Musikschulleiter Wilhelm von Dungen hatte bei der Verbandsversammlung des Zweckverbands Musikschule Mittleres Wiesental einiges zu berichten. Die Schule wird künftig auch verstärkt auf die „sozialen Medien“ setzen. Foto: Kathryn Babeck

Bei der Versammlung des Zweckverbands Musikschule Mittleres Wiesental ging es unter anderem um die schwieriger werdende Personalgewinnung und wegfallende Angebote.

Kürzlich trafen sich die Verantwortlichen des Zweckverbands Musikschule Mittleres Wiesental zu ersten öffentlichen Verbandsversammlung im neuen Jahr.

 

Rückblick: Der Musikschulleiter Wilhelm von Dungen eröffnete die Versammlung mit einem Bericht über das Jahr 2025 und der Mitteilung, dass im Februar der erste Instagram-Post der Musikschule online gehen würde. Man müsse mit der Zeit gehen, erklärte er, die Schüler und auch die meisten jüngeren Eltern informierten sich zunehmend über die „sozialen Netzwerke“.

Personalsituation: Es müssten neue Leute gefunden werden, dies beträfe neue Schüler genauso wie neue Lehrkräfte. Allerdings seien besonders die Lehrkräfte dünn gesät, was ein großes Problem darstellt. Er habe sich in den vergangenen Monaten schon mit einigen Bürgermeistern oder anderen Verantwortlichen der Kommunen im mittleren Wiesental getroffen, um vielleicht die eine oder andere Kommune als neues Mitglied im Zweckverband gewinnen zu können, bisher habe sich aber diesbezüglich noch nichts getan. Für das Jahr 2027 sei die Veranstaltung „Schopfheim singt“ geplant, ein Pendant zu „Lörrach singt“, aber eben in Schopfheim.

Erfolgreiche Schüler: Es gab aber auch einige Meilensteine in den Jahren 2024 und 2025. Chantal Rüdiger aus Schopfheim (Gesang) und Grace Lockwood aus Hausen (Klavier) nahmen an der studienvorbereitenden Ausbildung teil und traten auch beim Jungen Podium im Burghof Lörrach auf. Des weiteren haben neun Schüler der Musikschule im Jahre 2025 erfolgreich am Theoriekurs für das Leistungsabzeichen in Bronze teilgenommen.

Kooperationen: Insgesamt hat die Musikschule momentan 516 Schüler, zuzüglich 102 Schülern im SBS-Programm (Bildungsprogramm Singen-Bewegen-Sprechen). Die Unterrichtsstunden pro Woche (á 45 Minuten) belaufen sich auf 269 Stunden, die von 25 Lehrkräften angeleitet werden. In Kooperation mit Steinen nehmen 33 Schüler der 5. und 6. Klasse des Schulzentrums am Bläserklassenuntericht teil, weitere Zusammenarbeiten bestehen mit der Stadtmusik Schopfheim, dem MV Maulburg, der Hebelmusik Hausen, dem MV Fahrnau, dem MV Gresgen, Sallneck, Wiechs und Wieslet. Auch das Handharmonika-Orchester Endenburg-Sallneck und das Harmonika-Orchester aus Schopfheim sind mit eingebunden.

Leider liege die SBS-Förderung des Landes immer noch bei 22 000 Euro, obwohl vor allem die Personalkosten steigen würden. Zudem fehlen die Lehrkräfte nicht nur in den Musikschulen, sondern auch in den Musikvereinen, was wiederum zu weniger Angeboten führt. Der Förderverein wurde laut von Dungen von seinem Vorgänger abgesägt, er mochte diesen aber wieder unbedingt hinter sich beziehungsweise hinter der Musikschule wissen. Im Zuge dessen bedankte sich von Dungen bei der Maulburger Bürgermeisterin Jessica Lang für die Schenkung eines Klavierflügels der Stadt Maulburg.

Neue Räume gesucht: Da die Schülerzahlen momentan nach oben schießen würden, müsse man auch darüber nachdenken, neue Räumlichkeiten zur Verfügung stellen zu müssen oder aber bestehende zu erweitern, merkte Steinens Bürgermeister Braun an. Rein ausbildungstechnisch sei die Steigerung der Schülerzahlen aber noch gut machbar, sagte von Dungen auf Nachfrage von Jessica Lang.

Finanzen: Ingo Röslen, der sich als Verbandsrechner um die Zahlen kümmert, sieht die Musikschule auf einem guten Weg. Die Erträge und Aufwendungen sind von 1 064 100 Euro im Vorjahr auf 1 011 800 Euro gesunken, dies aufgrund weniger Deputaten und mehr Gruppenangeboten. Die geplanten Gebühreneinnahmen liegen mit 475 000 Euro etwa gleich hoch wie im Vorjahr. Die Verbandsumlagen sinken indessen von 444 600 auf 393 400 Euro.

Angebote fallen weg: Zur Ergebnisverbesserung wurden einige einige Maßnahmen wie der Wegfall von Angeboten mit schlechtem Deckungsgrad in die Wege geleitet. Dies bedeutet, dass unter anderem der Tandemunterricht in Hausen/Höllstein, der evangelische Jugendchor und die Bläserklasse Zell nicht rentabel sind beziehungsweise Defizite verursachen und deshalb nicht mehr stattfinden.

In Zukunft sollten laut Röslen auch neue Kooperationen eingegangen werden, eine Neuaufstellung des Erwachsenenunterrichts bei voller Kostendeckung sei auch notwendig, ebenso sollte die Sponsorensuche verstärkt werden, hieß es.

Von Dungen informierte die Anwesenden anschließend darüber, dass eine Gebührenerhöhung im Jahr 2026 angedacht sei und die Sponsorensuche auch für ihn von höchster Dringlichkeit sei. Er lobte auch die Arbeit des Fördervereins, vor allem für die Bereitstellung von Instrumenten für die Schüler, die sich keine leisten könnten.

Schlussendlich wurde die Haushaltsvorlage für 2026 von allen Anwesenden für gut befunden und beschlossen.