Iker Romero (Mi.), der Trainer der SG BBM Bietigheim mit seinen beiden Neuzugängen Filip Baranasic (li.) und Niklas Michalski Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Im dritten Jahr unter Trainer Iker Romero soll der große Wurf gelingen. Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim bekennt sich offen zum Ziel Aufstieg. Wie stehen die Chancen?

Den traditionellen Pflichtspielstart im DHB-Pokal nahm der Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim betont ernst: „Wir trafen 2022 im Achtelfinale auf den THW Kiel, wir wissen also, dass es sich lohnt, in diesem Wettbewerb zu kämpfen“, sagte Geschäftsführer Bastian Spahlinger schon vor dem Erstrundenspiel beim Zweitliga-Aufsteiger EHV Aue, das die SG mit 33:30 (16:18) gewann. Zur Erinnerung: Vor 4018 Zuschauern hatte die SG gegen den deutschen Meister vergangenen Dezember zwar mit 28:35 verloren, aber mit einem beherzten Pokal-Auftritt viele Sympathien gewonnen.

 

Fahrplan sieht Aufstieg vor

Solche Handballfeiertage möchte der Vorjahresvierte von Sommer 2024 an gerne öfter feiern. Deshalb redet die SG mit Blick auf die am 2. September (18 Uhr) mit der Partie bei Eintracht Hagen beginnenden Zweitligasaison erst gar nicht lange drumherum: „Wir sehen uns nicht als Favorit, aber unser Ziel heißt Aufstieg“, sagt Spahlinger. Genau genommen hält er sich mit dieser klaren Aussage nur an den Fahrplan. Als der Club 2021 den früheren Weltklassespieler Iker Romero als Trainer holte und mit einem Vertrag bis 2024 ausstattete, hieß es, dass man in drei Jahren so weit sein möchte, um den Sprung nach oben zu schaffen.

„Einer unserer größten Trümpfe ist, dass wir eingespielt sind, das System von Iker verinnerlicht haben, die Automatismen greifen“, erklärte Spahlinger. Der Stamm der Mannschaft blieb komplett zusammen, mit Torwart Filip Baranasic (HBW Balingen-Weilstetten) und Rechtsaußen Niklas Michalski (Rhein-Neckar Löwen) müssen nur zwei Neuzugänge integriert werden. „Auch ihnen wird Iker sein ihm eigenes Siegergen einimpfen, das macht er mit jedem Spieler, jeden Tag“, erzählt der Geschäftsführer mit einem Schmunzeln. Ob das am Ende reichen wird?

Erstmals mit nur 18 Teams

Leicht wird es sicher nicht. Spahlinger sieht die zweite Liga, die erstmals seit 2011 mit nur 18 Teams startet, als „viertstärkste Spielklasse der Welt“ , hinter den ersten Ligen in Deutschland, Frankreich und Dänemark. Spanien nennt er wegen der geringen Breite nicht, zu souverän gewann die SG zuletzt beim Turnier in Benidorm gegen den spanischen Erstligisten Fertiberia Puerto Sagunto (33:25) und BM Benidorm (27:20).

Stärker sind da schon die Absteiger GWD Minden und ASV Hamm-Westfalen einzuschätzen. Sie wollen ganz vorne mitmischen, genauso wie der Tus N-Lübbecke, die HSG Nordhorn-Lingen, Eintracht Hagen, der HC Elbflorenz Dresden oder der Dessau-Roßlauer HV. Aufsteiger Tus Vinnhorst mit Trainer Davor Dominikovic, dem kroatischen Olympiasieger von 2004, zum Überraschungsteam werden. Genauso der TV Großwallstadt mit Coach Michael Roth, der in der Vorbereitung Frisch Auf Göppingen besiegte.

Bleibt Romero über 2024 hinaus?

Bleibt die Frage, wie die Perspektiven der SG BBM über die Saison hinaus aussehen. Der Verein ist bereits in Gesprächen mit Romero. „Iker will in die erste Liga, am liebsten mit uns. Ich bin sehr optimistisch, dass er bleiben wird“, sagt Spahlinger. In dem intensiven Austausch mit dem 43-Jährigen gehe es auch darum, „dass wir im Fall eines Aufstiegs auch reelle Chancen haben, drin zu bleiben“.

2014 und 2018 waren die Bietigheimer schon einmal in Bundesliga aufgestiegen, jeweils nach einer Saison war das Gastspiel wieder beendet. „Wir haben uns seitdem Schritt für Schritt weiterentwickelt, unser Sponsorennetzwerk ausgebaut. Aber wir werden nicht den Weg mit internationalen Stars gehen, sondern wollen den Fokus auf Spieler aus der Region und dem eigenen Nachwuchs legen“, betont der Geschäftsführer, der mit seiner SG zwei Drittel der Heimspiele in der Egetrans-Arena austragen wird, die restlichen in der Sporthalle am Viadukt. In allen Arenen künftig Pflicht: Der einheitliche blaue Hallenboden und eine 60 Meter lange LED-Bande. Was die zunehmende Professionalisierung des Unterhauses unterstreicht.