Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut trägt sich bei der Preisverleihung an Labexchange ins Goldene Buch der Stadt Burladingen ein. Hinter ihr: Geschäftsführer Dr. Wolfgang Kuster, daneben Bürgermeister Davide Licht (mit Amtskette) und Mit-Geschäftsführer Maximilian Kuster (rechts). Foto: Matthias Badura

Auf der Alb herrscht Unternehmergeist. Das Unternehmen „Labexchange – Die Laborgeräte GmbH“ bekam den „Schwarzen Löwen“ und den deutschen Nachhaltigkeitspreis.

Zwei Preise wurden Labexchange vor Kurzem zuerkannt: Der Landeswirtschaftspreis „Schwarzer Löwe“ im Bereich Nachhaltigkeit und der Deutsche Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Investitionsgüter/Großhandel.

 

Das wurde am vergangenen Wochenende im Firmensitz in Hausen gefeiert. Unter den zahlreichen Gästen: Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, Andreas Glück, Mitglied des Europäischen Parlaments, Manuel Hailfinger, Landtagsabgeordneter der CDU, die Bürgermeister Davide Licht aus Burladingen und Oliver Simmendinger aus Jungingen; Hausens Ortsvorsteherin Corinna Egle und Matthias Miklautz, Leiter der Industrie- und Handelskammer-Geschäftsstelle Zollernalbkreis.

Kusters Dank geht an die Belegschaft

Ganz besonders begrüßte Geschäftsführer Dr. Wolfgang Kuster seine Firmenmitarbeiter. „Ohne sie hätten wir keinen dieser Preise entgegennehmen können“, so Kuster.

In seiner Eröffnungsrede gestand er, bei der Verleihung des Nachhaltigkeitspreises in Düsseldorf habe er sich in Gegenwart der Vertreter von weltberühmten Firmen zunächst nicht ganz wohl gefühlt. Sinngemäß: „Gehören wir als mittelständischer Betrieb überhaupt in diese Liga?“

Der Geschäftsführer erinnerte sich an die Anfänge seines Betriebes vor 36 Jahren, als selbst gute Bekannte den Kopf schüttelten: „Jetzt fängt der Kuster an, mit Schrott zu handeln.“ Doch in seinem Unternehmen habe man gespürt, „dass der Markt auf uns gewartet hat.“

Nachhaltigkeit?: Damals kaum ein Thema

Begriffe wie Klimawandel, Ressourcenschonung oder verlängerte Wertschöpfung seien damals noch kaum ein Thema gewesen. „Aber wir haben immer mehr erkannt, dass wir der Umwelt etwas Gutes tun, weil wir den Lebenszyklus von Laborgeräten verlängern, indem wir für den Anbieter eines gebrauchten Gerätes einen Kunden finden, der es mit unseren Funktionsgarantien weiterverwendet.“

Labexchange ist heute auf ihrem Gebiet Weltmarktführer. Kliniken oder Forschungsinstitute – das gilt auch für deutsche – können hier Geräte erwerben, die sie sich andernfalls nicht leisten könnten. Zugleich verfolgt die Labexchange ihre Ziele immer weiter. Sie entwickelt aktuell ein Zertifikatsmodell, das Käufern von gebrauchten Geräten und Herstellern ein Mittel in die Hand gibt, den CO₂-Ausstoß zu senken.

Die Zuhörer – sofern sie nicht schon alle davon überzeugt waren – gaben Kuster abschließend recht, dass sein Betrieb höchst verdient in den Kreis derer gehört, die den Nachhaltigkeitspreis verdient haben.

Aus einfachen Gedanken werden Ideen mit Zukunft

Hoffmeister-Kraut formulierte in ihrer Laudatio: „Manchmal entstehen die besten Zukunftsideen aus einem einfachen Gedanken: Dinge weiterzudenken, statt sie wegzuwerfen.“ Genau dafür stehe Labexchange.

Der deutsche Nachhaltigkeitspreis sei nicht „irgendeine Ehrung“, fuhr sie fort, er würdige vielmehr Betriebe, „die Nachhaltigkeit nicht nur postulieren, sondern sie konsequent in ihr unternehmerisches Handeln integrieren.“ Es sei, betonte die Ministerin, eine der bedeutendsten Auszeichnungen, wenn nicht die Auszeichnung, in diesem Bereich in Europa. Genauso stehe der „Schwarze Löwe“ für Innovationskraft, gesellschaftliche Verantwortung und nachhaltiges Unternehmertum.

„Sie haben mit Labexchange etwas erreicht, das viele Unternehmen erst seit wenigen Jahren ernsthaft anstreben. Nachhaltigkeit ist bei Ihnen kein Trend, sondern integraler Bestandteil des Geschäftsmodells“,lobte die Ministerin.

Potenzial der Wiederverwendung früh erkannt

Schon vor mehr als 35 Jahren hätte Wolfgang Kuster das enorme Potenzial der Wiederverwendung hochwertiger Laborgeräte erkannt. Während andernorts funktionstüchtige Geräte entsorgt worden seien, habe er einen Zweitmarkt geschaffen. „Und das lange, bevor ein Begriff wie Ressourceneffizienz in aller Munde war“, so Hoffmeister-Kraut.

Labexange zeige eindrucksvoll, dass sich Ressourcenschonung, CO₂-Reduktion, wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbinden ließen. Das sei Nachhaltigkeit in ihrer besten Form: ökologisch sinnvoll, ökonomisch tragfähig und gesellschaftlich wertvoll.

Damit sprach die Laudatorin zugleich das soziale Engagement der Familie an, die mit der Gründung der Labexchange Foundation und der Wolfgang-Kuster-Stiftung medizinische Projekte im globalen Süden, aber auch Projekte vor Ort fördert.

Ministerin: „Es braucht mutige Unternehmer“

In Zeiten globaler Herausforderungen brauche das Land Unternehmer, die mutig vorangehen. Labexchange stärke die Region, schaffe Arbeitsplätze, setze Impulse für die Branche und zeige, wie Kreislaufwirtschaft gelingen könne. Mit einem „Herzlichen Glückwunsch“ schloss die Ministerin ihre Rede. Weitere Gratulationen sprachen Andreas Glück und Matthias Miklautz aus. Bürgermeister Davide Licht nannte Labexchange in seiner Rede ein „Aushängeschild“ für die Stadt und die Region als Wirtschaftsstandort. Zugleich bedankte er sich für das gesellschaftliche Engagement der Kusters.

Lieder über die Wegwerfgesellschaft

Die Schlussansprache hielt Maximilian Kuster, Mit-Geschäftsführer und in geraumer Zeit Chef des Unternehmens. Er dankte Rednern, Gästen und Partnern und versprach, man werde den eingeschlagenen Weg weitergehen.

Am Ende trat nochmals die aus Hausen stammende Liedermacherin Elena Seeger auf. Sie hatte die Feier mit augenzwinkernden Songs, unter anderem zum Thema Wegwerfgesellschaft begleitet.