Die Debatte um ein generelles Tempolimit auf der Autobahn wird seit Jahren geführt. (Symbolfoto) Foto: Heidepriem

Braucht es ein 130er-Tempolimit auf deutschen Autobahnen – also auch auf der A 81 hier in der Region? Das haben sich unsere Onlineredakteure Robin Heidepriem und Natascha Hengstler gefragt. Sie vertreten ganz unterschiedliche Meinungen.

Sollte hierzulande auf den Autobahnen ein Tempolimit – etwa von 130 Kilometern pro Stunde – eingeführt werden? Diese Frage beschäftigt die Deutschen bereits seit vielen Jahren - war auch Thema bei der Europawahl. Wer im Bekanntenkreis darüber spricht, merkt: Die Debatte trifft bei vielen einen Nerv.

 

Auch in unserer Redaktion gehen die Meinungen auseinander. Natascha Hengstler meint: Gegen ein Tempolimit spricht nichts, auch nicht ihr eigener Fahrstil. Robin Heidepriem kontert, dass Tempo 130 zu niedrig angesetzt ist und fordert mehr Verständnis füreinander in der Debatte.

Pro: Die Argumente sprechen für sich

Verkehrssicherheit, Klimaschutz, Kostensparen - vieles spricht für Tempo 130 auf der Autobahn. Außer, dass es manchen Menschen Spaß macht, schneller zu fahren, fällt mir kein echtes Argument gegen ein Tempolimit ein. Und - verstehen Sie mich nicht falsch - auch ich fahre gerne mal schneller als 130. Auch ich habe als Teenager Schnaps getrunken und mal einen Joint geraucht - obwohl beides damals für mich nicht erlaubt war. Aber es ist doch Aufgabe der Politik, unserer Gesellschaft gut begründete Regeln aufzuerlegen. Und ein Tempolimit ist gut begründet - genauso, wie es die Jugendschutz-Regeln für Drogen sind. Die Politik steckt uns geeignete Grenzen: Wie wir damit umgehen, ist jedem selbst überlassen. Manche Fahrer werden die Grenzen eines Tempolimits überschreiten. Andere werden drohende Strafen jedoch sicher zum Anlass nehmen, ihren Fahrstil anzupassen. Davon profitieren wiederum die Umwelt, andere Fahrer und der eigene Geldbeutel. Natascha Hengstler

Kontra: Immer nur schwarz-weiß

Dass wir der Umwelt zuliebe auf Extreme verzichten müssen, ist klar. Warum aber komplett runter auf 130 Kilometer pro Stunde? Wo bleiben die Grautöne, der Spielraum? Ja, jeder hat seine Reisegeschwindigkeit, bei der er sich wohlfühlt. Bei mir liegt die bei Tempo 160 bis 180 - je nach Verkehrslage, Sicherheitsempfinden und Akkuladestand. Bei 120 im Ausland schaut man aber doch mehr auf die Umgebung, als auf die Straße - sicheres Fahren ist das nicht. Vorschlag zur Güte: Tempolimit 200, was weiter den Status des Autobahnlandes verteidigt, gleichzeitig aber verrückten Rekordjägern mit ihren 417 km/h einen Riegel vorschiebt. Dazu mehr digitale Schilder mit dynamischen Tempolimits - um besser vor Gefahren und Stauenden zu warnen. Es ist eben nicht so einfach, in der Debatte alle - von den Rechtsfahr-Schnarchnasen bis zum notorischen Linke-Spur-Box(st)er - abzuholen. Lasst es uns mit einem Mittelmaß versuchen und aufeinander Rücksicht nehmen, egal wie schnell der andere fahren möchte. Robin Heidepriem