Viele kennen Ron Kruckow aus verschiedenen Fernsehformaten. Der Mix aus TV-Auftritten und Social Media verhilft ihm zu gewisser Berühmtheit. Damit hilft er auch gern anderen.
„Meine Follower feiern mich, weil ich immer ich geblieben bin“, erklärt Ron Kruckow. „Ich war schon immer der kleine, lustige Ron und das hat sich auch durchs Fernsehen nicht verändert.“
Genau diese Bodenständigkeit mache seinen Erfolg im Netz aus. Ob auf Social Media oder im Alltag: Seine Community schätzt ihn gerade für diese unverstellte Art. Denn Einblicke in sein Leben gibt er auch in seinem Hauptberuf bei der Post.
Seit 2014 wird der 40-Jährige für Fernsehauftritte gebucht und ist nach eigenen Angaben in 47 Folgen verschiedener Reality-Formate zu sehen. Seinen Anfang nahm das Ganze mit einem Casting bei der Filmproduktionsfirma Filmpool Entertainment mit Sitz in Hürth. Diese führt deutschlandweit regelmäßig Auswahlverfahren durch, um geeignete Darsteller für die große Bandbreite des Reality-TV zu finden.
In der kleinen Küche der Familie läuft der Fernseher mit einer Auswahl an YouTube-Videos in denen Ron Kruckow auftritt. Als Zusteller, eifersüchtiger Partner oder Verbrecher. In den vergangenen zwölf Jahren spielte Kruckow in verschiedensten Reality-Formaten. Darunter die Klinik am Südring, Köln 50667, Trovatos und Augenzeugenreport. Seine letzten beiden Auftritte hatte er im September und November 2025 – die Ausstrahlung wird im Frühjahr 2026 erfolgen. „Man darf nur alle zwei bis drei Monate drehen. Danach bekommt man eine Sperre“, erklärt er. Das solle verhindern, dass immer die gleichen Gesichter zu sehen sind.
Talent für Bösewicht-Rollen
Die Vorbereitung einer Rolle sei für ihn mittlerweile Routine. „Normalerweise bekommt man eine Rollenbeschreibung. Da steht zum Beispiel drin: ‚Du bist sehr freundlich und fürsorglich.‘“ Der Text werde dann am Set improvisiert. Eigentlich spiele er am liebsten die netten Rollen. Scheinbar ist sein Talent für die Rollen der Bösewichte jedoch größer. „Irgendwann hat es angefangen mit den bösen Rollen, und dann haben die gar nicht mehr aufgehört damit.“
Highlight mit Barbara Salesch
„Mein Highlight war der Dreh von Barbara Salesch. Nach rund 16 Jahren Pause wird dort seit etwa drei Jahren wieder gedreht, und eigentlich hat sich gar nichts verändert. Sie ist immer noch genauso lustig wie damals“, erzählt Kruckow. Dies war der erste Dreh für den er Text habe lernen müssen. „Meine Tochter hat mit mir für die Rolle gelernt, denn ich hasse Auswendiglernen.“ Aber es gebe nichts Schlimmeres, als unrealistisch rüberzukommen. „Beim Dreh war ich dann schon etwas aufgeregt“, verrät er.
600 Autogramme verschickt
Die Kombination aus TV-Auftritten und Social-Media-Präsenz hat dem Bräunlinger zu einer gewissen Berühmtheit verholfen. „Ich habe schon 600 Autogrammkarten nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz verschickt“, erzählt er. „Zwischenzeitlich hatte ich ein Postfach, in dem Geschenke für meine Familie und mich ankamen. Ganz verschiedene Dinge wurden uns geschickt, zum Beispiel Ketten, Käppis oder Schmuck. Das hat sich aber wieder etwas beruhigt.“
Für den Arbeitgeber im Netz
Auf seine Aktivitäten bei Social Media wurde inzwischen auch sein Arbeitgeber, die Deutsche Post, aufmerksam. Gemeinsam mit anderen Post-Influencern wird er in die Zentrale nach Bonn eingeladen. Dabei ist ihm die Aufzugfahrt in dem 41-stöckigen Gebäude in Erinnerung geblieben. „Der Aufzug ist komplett aus Glas, da wurde mir schon etwas schwindelig“, gibt er zu.
Als einer von zehn wurde er zwei Tage lang in der Videoerstellung geschult und darf sich seitdem Corporate Influencer des Unternehmens nennen. Reich werde er mit seinen Social Media Kanälen auf TikTok und Instagram nicht. Dort verdiene er kein Geld, sagt er. Das Drehen der Videos mache vor allem Spaß. Er nutze seine Reichweite auch, um anderen zu helfen.
So habe Kruckow über seine Arbeit als Zusteller ein Ehepaar kennengelernt, das sich in einer Notsituation befand. Über seinen TikTok-Kanal bat er seine Follower um Spenden und konnte das Ehepaar mit einem Gebrauchtwagen überraschen. „Ich freue mich, wenn ich meinen Mitmenschen Gutes tun kann, das ist genug für mich“, sagt Ron Kruckow.
Hass im Netz
Ron Kruckow
macht sich mit seinen Videos im Netz nicht nur Freunde. „Es gibt auch viele Hass-Kommentare unter meinen Posts. Ich denke, dass darunter auch viele Neider sind. Aber letztlich tragen sie auch zu meiner Reichweite bei.“ Die gleichzeitige Meldung seiner Videos durch mehrere Nutzer von TikTok führte 2024 zur Sperrung seines Kanals, der zu diesem Zeitpunkt fast 130 000 Follower gehabt haben soll. Doch Ron Kruckow gibt nicht auf. Der Mann, der gebürtig aus Sachsen-Anhalt kommt, erstellt einen neuen Kanal. Denn den Namen seines alten Accounts darf er nicht mehr verwenden. Heute, knapp eineinhalb Jahre später, zählt er wieder fast 40 000 Follower.