Ein Sieg am Samstag beim HC Rödertal und die Frauen von Frisch Auf Göppingen hätten schon drei Spieltage vor Schluss alle Restzweifel an der Rückkehr in die Handball-Bundesliga beseitigt. Klappt’s – winkt ein prominenter Neuzugang.
2022 und 2023 hatten die Handballerinnen von Frisch Auf Göppingen die Rückkehr in die Bundesliga knapp verpasst. Beide Male scheiterte das Team von Trainer Nico Kiener in den Relegationsspielen, beide Male gegen den BSV Sachsen Zwickau. Dass das diesmal nicht passieren würde, war schon vor Saisonbeginn klar. Denn Relegationsspiele gibt es nach dieser Saison nicht, da die Bundesliga von 14 auf zwölf Teams verkleinert wird. Und es sieht ganz danach aus, dass Frisch Auf zu diesem kleinen, aber feinen Kreis zählen wird.
Sechs Punkte Vorsprung
Ein Sieg der Grün-Weißen (45:7 Punkte) an diesem Samstag (18.30 Uhr/Sporthalle Großröhrsdorf) beim Tabellenzweiten HC Rödertal (39:13 Punkte) und die Zweitliga-Meisterschaft und der Bundesligaaufstieg wären auch rechnerisch perfekt. Selbst ein Unentschieden würde nach menschlichem Ermessen reichen, da die um 68 Treffer bessere Tordifferenz bei dann noch drei ausstehenden Spielen praktisch uneinholbar ist.
„Es war nicht zu erwarten, dass wir schon so früh die Chance bekommen, alles klarzumachen“, sagt Geschäftsführer Claus Mai vor dem Duell beim schärfsten Verfolger, gegen den es in der Hinrunde eine 23:28-Niederlage setzte. Doch das Team hat sich weiterentwickelt. „Wir haben in den vergangenen beiden Spielzeiten Lehrgeld bezahlt. Da hatten wir in entscheidenden Situationen die Nerven nicht im Griff.“ Die klare Handschrift von Coach Kiener (Mai: „Er lebt den Handball mit allen Fasern“), seine Philosophie vom modernen Tempohandball, war damals schon zu erkennen. Jetzt wird dies wohl mit dem Titel belohnt.
Die Zuschauer honorieren die attraktive und erfolgreiche Spielweise. Vor den beiden abschließenden Heimspielen gegen die SG 09 Kirchhof (12. Mai, 16 Uhr) und den HC Leipzig (25. Mai, 17 Uhr) liegt der Schnitt in der EWS-Arena bei 1400 Besuchern. Das bedeutet deutschlandweit Platz zwei. Nur Bundesligist VfL Oldenburg (1650) kommt auf mehr Besucher.
Drei Zugänge sind fix
Bleibt die große Frage, ob das Frisch-Auf-Team sportlich der ersten Liga gewachsen wäre und eine realistische Chance auf den Klassenverbleib hätte. Die Zugänge Celina Meißner (Tor/VfL Waiblingen), Ann Kynast (Rückraum rechts/HSG Blomberg-Lippe) und Lara Däuble (Rechtsaußen/SG Schozach-Bottwartal) dürften nicht reichen. Aber sollte es mit dem Sprung nach oben klappen, sieht es nach Informationen unserer Redaktion sehr gut aus, dass Luisa Schulze Frisch Auf verstärken wird.
Die 33-jährige Ex-Nationalspielerin (132 Länderspiele) würde dem jungen Team mit ihrer Erfahrung im Deckungszentrum und am Kreis sehr guttun. Nach ihrer Zeit bei der SG BBM Bietigheim (2016 bis 2022) spielte die 1,90 Meter große Rechtshänderin bei der Sport-Union Neckarsulm, danach in Metz und ist seit 2023 in Norwegen bei Vipers Kristiansand.
Restprogramm Frisch-Auf-Frauen
Bundesliga
HC Rödertal – Frisch Auf Göppingen (4. Mai, 18.30 Uhr), Frisch Auf – SG 09 Kirchhof (12. Mai, 16 Uhr), ESV Regensburg – Frisch Auf ( 18. Mai, 18.30 Uhr), Frisch Auf – HC Leipzig (25. Mai, 17 Uhr).