Eine Wohnung in Hornberg wird am 12. März zwangsversteigert. Auch in den vergangenen Jahren gab es im Kinzigtal immer wieder solche Auktionen für verschiedene Immobilien.
Was passiert, wenn ein Hauseigentümer seine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann? Es kann zu einer Zwangsversteigerung kommen. Eine solche steht in ein paar Tagen in Hornberg an: Eine Eigentumswohnung kommt am Donnerstag, 12. März, unter den Hammer.
Bei einer solchen Vollstreckung handelt es sich um ein sogenanntes Vollstreckungsverfahren, das der Gläubiger beim zuständigen Amtsgericht beantragt. Ein Gutachter ermittelt dann den Wert der Immobilie, die daraufhin öffentlich als Zwangsversteigerung ausgeschrieben wird. Die Termine findet man in Immobilienportalen oder sie sind auf den Internetseiten der Amtsgerichte verlinkt. Wer eine günstige Immobilie sucht, kann bei solchen Versteigerungen ein Schnäppchen machen – aber das hängt natürlich von den Geboten ab. Sicher ist aber: Der Schuldner verliert infolgedessen das Haus, Grundstück oder die Wohnung. Mit dem Erlös der Versteigerung werden die Schulden bezahlt.
Während aktuelle Termine für solche Auktionen schnell zu finden sind, erfordern zurückliegende aufwendigere Recherchen. Die Archive reichen außerdem nur bis 2023 zurück. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen jedoch: Auch im Kinzigtal gab es immer wieder Zwangsversteigerungen. Vor allem Drei- bis Vier-Zimmer-Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser kamen hier in den vergangenen drei Jahren unter den Hammer. Während die sogenannten Verkehrswerte, also der von einem Gutachter geschätzte Wert einer Immobilie, in den Archiven noch einsehbar sind, ist dort nicht enthalten, für welchen Betrag sie am Ende versteigert wurden. Unabhängig davon ist aber sicher, dass eine solche Auktion für die eine Seite oftmals eine Tragödie bedeutet – für die andere bietet sie eine Chance, gerade im Kinzigtal, wo bezahlbarer Wohnraum Mangelware ist.
Tragödie auf einer Seite, Chance auf der anderen
Solche Möglichkeiten taten sich in den vergangenen drei Jahren in Hornberg drei Mal auf: Im Januar 2023 wurde eine Drei-Zimmer-Eigentumswohnung versteigert, die mit einem Verkehrswert von 60 000 Euro angesetzt war. Ein Einfamilienhaus kam schließlich 2024 unter den Hammer. Auf 180 000 Euro wurde das Objekt damals geschätzt. Auf eine weitere Wohnung konnten Interessierte im Oktober 2025 bieten. Mit einem Verkehrswert von 65 000 Euro bewegte sie sich in einem ähnlichen Preisrahmen wie die aus dem Jahr 2023.
Auch in Wolfach ist eine Zwangsversteigerung verzeichnet: 2023 wurde ein Einfamilienhaus mit einem geschätzten Wert von 300 000 Euro veräußert. Auch in der Nachbargemeinde Oberwolfach hält sich die Zahl dieser Vollstreckungen in Grenzen: Nur eine Wohnung ist im Archiv erfasst. Ihr Wert wurde vor dem Auktionstermin 2023 auf 46 000 Euro geschätzt.
In Hausach wurde im vergangenen Jahr eine Wohnung versteigert. Der Verkehrswert hier: 120 000 Euro. Deutlich mehr wert war mit 760 000 Euro ein Haslacher Einfamilienhaus, das 2023 auf einer Auktion angeboten wurde.
Statistik
Zwangsversteigerte Objekte ab 2023:
Hornberg:
2023: Eigentumswohnung (geschätzter Verkehrswert: 60 000 Euro), 2024: Einfamilienhaus (180 000 Euro), 2025: Eigentumswohnung (65 000 Euro)
Wolfach
2023: Einfamilienhaus (300 000 Euro)
Oberwolfach:
2023: Eigentumswohnung (46 000 Euro)
Hausach:
2025: Eigentumswohnung (120 000 Euro)
Haslach:
2023: Einfamilienhaus (760 000 Euro)