Zimmern und Flözlingen haben eine neue Pfarrerin. Anja Forberg wurde beim Fusionsgottesdienst in der „Arche“ in Zimmern feierlich begrüßt. Annegret Künstel verdeutlichte die Notwendigkeit neuer Strukturen.
Die beiden evangelischen Kirchengemeinden Flözlingen-Zimmern und Rottweil haben sich zum Jahreswechsel zusammengeschlossen. Pfarrerin Anja Forberg wird künftig die Aufgaben auf der Pfarrstelle Rottweil West-Flözlingen versehen.
Im Fusionsgottesdienst in der „Arche“ wurde sie feierlich begrüßt. „Uns geht heute das Herz auf, denn wir freuen uns über Pfarrerin Anja Forberg, die auf die Stelle Rottweil West-Flözlingen wechselt, und die wir heute auf diese Stelle offiziell einführen dürfen“, hieß Pfarrerin Annegret Künstel ihre Kollegin willkommen.
Viele Veränderungen
„Ich freue mich sehr, heute hier zu sein, als Pfarrerin einer neuen Pfarrstelle“, sagte Anja Forberg. Im Jahr 2023 sei sie in Rottweil willkommen geheißen worden, doch seither habe sich „viel rasant verändert“, wie sie betonte und verwies damit auf den Pfarrplan 2030, der es notwendig mache, neue Strukturen zu schaffen.
Elternzeit bis Oktober
Momentan ist die 31-jährige Anja Forberg, die mit ihrem Mann und ihrer fünfjährigen Tochter im Pfarrhaus in Bühlingen wohnt, in Elternzeit. Bis Oktober. Vertreten wird sie bis dahin von Pfarrer Alexander Köhrer.
Kein Spagat
Wichtig sei ihr der interreligiöse Austausch und der Blick über den Tellerrand hinaus. „Wir feiern mit der Fusion den Beginn von etwas Neuem, das Zusammenwachsen der beiden Kirchengemeinden“, sagte sie und ergänzte, dass sie sich gemeinsam mit den Gemeindemitgliedern als Teil des Prozesses sehe. „Nicht im Spagat, mit einem Bein in Flözlingen und dem anderen in Rottweil, sondern mit beiden Beinen fest auf dem Boden der neuen Kirchengemeinde“, so Forberg.
In ihrer Predigt ging Annegret Künstel auf die Gemeinde ein, die sie mit einem Schiff verglich, das auf dem Meer unterwegs sei, mal in ruhigen Gewässern, mal in stürmischer See. Die Frage sei, wohin das Schiff der Kirche steuere.
Predigt betont Realität
„Die Kirche wird kleiner, das wissen wir. Für Menschen ist es nicht mehr selbstverständlich, ihr Kind taufen zu lassen oder es in den Religionsunterricht zu schicken. Die Menschen ‚brauchen‘ die Kirche nicht mehr, sagen sie“, bedauerte sie. Kirche sei nicht mehr selbstverständlich, und deswegen sei auch die Veränderung der Strukturen unausweichlich.
„Die Strukturen müssen die Realität widerspiegeln. Einerseits die Realität, dass die Kirche kleiner wird, und andererseits die Realität, was für Pfarrerinnen und Pfarrer noch leistbar ist“, betonte sie und fügte an, dass dies manche Veränderung mit sich bringe und bedeute, Gewohntes aufzugeben. Doch gerade hier dürfe man den Mut nicht verlieren.
Die Pfarrstelle sei eine große Chance. „Sie verbindet in ihrer Struktur die beiden ehemaligen Gemeinden. Nun ist endgültig klar: Wir können nicht mehr alleine. Wir sind zusammengespannt, und das ist gut so. Es macht mir Mut in diesem großen Meer von Umstrukturierungen, Kürzungen und Verkleinerungen, dass wir heute Pfarrerin Forberg in ihren Dienst als Pfarrerin von Rottweil West-Flözlingen einsetzen dürfen“, schloss Annegret Künstel ihre Predigt.
Im Anschluss hatte die Gemeinde noch die Gelegenheit, mit Anja Forberg ins Gespräch zu kommen.