Eng geht es zu zwischen den neuen Verrohrungen, zeigt Betriebsleiter Wilfried Seitz, denn jeder Platz in Halle und Zusatzräumen des Wasserwerks wurde genutzt. Foto: Gegenheimer

Zweckverband Mannenbach Wasserversorgung: Das Wasseraufbereitungssystems wird umgebaut und eine automatische Entsäuerungsanlage installiert.

Seit mehr als einem Jahr arbeiten die Wassermeister des Zweckverbandes Mannenbach Wasserversorgung (ZVMW) mitten auf einer Großbaustelle: Handwerker unterschiedlicher Sparten sind zusätzlich im Wasserwerk zugange, den grundlegenden Umbau des Wasseraufbereitungssystems hin zu einer Ultrafiltrationsanlage sowie die Installation einer automatischen Entsäuerungsanlage vorzunehmen. Bevor im Sommer wieder die heiße Phase des Wasser-Großverbrauches einsetzt – sollte es ein trockener Sommer werden – sollen die neuen Anlagen in Betrieb sein.

 

Ultrafiltration und Entsäuerung Über das Jahr 2023 hinweg hatten sich Planungen und Vorbereitungen gezogen, dazu verzögerten Lieferengpässe beim Material den Fortschritt. Weil der gesamte Umbau im laufenden Betrieb passiert, wie Wasserwerks-Betriebsleiter Wilfried Seitz gerne sagt „am offenen Herzen“, wurden die Arbeiten zudem über den Sommer 2024 auf wenige Randarbeiten reduziert. „Hätten wir gewusst, dass es einen so feuchten Sommer gibt, der wenig Zusatzarbeit im laufenden Betrieb verlangt, hätte man durchziehen können. Aber so etwas weiß man vorher nie“, erklärt der Betriebsleiter. Jetzt stehen schon die neuen Ultrafiltrationsstraßen für Hoch- und Niederzone auf zwei Ebenen. Sie sollen nicht nur Feststoffe wie Sediment aus dem Rohwasser ausfiltern, sondern sind auch in der Lage, selbst manche Keime im Nanobereich auszusondern. Zudem können bei Bedarf Verfärbungen, die ab und an vom Wildsee herunter vorkommen, ausgeflockt und neutralisiert werden.

Die Ultrafiltrationsstraßen stehen schon, zeigt Betriebsleiter Wilfried Seitz. Sie sollen im zweiten Quartal 2025 in Betrieb gehen. Foto: Gegenheimer

Die bisherigen Filterkessel werden neu genutzt für die Entsäuerung: Juraperle-Calcit, ein Kalkgranulat, entsäuert das von Natur aus zu saure Schwarzwaldwasser. Eine Herausforderung war und ist der Platz. „Eigentlich“, so Zweckverbands-Geschäftsführer Patrick Luithardt, „hätte es eine neue Halle gebraucht“. So aber wurde durch spezielle Anpassungen der Rohrleitungen jeder Platz ausgenutzt, um sich neue Räumlichkeiten zu sparen.

Der Gesamtumbau wird, so Luithardt, mit 2,8 Millionen Euro veranschlagt. Ein Zuschuss von rund 600 000 Euro ist zugesagt.

Eigenstromerzeugung Stolz ist Betriebsleiter Seitz auf die eigene Stromausbeute aus Wasserkraft und Photovoltaik. Seit auch die Nordseite des Gebäudes mit Solarpanels versehen ist und zwei Turbinen durch Ertüchtigung beziehungsweise Umbau zur Stromerzeugung eingesetzt sind, kommt man dem Ziel der Energieunabhängigkeit nahe.

„Bei einem Verbrauch von 530 Megawattstunden im Jahr 2024 haben wir 594 selbst erzeugt“, berichtet Seitz stolz, „rein rechnerisch mehr als wir verbraucht haben“. Luithardt bestätigt: „Bei den Strombezugskosten sind wir dadurch auch in den kommenden Jahren deutlich entlastet.“

Verband wird 90 Jahre alt

Weitere Projekte stehen an Auch wenn sie, so Seitz, „die Hausaufgaben der vergangenen Jahre gemacht“ haben, stehen weitere Investitionen an. „Der Verband wird 2026 90 Jahre alt“, gibt Luithardt zu bedenken, „die Gebäude aus den 1970er- und 1980er-Jahren kommen nach und nach in die Jahre. Es stehen Generalsanierungen an Hoch- und Sammelbehältern sowie den Hauptleitungen an. Zu einem Investitionsstau möchten wir es nicht kommen lassen.“

Als Erstes wird der Rohwasser-Sammelbehälter „Eyachmühle“ an die Reihe kommen. Das saure Rohwasser löst das Fugenmaterial bereits wieder aus, obwohl vor zehn Jahren frisch ausgefugt wurde. In den kommenden Jahren muss außerdem die Rohwasserleitung vom Lehmannshof her erneuert werden. Erste Planungen laufen.

Höfener Leitung

Trinkwasserverbrauch geringer Erfreulich ist der Blick auf den Trinkwasserverbrauch des vergangenen Jahres: mit 1,8 Millionen Kubikmetern waren es rund sieben Prozent weniger im Verbandsgebiet als 2023.

Luithardt führt das einerseits auf Ertüchtigungs-Anstrengungen beim Eigenwasser der Verbandskommune Neuenbürg sowie auf die Wiederinbetriebnahme der Höfener Leitung durch Birkenfeld zurück, zum andern und vor allem aber auf die Witterung. „Es gab keine kritischen Tage“, so Seitz, „die Schüttungen waren durchweg gut und die Verbräuche im Sommer geringer.“