Die zu Beginn der Planungen vorgesehene Technik für die Sanierung des Laufener Tunnels auf der B 463 ist inzwischen schon wieder veraltet. So geht es weiter.
Statt Ende Januar soll die Tunnelbaustelle in Laufen auf der B 463 nun im April abgeschlossen werden. Das hat das Regierungspräsidium Tübingen (RP) vergangene Woche in einer Pressemitteilung bekanntgegeben.
Für zahlreiche Pendler zwischen Albstadt und Balingen bedeutet das, mindestens zwei Monate länger die Umleitung durch den Laufener Ortskern einkalkulieren zu müssen. Die Anwohner wiederum sind zwei Monate länger dem Lärm des Durchgangsverkehrs ausgesetzt.
Zu den Gründen schreibt das Regierungspräsidium in der Mitteilung, dass der komplette Austausch der alten Betriebstechnik und eine Neuausstattung mit aktuellen Hardware- und Software-Komponente zu der Verzögerung führe. Grundsätzlich sei der Austausch der gesamten Betriebstechnik im Tunnel seit jeher Bestandteil der Sanierung des Tunnels in Laufen gewesen.
Betriebstechnik ist schon wieder veraltet
Jedoch entwickle sich die Betriebstechnik kontinuierlich weiter. Und zwar schreitet diese Entwicklung so schnell voran, dass sich seit den ersten Planungen zur Sanierung bis zur baulichen Umsetzung schon wieder Neuerungen in der Technik ergeben hätten, wie eine Sprecherin des Regierungspräsidiums auf Nachfrage informiert. In der Folge seien ursprünglich eingeplante und ausgeschriebene Komponenten in Teilen in der Zwischenzeit veraltet.
Grundsätzlich müsse daher während der Beschaffung der Tunnelbetriebstechnik und der baulichen Umsetzung immer geprüft werden, ob die Bauteile noch aktuell sind. „Aus diesen erforderlichen Änderungen folgten dann noch weitere Anpassungen an der Tunneltechnik“, heißt es vom Regierungspräsidium weiter.
Bauarbeiten laufen bereits seit Oktober 2024
Zur Einordnung der Zeitschiene: Die Veröffentlichung der Ausschreibung für die Arbeiten am Tunnel hat bereits im April 2024 stattgefunden. Im Mai 2024 erfolgte die Angebotsöffnung, der Auftrag für die Arbeiten wurde im August jenen Jahres vergeben. Die Bagger am Laufener Tunnel rollen seit Oktober 2024.
Bereits im Vorfeld des Ausschreibungsverfahrens mussten für die Instandsetzungsarbeiten die erforderlichen technischen und haushaltsrechtlichen Abstimmungen durchgeführt und die Genehmigungen beim Ministerium für Verkehr in Baden-Württemberg und beim Bundesministerium für Verkehr eingeholt werden, erklärt die Sprecherin. Aufgrund der Größe des Auftrags war eine europaweite Ausschreibung der Arbeiten erforderlich. Allein durch diese Abstimmungen in Verbindung mit der Bauzeit entstehe ein größer Zeitraum von den ersten Planungen bis zur baulichen Umsetzung.
Die Bauteile, die zu Beginn der ersten Pläne Stand der Dinge waren, sind es heute nicht mehr. Daher sind nun Anpassungen im Bereich der Betriebstechnik nötig.
Es sollen keine weiteren Verzögerungen kommen
Ziel sei es, dass die Tunneltechnik zum Zeitpunkt der Öffnung dem aktuellsten Stand entspreche. Andernfalls, so die Sprecherin weiter, müsste die Betriebstechnik während des Betriebs des Tunnels getauscht werden, was wiederum mit aufwendigen Tests und erneuten Sperrungen verbunden wäre.
Doch die Sprecherin macht zumindest leise Hoffnungen, dass keine weiteren Verzögerungen der Baustelle am Tunnel in Laufen drohen. Die Betriebstechnik sei der letzte große Baustein der Tunnelsanierung. Bevor aber wieder Autos und Lkws durch die Laufener Röhre rollen, müsse die gesamte Betriebstechnik noch umfangreichen Funktionsprüfungen unterzogen werden.
Nur ein voll funktionsfähiger Tunnel könne letztendlich für die Verkehrsteilnehmer freigegeben werden. Dazu findet noch eine Vollübung mit den Sicherheitskräften statt, damit sich jene im Notfall vor Ort orientieren können, um so die Rettungskette zu wahren. Mit Verkehrseinschränkungen müssen Autofahrer auf der B 463 ohnehin bis in den Herbst rechnen. Neben dem Abschluss der Tunnelsanierung stehen auch noch die Fahrbahndeckenerneuerung zwischen Lautlingen und Laufen sowie die restlichen Arbeiten an der Eyachbrücke aus.
Das RP hatte bereits im vergangenen Jahr diesbezüglich eine weitere halbseitige Sperrung der B 463 angekündigt. Schieben sich diese Maßnahmen zeitlich nun auch weiter nach hinten? Nein, betont die Sprecherin: Die Verzögerung im Tunnel habe keine Auswirkungen auf den Zeitplan anderer Maßnahmen des Gesamtprojekts.