Die Gruppe zeigte „Kaviar trifft auf Currywurst“, ein Stück in drei Akten von Winnie Abel. Über mehrere Wochen hatten die Schauspieler für die beiden Vorstellungen geprobt.
Theater hat beim TV Sulz eine lange Tradition. So war es nicht verwunderlich, dass die beiden Aufführungen am Freitag und Samstag im TV-Heim ausverkauft waren. Viele Wochen war unter der Leitung von Regisseurin Carmen Wenz geprobt worden. Es war dann ein Genuss, den elf Laienschauspieler zuzusehen. In dem Luststück geht es darum, wie eine urige Sulzer Eckkneipe in ein Luxuslokal umgewandelt wird. Unter diesen Voraussetzungen ging es in der Komödie für mehr als zwei Stunden drunter und drüber.
In Ernas gemütlicher, allerdings sehr heruntergekommener Eckkneipe „Zum warmem Würstchen“ bricht Panik aus, als sich der neureiche Cousin Prinz Harry von Anhalt zum Besuch anmeldet. Jetzt muss die Kneipe in 24 Stunden zum Edellokal werden. Denn Ernas Cousin unterstützt sie finanziell – im Glauben, dass sie ein gutlaufendes Gourmet-Restaurant führt. Nun muss die eher bodenständige Erna, die es mit der Sauberkeit nicht so genau nimmt, so tun, als sei sie eine Spitzengastronomin. Das stellt den beschaulichen Kneipenalltag gehörig auf den Kopf.
Nach einer Lagebesprechung werden in einer Nacht-und-Nebel-Aktion alle Hebel in Bewegung gesetzt und tatsächlich gleicht die Eckkneipe nun einer schicken Gaststätte. Doch sind da noch die Stammgäste, darunter die naive Sandy, die in der Kneipe täglich ihren Frühschoppen einnimmt, sowie Ernas Verehrer Blümchen. Hinzu kommt der Spaßvogel Uwe, der auf einmal gar keinen Fuß mehr in seine Stammkneipe setzen soll, was er überhaupt nicht einsieht. Nur der schweigsame Heini, der immer grimmig in sein Glas starrt, wird geduldet, da er sich wehrt, seinen Platz zu verlassen. Allerdings wird er stilecht neu eingekleidet.
Nachdem auch der Zwist mit Bürgermeister Dieter Neureiter hinsichtlich des angeordneten Rauchverbots ausgestanden ist, geht es an das Verteilen der neuen Rollen. Ernas tollpatschiger Lebensgefährte Blümchen, der immer wieder mit Heiratsanträgen kläglich scheitert, übernimmt die Rolle des feinen Kellners, der aber von einer Katastrophe in die nächste stolpert. Die sehr trinkfeste Sandy wird kurzerhand als piekfeine Kundin engagiert.
Was schieflaufen kann, das läuft in dem Stück auch schief
Was folgt, ist ein rasantes, lustiges Verwechslungsspiel, bei dem schiefläuft, was schieflaufen kann. Dabei scheint es Erna mit ihrem bunt zusammengewürfelten Team doch irgendwie zu gelingen, mit viel Ideen und Ausflüchten ihren millionenschweren Cousin zu täuschen. Als der dann den Besuch von Ludmilla, eine Testerin vom Magazin „Der Feinschmecker“, ankündigt, bricht das komplette Chaos aus. Als wäre das nicht stressig genug, versucht auch noch Ernas missgünstige Nachbargastronomin Constanze vom „Edelschlössle“, sie zu ruinieren, indem sie unter anderem Kakerlaken im Lokal aussetzt. Der Höhepunkt der Gemeinheiten ist, als sie sich als Chefkoch verkleidet und ein Gericht nach dem anderen versalzt.
Im Laufe des Besuchs will dann Millionär Prinz Harry von Anhalt sein Darlehen zurück und auch Restauranttesterin Ludmilla versucht sich so gut wie möglich aus der Affäre zu ziehen, nachdem die ganze Wahrheit ans Licht kommt. Ausgerechnet der trottelige Kellner Blümchen sorgt mit seiner Spitzfindigkeit für die Wahrheit.
Die berühmte Currywurst der ehemaligen Kneipe „Zum warmem Würstchen“ gibt dann den Ausschlag, dass sich Ludmilla auf die Seite von Erna schlägt. Nach ein paar Tipps von der Fachfrau ist das Gourmet-Restaurant in aller Munde.
Vor und hinter der Bühne
Die Darstellen waren Norbert Richini (Blümchen), Kay Wacker (Harry von Anhalt), Gisela Griesbaum (Heini), Andrea Junker (Erna), Sabine Kollmer (Annabell), Siegfried Wacker (Uwe), Cornelia Haas (Constanze), Sabine Nuvolin (Ludmilla), Nicole Baur (Sandy), Marion Binder (Heike) und Holger Beckmann (Dieter). Als Jungschauspieler waren Nele Baur, Erik Baur, Emma Basler und Hanno Basler dabei. Für Betreuung und Technik waren Thomas Wiegert, Jürgen Fischer, Simone Fischer und Michael Baar zuständig. Regisseurin war Carmen Wenz, Soufleusen Juliane Müller und Simone Fischer. Für das Make-Up war Susi Bohy zuständig.