenn es nach dem aktuellen Plan geht. Die Ölheizung und Gasheizung, Pellets, Holz fliegen komplett aus der Rangliste. Die Fernwärme hingegen kann ein wenig zulegen und den freigewordenen zweiten Platz übernehmen – 29,1 Prozent der Wärme könnte aus dieser Quelle kommen, also 14,9 Prozentpunkte Zuwachs.
Nahwärme ist bereits jetzt in Berneck vertreten – 2025 wurde das System ausgebaut, so dass die Abwärme von der Kläranlage dort verwendet werden kann. Der wesentliche Unterschied zwischen Nah- und Fernwärme ist die Entfernung, über die die Energie transportiert werden muss. Wobei – das wurde in der Sitzung deutlich: Zu weit darf es nicht sein. Sonst wird die Sache unwirtschaftlich.
Neue Energiearten dominieren die Rangliste
Auf dem dritten und vierten Platz finden sich 2040 dann die Newcomer im Wärmegeschäft – die waren 2023 noch gar nicht in der Wärmebilanz zu finden. Auf Platz drei: die Biomasse. Die soll mit 21,3 Prozent zur Wärme beitragen. Zukunftsmusik ist das allerdings schon nicht mehr. In Wart machen die Stadtwerke damit bereits gute Erfahrungen. Auf Platz vier finden sich ebenfalls zwei neue Player: Solarthermie und Wärme aus Photovoltaikanlagen, jeweils mit 3,5 Prozent.
Und wer stößt die Ölheizung vom Thron? Die Wärmepumpe. 2040 könnten 42,5 Prozent der Wärme aus dezentralen Wärmepumpen kommen, heißt es in der Planung. So oder so: Bis 2045 sollen die Kommunen in Sachen Wärme klimaneutral sein, geht es nach dem Willen des Landes.