Die abknickende Vorfahrtsstraße auf der B462-Umleitung sorgt weiter für Irritationen. Foto: Otto

Der Verkehr der B462 zwischen Dunningen und Rottweil quält sich nun seit drei Wochen durch Villingendorf. Vorfahrtsregeln und Tempo 30 sind noch Knackpunkte.

Über kein Verkehrsthema wird wohl aktuell so viel gesprochen, wie über die große Kappung der B462 und des A81-Anschlusses und die damit verbundenen „Umwege“ und sonstigen Unannehmlichkeiten.

 

Klar war von vorneherein, dass es bei einer derart großen und langen Maßnahme nicht völlig geschmeidig ablaufen wird. Nun, nach drei Wochen Sperrung, bleiben weiter einige Knackpunkte.

Einer davon ist die neue Vorfahrtsregelung in der Ortsmitte von Villingendorf. Diese könnte auch dafür gesorgt haben, dass am Mittwochmorgen mitten im Berufsverkehr zwei Autos auf der Kreuzung ineinander gekracht sind.

Während ohne Umleitung eigentlich die Hauptstraße vorfahrtsberechtigt ist, hat nun der Verkehr auf der Umleitung – in einer abknickenden Vorfahrtsstraße entlang der Hochwaldstraße und Rottweiler Straße – Vorfahrt.

Autofahrer sind verunsichert

Diese Tatsache ist zwar ausgeschildert und mit gelbem Band auf der Fahrbahn markiert, manchem Autofahrer scheint das Ganze aber dennoch zu schaffen zu machen. Das macht sich durch zögerliche Fahrweisen und verunsicherte Blicke auf der Kreuzung bemerkbar, nicht selten auch durch wildes Winken und andere deutliche Handzeichen – nicht alle freundlicher Art.

Das Schild zur geänderten Vorfahrt steht etwas zurückgesetzt von der Straße und wird anscheinend vom manchem übersehen. Foto: Otto

Das Schild „geänderte Vorfahrt“ ist zudem nicht allzu präsent für jene, die aus Herrenzimmern kommen, und das Schild „abknickende Vorfahrt“ auf der Gegenseite hängt ziemlich hoch – was im Kolonnenverkehr hinter einem der vielen Lastwagen auch einmal übersehen werden kann.

Diskutiert wird in Facebook-Gruppen auch, warum die Umleitung nicht vom Hochwald aus geradeaus über die Kreuzung geführt wird und dann unten aus dem Ort hinaus Richtung Oberndorf. Das wiederum gäbe allerdings unter anderem Probleme in anderer Fahrtrichtung, von Rottweil nach Dunningen.

Türk: An der Kreuzung heikel

Wir fragen bei Villingendorfs Bürgermeister Marcus Türk nach, wie er das aktuelle Verkehrsgeschehen im Ort durch die B462-Umleitung einschätzt. Er bestätigt: „Gerade im Kreuzungsbereich beim Rathaus ist die Situation besonders heikel.“ Dass so mancher Verkehrsteilnehmer „noch nicht mit der neuen Regelung klarkommt“, bekomme man im Rathaus hautnah mit.

Er betont auch, dass im Vorfeld mit den zuständigen Behörden verschiedene Verkehrssicherungsmaßnahmen vereinbart worden seien, um die Gefährdungen und Belastungen möglichst gering zu halten.

Tempo 30 wird oft missachtet

„Entlang der Umleitungsstrecke bestehen ein beidseitiges Halteverbot und eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h. Bei letzterem gab es bereits Beschwerden von Anwohnern, dass die Geschwindigkeitsbeschränkung nicht von allen Verkehrsteilnehmern eingehalten wird“, informiert Türk.

Mit der Fußgängerampel klappt’s

Die Bedarfsampelanlage in der der Hochwaldstraße für die Fußgänger diene insbesondere auch der Sicherung des Schulweges, so der Bürgermeister. Und hier seien die Rückmeldungen positiv. Bei einem Gespräch habe Rektor Markus Fischinger berichtet, dass die Ampelregelung gut funktioniere und man sogar mit noch mehr Verkehr gerechnet habe. Außerdem sei in allen Grundschulklassen bereits eine präventive Verkehrserziehung durch die Polizei durchgeführt worden, um die Sicherheit weiter zu erhöhen.

Bitte um Rücksichtnahme

„Uns ist bewusst, dass die hierdurch hervorgehenden Mehrbelastungen – insbesondere für die Anwohner – eine zusätzliche Bürde bedeuten und haben deshalb alles Mögliche getan, um hier Abhilfe zu schaffen“, so Türk. Man könne nur an alle Verkehrsteilnehmer appellieren, die Beschränkungen einzuhalten und Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen.

An der A81 nicht viel zu sehen

Vorsicht und langsames Fahren ist also weiter geboten – noch bis mindestens Mitte Dezember wird die Geduld der Verkehrsteilnehmer auf die Probe gestellt. Im gesperrten Baustellenbereich entlang der A81-Anschlussstelle ist derweil von den Arbeiten an der Fahrbahn noch nicht allzu viel zu sehen – zum Missfallen etlicher Beobachter.