Die alte Schutzhütte ist sanierungsbedürftig. Ausblick auf den See soll eine neue Plattform bieten. Foto: Gemeinde Seewald

Holz passt zwar in die Region, doch bei der geplanten Aussichtsplattform am See wünscht sich der Gemeinderat in Seewald einen Baustoff, der länger hält und weniger Pflege braucht.

Die Leiterin der Seewald Touristik, Hannah Winz, stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Planungen für eine Aussichtsplattform am See und die Sanierung der Schutzhütte vor und ging auf die Projektinhalte ein.

 

„Wir finden, dass dies ein Projekt mit Zukunftsaussichten ist, denn die Nagoldtalsperre ist ein beliebtes Ausflugsziel und hat viel touristisches Potenzial“, sagte sie.

Insgesamt habe man wenige schöne Aufenthaltsplätze mit ausreichend Sitzmöglichkeiten am See, umso wichtiger sei es, die Aufenthaltsqualität in bestimmten Bereichen zu steigern.

Projekt mit Berufsschule

„Die am geplanten Standort bestehende Schutzhütte ist reparatur- und sanierungsbedürftig, daher möchten wir möglichst schnell mit der Maßnahme beginnen“, erklärte Winz. Im Rahmen eines ehrenamtlichen Projekts in Kooperation mit der Berufsschule Freudenstadt soll die Hütte abgerissen und neu errichtet werden. Durch den Neubau könne die Hütte strukturell neu gedacht und optimal an die künftige Nutzung angepasst werden, so Winz, zudem komme auch durch das Azubi-Projekt ein sozialer Mehrwert zum Tragen.

Als weiteres attraktives Element an der Nagoldtalsperre sei die Errichtung einer Holzplattform geplant, die als Treff- und Aussichtspunkt dienen soll. Auch kleinere Veranstaltungen könnten dort stattfinden, etwa Yoga-Kurse, Lesungen oder Konzerte. „Die Gemeinde Seewald ist Eigentümer der betreffenden Grundstücke, und die ersten Gespräche mit dem Naturschutz und dem Forst haben eine sehr positive Rückmeldung gebracht“, so die Touristik-Leiterin. Die naturschutzrechtliche Genehmigung fehle noch, befinde sich aber im finalen Verfahren.

„Wir planen, das benötigte Holz aus dem heimischen Gemeindewald zu nutzen und möchten örtliche Holzbaufirmen am Projekt beteiligen“, so Winz weiter. Die Umsetzung des Gesamtvorhabens soll in zwei Bauabschnitten erfolgen. Nach der Neuerrichtung der Schutzhütte sei der Bau der Aussichtsplattform geplant.

Entsprechende Förderanträge für die Plattform müssen noch bei der Leader-Aktionsgruppe eingereicht werden. Die Kosten für die Aussichtsplattform würden bei rund 20.000 Euro liegen, bei einer Förderzusage von Leader könnten rund 60 Prozent der Kosten übernommen werden, so dass der Gemeindeanteil bei rund 8000 Euro liegen würde. „Die Plattform könnte für standesamtliche Trauungen genutzt werden, so dass auch jährliche Einnahmen als Refinanzierung dienen können“, so Winz.

Holz-Fan ausnahmsweise gegen Holz

Gemeinderat Karl Lutz (Vereinigter Seewald) stimmte dem Projekt grundsätzlich zu, hatte aber größte Bedenken beim Baustoff Holz. „Das muss gepflegt werden und ist nur begrenzt haltbar, hier gibt es doch andere Möglichkeiten wie zum Beispiel Sandstein“, sagte er.

So sah es auch Jochen Bier. Er warnte vor hohen jährlichen Kosten für die Instandhaltung der Plattform und sprach von mindestens 5000 Euro pro Jahr. „Wir haben die Haftung im öffentlichen Bereich, und die Unterhaltung kostet uns viel Geld. Auch wenn ich Holz-Fan bin, sollten wir hier andere Baustoffe verwenden, die auch naturnah sind“, so Bier.

Bürgermeister Dominic Damrath äußerte Bedenken, ob ein anderer Baustoff genehmigt werde. Gespräche mit Fachfirmen hätten keine Argumente gegen die Ausführung in Holz gebracht. „Ich befürchte, wenn wir nicht in Holz bauen, wird das Projekt nicht umgesetzt. Wir können aber gerne nochmals die Gespräche aufnehmen“, sagte Damrath.

Ursula Wolf (Frauenliste) wies auf die Feuchtigkeit am geplanten Standort hin. Sie befürchte eine gewisse Rutschgefahr bei Holz.

Einstimmig wurde der Neubau der Schutzhütte in Kooperation mit der Berufsschule beschlossen, der Bau der Aussichtsplattform wurde zunächst vertagt, um weitere Gespräche über die Verwendung eines möglichen anderen Baustoffs außer Holz zu führen.