Mit 34:32 (21:16) gewinnen die Gallier von der Alb gegen den Erstligisten HSG Wetzlar. Damit zieht die Mannschaft von Trainer Matti Flohr in die nächste Runde ein – und das völlig verdient.
Alles war bereitet für den Pokal-Kracher in der „Hölle Süd“. Der HBW Balingen-Weilstetten erwischte einen guten Start und führte mit 3:2 und mit 5:4.
In der 11. Minute bauten die Gallier von der Alb die Führung erstmals durch einen Schnellangriff und einen Treffer von Tobias Heinzelmann auf zwei Tore aus (7:5). Die HSG Wetzlar hielt aber gut dagegen und ließ hin und wieder ihre Klasse aufblitzen. Beim Bundesligisten aus Hessen lief der Motor aber noch nicht rund. Auch Jona Schoch konnte wenig Akzente setzen.
HBW-Trainer Matti Flohr machte es clever und verteilte die Spielanteile, sodass sein Team immer einen Tick aggressiver als der Gegner zu Werke gehen konnte. Auf der Gegenseite monierte Gästetrainer Frank Carstens in einer Auszeit in der 20. Minute: „Wir gehen hier maximal pomadig zu Werke.“ Das sollte sich aber bis zur Halbzeit auch nicht ändern.
Ein starker Ungar im Tor
Auf Balinger Seite glänzte Benedek Nagy mit drei Paraden und peu à peu baute der Außenseiter den Vorsprung auf 15:10 aus. Als dann Max Santos am Kreis den nächsten Ball zielstrebig versenkte, lag der HBW tatsächlich sechs Treffer vorne. Doch Wetzlar antwortete mit drei schnellen Toren zum 16:13.
Das Spiel drohte den Galliern kurz vor der Pause zu entgleiten. Doch wie schon gegen Dresden zeigte die Mannschaft von Matti Flohr Nervenstärke. Durch eine 70-prozentige Angriffsquote stand zur Pause ein 21:16 zu Buche. In den zweiten 30 Minuten entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe. Doch exemplarisch für den Siegeswillen der Gastgeber war eine Flugeinlage von Elias Fügel, der durch seinen Einsatz ein sicheres Tor für Wetzlar verhinderte.
In der 40. Minute führte der HBW mit 26:19 und zog nach einer weiteren Parade von Benedek Nagy und einem Treffer von Tobias Heinzelmann in der 44. Minute auf 28:20 davon.
Wetzlar fand auch in der zweiten Hälfte keinen Zugriff in der Abwehr. Das große Aufbäumen des Erstligisten blieb aus. Dennoch folgte eine dramatische Schlussphase. Fast sechs Minuten blieb der HBW um die 50. Minute ohne eigenen Treffer. Der Vorsprung schmolz auf fünf Tore, ehe der starke Robert Timmermeister die Balinger Fans mit seinem Treffer zum 31:25 erlöste. Wetzlar witterte jetzt noch einmal Morgenluft, doch Csaba Leimeter und erneut Robert Timmermeister erzielten wichtige Treffer zum zwischenzeitlichen 32:28.
Doppeltes Pech
In der 57. Minute fällten die Schiedsrichter eine harte Entscheidung und schickten gleich zwei Balinger für zwei Minuten vom Feld. Die HSG Wetzlar wachte noch einmal auf und kam – von dieser Balinger Unterzahl profitierend – auf 31:33 heran. Es wurde noch einmal wild, doch Elias Huber behielt den Überblick und netzte zum 34:31 in der Schlussminute ein. Damit war die Messe gelesen. Wetzlar traf zwar noch einmal, doch jubeln durfte ein an diesem Tag ganz starker HBW. Die Zuschauer in der „Hölle Süd“ feierten diesen Pokal-Coup frenetisch.