Während die Defensive des SC Freiburg gegen Leipzig in ungewohnter Konstellation lange Zeit gut stand, ging nach vorne über die gesamte Spieldauer über fast gar nichts.
16 Spiele in der Bundesliga, sechs in der Europa League und drei im DFB-Pokal hatte Matthias Ginter in dieser Saison über die volle Distanz absolviert. Dann kam die Auswärtspartie des SC Freiburg in Leipzig – und mit ihr die große Überraschung beim Blick auf die Startaufstellung. Denn Ginter fehlte gänzlich im Kader, ein Infekt bremste den Freiburger Abwehrboss kurzfristig aus.
Und so kam Bruno Ogbus etwas überraschend zu seinem allerersten Bundesliga-Einsatz in dieser Saison. Denn eigentlich steht im Raum, dass der 20-jährige Innenverteidiger noch im Wintertransferfenster verliehen wird, um Spielpraxis zu sammeln. Unter anderem der 1. FC Kaiserslautern aus der zweiten Bundesliga hat dem Vernehmen nach Interesse.
Am Mittwochabend jedoch wurde Ogbus noch bei seinem Stammverein dringend gebraucht. Denn neben Ginter musste Trainer Julian Schuster auch auf Philipp Lienhart (Bauchmuskelverletzung) verzichten und damit seine Innenverteidigung komplett umbauen. Und, so viel sei gesagt, an der ungewohnten Abwehrkonstellation mit Ogbus und Routinier Anthony Jung lag es nicht, dass der SC Freiburg gegen Leipzig am Ende mit 0:2 verlor.
21:3 Torschüssen sprechen eine deutliche Sprache
Vor allem in Durchgang eins hielt die Gäste-Defensive dicht, auch Ogbus war mehrfach auf dem Posten. „Wir haben ordentlich in die Partie gefunden, defensiv wenig zugelassen und hatten gute Balleroberungen“, sagte Schuster nach der Partie. Vorwerfen lassen müsse man sich jedoch, dass eben diese Ballgewinne nicht genutzt wurden, um gefährlich zu werden. Ein Problem, das sich über die gesamten 90 Minuten hinwegzog – das Torschussverhältnis 21:3 zu Gunsten der Leipziger spricht eine deutliche Sprache.
Zwei Standard-Situationen bringen Leipzig auf die Gewinnerstraße
Und dennoch brauchten die Leipziger zu Beginn des zweiten Durchgangs zwei Standard-Situationen (53. und 56.) innerhalb weniger Minuten, um dem Spiel die entscheidende Wende zu geben. Zweimal kamen RB-Spieler sehr frei zum Kopfball.
Auch deshalb, weil mit Ginter und Lienhart die zwei Stamm-Innenverteidiger fehlten? „Klar, mit Matze ist es ein bisschen Größe, die verloren geht. Aber an dem würde ich es nicht festmachen. Ich glaube, sie machen es in dem Moment auch einfach gut“, sagt Kapitän Christian Günter nach dem Spiel am Sky-Mikro.
Christian Günter: „Gerade heute tut es natürlich extrem weh“
Und in der Tat: Die Freistoßflanke von David Raum auf Willi Orbans Kopf war punktgenau und schwer zu verteidigen. „Der Ball kommt einfach gut“, bestätigte Maximilian Eggestein, der in dieser Situation gegen Orban verteidigte und eigentlich nah am Mann war. Gegen den kopfballstarken Innenverteidiger der Leipziger reichte das jedoch nicht.
Weil wenig später auch Rômulo nach einem Standard richtig stand und den Abpraller aus kurzer Distanz verwertete, war die Partie früh vorentschieden. „Das sind Tore, die man dann schlussendlich kriegen kann, aber gerade heute tut es natürlich extrem weh“, ärgerte sich Günter. Denn danach war der Widerstand der Freiburger gebrochen, offensiv fand nur noch Leipzig statt – blieb aber ohne weiteren Treffer. „Wichtig ist, dass wir uns dann auch nach dem 2:0 gefangen haben und uns nicht abschlachten lassen haben“, so Günter.
Seit 13 Spielen kein Sieg mehr gegen RB Leipzig
Mehr als das war jedoch am Mittwochabend für offensiv sehr harmlose Freiburger nicht drin. Einen Vorwurf an die Kollegen im Angriff, die am Mittwochabend einmal mehr vor allem als Anläufer auch defensiv gefordert waren, wollte Günter dabei explizit nicht formulieren. „Was die leisten mussten“, sagte er mit Blick auf das hohe Laufpensum. „Dann noch die Ruhe am Ball zu haben, das ist schon viel verlangt.“
So oder so: Auf den ersten Sieg in Leipzig muss der Sport-Club auch nach dem elften Auswärtsspiel in Sachsen noch warten. Insgesamt wartet der SC nun bereits seit 13 Spielen auf einen Sieg gegen RB.