Frank Bonath oder Christoph Keckeisen? Einer von beiden wird der neue Rottweiler Landrat und damit Wolf-Rüdiger Michel beerben. Jetzt gibt es Genaueres zum Wahlablauf.
Es bleibt bei den beiden bereits bekannten Kandidaten: Das hat der Ausschuss zur Vorbereitung der Landratswahl am Montag beschlossen. Außerdem gab es Genaueres zum Ablauf der Wahl zu erfahren. Weil von einem großen Interesse der Bevölkerung ausgegangen wird, zieht das Kreistagsgremium für die Sitzung am 23. März 2026 um.
Seit das Landratsamt-Gelände eine Baustelle ist, tagen der Kreistag und seine Ausschüsse eigentlich im Großen Saal des Berufsschulzentrums Rottweil in der Heerstraße. Die öffentliche Kreistagssitzung, in der der Landrat gewählt wird, soll jedoch in der Rottweiler Stadthalle stattfinden, um genügend Platz für Interessierte zu bieten.
Keine weiteren Kandidaten nötig
Zur Wahl stehen der Diplom-Volkswirt Frank Bonath (MdL) aus Villingen-Schwenningen und der Erste Landesbeamte im Bodenseekreis, Christoph Keckeisen, Jurist aus Immenstaad am Bodensee. Ein weiterer Bewerber habe seine Bewerbung am 20. November zurückgezogen, hieß es in der Sitzung des besonderen beschließenden Ausschusses.
Liegen weniger als drei geeignete Bewerbungen vor, wäre laut Landkreisordnung grundsätzlich eine erneute Ausschreibung der Stelle nötig – außer der Ausschuss verzichtet eben wie in diesem Fall auf eine Neuausschreibung und auf die Benennung weiterer Bewerber. Als geeignet gelten Kandidaten demnach, wenn sie die Wählbarkeitsvoraussetzungen erfüllen und über die nötige fachliche Befähigung und Führungserfahrung verfügen.
Bonath und Keckeisen erfüllen diese Kriterien aus Sicht des Ausschusses, weswegen ihre Bewerbungen nun dem Innenministerium vorgelegt werden.
Öffentliche Sitzung, aber geheime Wahl
Die Wahl am 23. März findet zwar in öffentlicher Sitzung statt, die Kreisräte wählen jedoch geheim. Zuvor stellen sich die Kandidaten einzeln vor – der jeweils andere verlässt währenddessen den Sitzungsraum.
FDP-Kreisrat Dieter Kleinmann regte an, den Bewerbern mehr als maximal 15 Minuten Redezeit zuzugestehen. „20 Minuten sollten das Minimum sein“, fand er im Hinblick auf die vielen Felder, die ein Landrat zu „beackern“ habe.
CDU-Kreisrat Marcus Türk, Vorsitzender dieses Ausschusses, meinte, ihm sei lieber, der künftige Landrat bringe die Dinge auf den Punkt. Fraktionskollege Christian Ruf pflichtete ihm bei: Alles Wichtige in 15 Minuten zusammenzufassen sei die größere Leistung.
Maximal drei Wahlgänge
Nach der persönlichen Vorstellung können die Kreisräte Fragen stellen, ehe sie zur Stimmabgabe in die Wahlkabinen gerufen werden. Ausgezählt werden die Stimmen von Landrat Wolf-Rüdiger Michel und Vertretern aller Kreistags-Fraktionen.
Um die Wahl zu gewinnen, muss ein Kandidat mehr als die Hälfte der Stimmen aller Mitglieder des Kreistags (24) auf sich vereinen. Wird die Mehrheit nicht erreicht, finden ein zweiter Wahlgang und bei Bedarf auch ein dritter Wahlgang – dann würde eine einfache Mehrheit reichen – statt. Danach würde bei Stimmengleichheit das Los entscheiden.
Nach Bekanntgabe des Ergebnisses kann der gewählte Landrat noch einige Worte sagen, ehe die Sitzung mit einem Stehempfang ausklingt.