Für das brachliegende Areal in der Sturmbühlstraße in Schwenningen liegen nun Pläne für eine neue Bebauung vor. Foto: Marc Eich

Nachdem erste Neubaupläne scheiterten, legt die Wohnungsbaugesellschaft VS ein neues Konzept für die Bebauung in der Sturmbühlstraße vor – inklusive eines Parkhauses. Auch in der Schubertstraße und Schlesische Straße gibt es große Pläne.

Das ist ein positives Zeichen in einer Zeit, in der die Bauprojekte – insbesondere im Wohnbausektor – rar sind: In Schwenningen sollen 200 neue Wohneinheiten entstehen. Der Technische Ausschuss soll darüber in seiner Sitzung am kommenden Dienstag entscheiden.

 

Eines der beiden großen Projekte wird dabei in der Sturmbühlstraße umgesetzt. Dort hatte die Wohnungsbaugesellschaft VS (Wbg) im Jahr 2022 zunächst vier, fast 100 Jahre alte Mehrfamilienhäuser abgerissen, um dort Neubauten umzusetzen. Das Vorhaben musste jedoch zwischenzeitlich auf Eis gelegt werden.

Die Baukostenentwicklung machte, wie Ende des Jahres 2022 mitgeteilt wurde, eine schnelle Neubebauung unmöglich. Die Planungen hierzu liefen bereits seit 2019, die leeren Häuser mussten aufgrund von Vandalismus und Gefahren durch Bauschäden abgeräumt werden. Ein Ersatz stand da bereits in den Sternen.

106 neue Wohnungen geplant

Hoffnung macht nun die Ankündigung der Wbg, dort drei neue Häuser mit insgesamt 106 Wohneinheiten und zusätzlich ein Anwohnerparkhaus zu bauen. Das geht aus den Unterlagen für die Stadträte hervor. Wie ist das trotz der weiterhin angespannten Lage im Bausektor möglich? Über das Unternehmen Goldbeck setze man nun auf serielles und verdichtetes Bauen, wodurch Kosten gesenkt werden sollen. So soll dringend benötigter, kostengünstiger Wohnraum geschaffen werden.

Und das sind die Pläne: Das geplante Wohnbauprojekt umfasst laut Wbg drei Gebäude (PV-Anlagen auf den begrünten Dächern) mit insgesamt 106 barrierefreien Wohneinheiten und zehn verschiedenen Wohnungstypen, die Häuser werden untereinander über die Treppenhäuser verbunden. Haus 1 umfasst fünf, die Häuser 2 und 3 jeweils sechs Vollgeschosse. Das Areal fällt nach Norden ab, wodurch das Untergeschoss teilweise als Wohnraum mit Außenterrasse nutzbar ist. Das Untergeschoss bietet Platz für Fahrradboxen und die Haustechnik.

Parkhaus soll 128 Stellplätze haben

Die Planer wollen dabei ein Gebäudevorsprung zur Sturmbühlstraße nutzen, um eine begrünte Vorzone mit Fußwegen, Bäumen, einem Spielplatz und neun Kurzzeitparkplätzen zu schaffen. Eine Besonderheit ist das östlich platzierte Anwohnerparkhaus mit 128 Stellplätzen, PV-Anlage und begrünter Fassade. Dieses ist gleichzeitig eine Barriere gegen Straßenlärm und soll so die neuen sowie bestehenden Wohnhäuser schützen. Die Gesamtverkehrsbelastung bleibt laut Gutachter im akzeptablen Bereich.

Für die Umsetzung muss jedoch erst eine „planungsrechtliche Basis“ geschaffen werden, wie das zuständige Stadtplanungsamt in der Vorlage für die Stadträte erklärt. Dafür soll nun ein vorhabenbezogener Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden. Ein OK durch die Stadträte in der Sitzung des Technischen Ausschusses ist notwendig, um das planungsrechtliche Verfahren anzustoßen.

GSW möchte Abriss und Neubau

Doch das ist nicht das einzige Bauprojekt in Schwenningen, das für zusätzliche Wohnungen sorgen soll. Im Fokus stehen bei einem weiteren Vorhaben Gebäude der Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau Baden-Württemberg mbH (GSW) in der Schubertstraße und Schlesischen Straße. Aus den derzeit 77 Wohneinheiten sollen nach neuer Bebauung 108 Wohnungen werden.

Diese Gebäude in der Schuberstraße und Schlesische Straße sollen Neubauten weichen. Foto: Marc Eich

Für den Abriss und Neubau gibt es laut GSW gleich mehrere Anlässe. Ein Grund: der Wohnungsmix. Bei den Wohneinheiten handelt es sich derzeit vorrangig um 2-Zimmer-Wohnungen. Zukünftig soll „der neue Wohnungsmix eine breitere Range aufweisen“, wie es in der Vorlage für die Stadträte heißt. Demnach möchte die GSW zukünftig auch 4-Zimmer-Wohnungen anbieten.

Von drei auf vier Geschossen

Darüber hinaus sei eine hohe Investition in den Bestand der Gebäude, die in den 50er-Jahren gebaut und in den 80er-Jahren zuletzt umfassend modernisiert wurden, nicht mehr wirtschaftlich. Mit der Neubebauung soll auch eine höhere Dichte umgesetzt werden – aus dreigeschossigen Gebäuden werden zukünftig laut der derzeitigen Planung viergeschossige Mehrfamilienhäuser.

Auch die Stellplatzsituation soll in diesem Zusammenhang nach den Vorstellungen der GSW verbessert werden. Dafür sorgen Pläne für die Realisierung einer Tiefgarage mit 83 Parkmöglichkeiten sowie eine oberirdisch-offene Lösung mit 41 Stellplatzmöglichkeit. Der Technische Ausschuss soll die Planung nun in seiner Sitzung absegnen.