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Zweiter Lockdown Uhrenmuseum in Furtwangen geschlossen

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Statt über Touchscreen lassen sich Videos im Uhrenmuseum nun über das eigene Smartphone abrufen. Im November ist das Museum jedoch pandemiebdingt geschlossen. Foto: Deutsches Uhrenmuseum

Erneut muss das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen schließen. Grund sind die verschärften Corona-Regelungen. Nun hofft die beliebte Einrichtung, ab Dezember wieder öffnen zu können. Mehr dazu in unserem (SB+)-Artikel.

Furtwangen - Es ist bereits der zweite "Lockdown" fürs Museum. So musste das Uhrenmuseum das erste Mal von Mitte März bis 19. Mai im Zuge der Pandemie die Türen schließen. Und nun ein weiteres Mal vom 2. bis 30. November. Wobei es dieses Schicksal mit allen anderen Museen in Baden-Württemberg teilt, stellt Eva Renz, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im Uhrenmuseum, dar.

Ausgefeiltes Hygienekonzept

Schon zu Beginn der Pandemie habe das Uhrenmuseum ein ausgefeiltes Hygienekonzept entwickelt und umgesetzt, das auch die Abstandsregeln berücksichtige. Aufgrund der Größe des Museums hätten so bis zu 80 Personen gleichzeitig Platz in der Einrichtung. Die Teilnehmerzahl für Führungen sei außerdem auf neun Teilnehmer und den Museumsführer reduziert worden.

Der Betrieb sei nach der Schließung im Frühjahr wieder erfreulich angelaufen, auch mit ausländischen Gästen. Doch mit der zunehmenden Zahl an Risikogebieten, beispielsweise in Frankreich, habe es ab September wieder verstärkt Stornierungen von Gruppenbesuchen gegeben.

Im Sommer reisen üblicherweise rund ein Drittel der Gäste des Uhrenmuseums aus dem Ausland an, Franzosen und Spanier sind dabei am häufigsten vertreten, so Renz.

"Im November mussten wir alle angemeldeten Gruppen von uns aus stornieren", bezieht sich Renz auf die verschärften Regelungen in Baden-Württemberg und die damit verbundene Schließung von Freizeiteinrichtungen wie dem Museum.

Die Zahl der Einzelbesuche habe zwar in der Zeit, als das Museum geöffnet war, zugenommen, doch die Ausfälle durch die Abnahme der Gruppenbesuche und insbesondere der Schließungen könne das nicht wettmachen. So rechnet Renz aufs Jahr gesehen etwa mit einem Drittel weniger Besucher im Uhrenmuseum.

Existenzgefährdet sei das Museum aber als Landeseinrichtung deshalb nicht. Die Personalstellen würden vom Land finanziert. Eigenmittel aus Eintritt und Verkauf im Museumsladen seien jedoch pandemiebedingt deutlich zurückgegangen.

Zeit für das Projekt "Museum digital"

Auch wenn das Museum im Frühjahr schließen musste und nun im November erneut schließt, gibt es keine Kurzarbeit. "Tatsächlich geht uns die Arbeit nicht aus", erklärt Renz.

So bleibe nun mehr Zeit, um sich zum Beispiel um das Projekt "Museum digital" zu kümmern. Auf der Plattform können Museen weltweit ihre Ausstellungsobjekte präsentieren. Das Uhrenmuseum beteiligt sich. Von den etwa 8000 Objekten im Museum seien aktuell 1210 online sichtbar, verweist Renz auf die Internet-Plattform nat.museum-digital.de. Auf der Homepage des Uhrenmuseums (www.deutsches-uhrenmuseum.de) gebe es einen Link zu diesem Projekt. Ziel sei aber, eine eigene Schnittstelle mit dem Portal anzulegen, so können die Internetnutzer auf der Homepage des Uhrenmuseums bleiben, wenn sie die Ausstellungsobjekte des Uhrenmuseums auf "Museum digital" anschauen wollen.

Virtuellen Museumsbesuchen kommt zwar in Pandemiezeiten besondere Bedeutung zu, dies ist aber ein Thema, das das Uhrenmuseum schon längere Zeit verfolgt. So gibt es bereits seit drei Jahren ein virtuelles Museum. Es richtet sich vor allem an die Besucher vor Ort, die dann mit Hilfe ihres Smartphones viele Informationen zu Ausstellungsobjekten erhalten. Und das nicht nur in Deutsch, sondern auch in Englisch und Französisch. Aber auch von zu Hause aus lässt sich das virtuelle Museum besuchen. Bei der Eingabe von "dufw.mobi" in der Internetmaske, sei es im PC oder dem Handy, kommt der Besucher auf die Startseite und erhält beim Weiterklicken vielerlei Informationen und Bilder zu Ausstellungsobjekten und -themen.

Museum bleibt montags geschlossen

Am anschaulichsten ist natürlich der Besuch vor Ort. So hofft Renz, dass das Deutsche Uhrenmuseum Anfang Dezember wieder öffnen darf. Im Normalbetrieb des Museums sind die vielen Öffnungstage eine Besonderheit, nämlich jeden Tag im Jahr. Coronabedingt blieb das Museum montags jedoch geschlossen. Das gilt ab Dezember vorerst weiter, wenn das Museum voraussichtlich wieder öffnen darf, meint Renz.

Um vor allem die Führungen am Wochenende sicherzustellen, wird auf freie Mitarbeiter gesetzt. So gebe es neben den elf Festangestellten noch einen Stamm von 25 freien Mitarbeitern. Aber es würden derzeit dringend weitere freie Mitarbeiter gesucht, besonders spanisch- und französischsprachige.

Den November nutzt das Museum auch, um Ausstellungsobjekte noch besser zu präsentieren. Bereits seit Mai werden aufgrund der eingeschränkten Führungen die Hauptattraktionen noch häufiger vorgeführt, alle halbe oder ganze Stunde. Dazu gehören auch mechanische Musikinstrumente und eine Automatenuhr mit vielen Figuren.

Mit Projekten fürs neue Jahr ist das Uhrenmuseum jedoch noch zurückhaltend. Das liegt auch daran, weil der bisherige Museumsleiter Eduard Saluz Ende Juli in den Ruhestand ging. Die Ausschreibung der Stelle habe sich pandemiebedingt verzögert und sei erst seit wenigen Tagen nun veröffentlicht, informiert Renz. So wird auch auf der Homepage der Hochschule Furtwangen mit Bewerbungsfrist 22. November zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein Nachfolger auf die Stelle des Leiters des Uhrenmuseums gesucht.

Weichen für neue Leitung sind gestellt

"Wir machen alles startklar für die neue Leitung, die dann entsprechend schalten und walten und neue Weichenstellungen vornehmen kann", so Renz.

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