Alles dreht sich um den Volleyball: Leilani Slacanin und Marie Steinhilber (re.) sind die derzeit größten Talente bei Allianz MTV Stuttgart. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Die Nachwuchsvolleyballerinnen Marie Steinhilber (17) und Leilani Slacanin (15) haben in der Vorbereitung bei Allianz MTV Stuttgart voll eingeschlagen. Kommen sie bereits diese Saison zu ersten Bundesliga-Einsätzen?

Das neue Team von Triple-Sieger Allianz MTV Stuttgart, das ist ziemlich sicher, wird auch diese Saison stark genug sein, um in der deutschen Spitze mitzumischen. Folglich wird es viele Siege geben, eventuell weitere Titel – und irgendwann die altbekannten Diskussionen.

 

Denn im Kader des Bundesligisten steht in Antonia Stautz nur noch eine deutsche Spielerin, keine der 13 Profi-Volleyballerinnen kommt aus dem eigenen Nachwuchs. An die Debatten, die daraus regelmäßig entstehen, hat sich Kim Renkema gewöhnt. Mehr Unbehagen bereitet der MTV-Sportdirektorin der Blick auf die Qualität der Talente in Deutschland und deren oft stagnierende Entwicklung. Weshalb der Meister seit dieser Saison die Förderung der Jugendspielerinnen des Bundesstützpunktes Stuttgart übernommen und dessen Zweitliga-Team eng an sich gebunden hat. Mut macht, dass dieses Engagement nun womöglich viel schneller Früchte trägt, als es sich die Beteiligten erhofft hatten.

Das liegt an zwei Namen: Leilani Slacanin (15) und Marie Steinhilber (17). „Wir wussten um deren Qualität“, sagt Kim Renkema, „aber wir wussten nicht, dass sie in so kurzer Zeit so große Fortschritte machen würden.“

Erste Bundesliga-Einsätze sind möglich

Als bei Allianz MTV Stuttgart Anfang August die Vorbereitung begann, weilte die Hälfte des Kaders bei den Olympischen Spielen oder Lehrgängen ihrer Nationalteams. Also wurden sechs Nachwuchskräfte aus dem Bundesstützpunkt zu den Einheiten eingeladen – als Zeichen der Wertschätzung, um die nun engere Verbindung zu dokumentieren, aber auch, um sinnvoll trainieren zu können. Profitiert haben davon alle. „Die Talente“, sagt Renkema, „haben einen tollen Eindruck gemacht“. Zwei dürfen bleiben.

Leilani Slacanin und Marie Steinhilber erhalten ein Doppelspielrecht, könnten also schon in der Ende September beginnenden Saison erstmals in der Bundesliga zum Einsatz kommen – neben ihren Spielen mit dem Bundesstützpunkt-Team in der zweiten Liga. „Bis dahin ist es zwar noch ein hartes Stück Arbeit“, sagt Trainer Konstantin Bitter über die U-18-Nationalspielerinnen, „doch beide haben das Zeug, ein Teil der Zukunft von Allianz MTV Stuttgart zu sein.“

Kim Renkema ist beeindruckt vom Talent der Außenangreiferin

Leilani Slacanin ist Außenangreiferin, sie kam vor einem Jahr aus Dortmund nach Stuttgart. Ihr Vater Drazen war EM-Siebter im Beachvolleyball, ihre Mutter noch erfolgreicher: Tonja „Teee“ Williams holte mit dem US-Nationalteam Bronze bei den Olympischen Spielen 1992 und der WM 1990 sowie mit dem USC Münster 2004 das Double. Nun träumt ihre Tochter von einer ähnlich großen Karriere. „Ich will zu den Olympischen Spielen“, sagt Leilani Slacanin, die das Training mit dem Stuttgarter Bundesliga-Team genießt: „Es ist richtig geil. Das Niveau ist enorm hoch und gibt einem die Chance, schnell viel besser zu werden.“

Noch hat Leilani Slacanin zwei Optionen: Sie spielt nicht nur in der Halle groß auf, sondern auch im Sand – spätestens Ende 2025 will sie entscheiden, auf welchen Untergrund sie sich fokussiert. Kim Renkema wird sie nicht beeinflussen, ihr aber sehr wohl Perspektiven aufzeigen: „In der Halle hat sie eine große Zukunft, schon jetzt melden sich Berater aus der ganzen Welt. Ein Talent wie sie habe ich den letzten zehn Jahren in Deutschland nicht gesehen.“

Ziel ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen

Am liebsten würde die MTV-Sportchefin Leilani Slacanin schon heute mit einem langfristigen Profivertrag ausstatten, und Marie Steinhilber („Sie ist sehr klar im Kopf, kann sich sehr schnell anpassen“) bescheinigt sie ein ähnliches Potenzial – doch zuerst gilt es, das Abitur zu machen. Die Mittelblockerin aus Ammerbuch ist schon das vierte Jahr am Bundesstützpunkt, auch ihr großes Ziel ist die Teilnahme an Olympischen Spielen: „Es wäre aber auch eine richtig coole Erfahrung, bereits nächste Saison in Stuttgart ein Bundesliga-Spiel machen zu können.“

Das ist alles andere als ausgeschlossen. Die beiden Talente werden weiterhin regelmäßig im Team von Konstantin Bitter trainieren, um ihre Entwicklung zu forcieren, für die Zukunft sind sie beim MTV fest eingeplant. „Selbstverständlich müssen sie noch viele Schritte gehen und auch harte Momente überstehen“, sagt der Coach, „klar ist jedoch, dass sie beste Voraussetzungen haben, um es ganz nach oben schaffen zu können.“

Vorbereitungsturnier in Stuttgart

Freitag
Vier Teams nehmen am Vorbereitungsturnier des Volleyball-Bundesligisten Allianz MTV Stuttgart teil: An diesem Freitag trifft zunächst der VC Wiesbaden auf den Triple-Sieger Viteos NUC aus Neuchatel/Schweiz. Danach spielen die Gastgeberinnen gegen den VfB Suhl. Beide Partien finden ohne Zuschauer statt.

Samstag
Zu den Finalduellen sind die Fans dann zugelassen. Am Samstag gibt es ab 15 Uhr das Spiel um Platz drei, ab 17.30 Uhr stehen sich im Endspiel die beiden Sieger-Teams vom Freitag gegenüber.