Nach ihrem Karriereende in der Bundesliga hat sich Isabella Hartig im Sommer Verbandsligist SV Eutingen angeschlossen und steht vor der ersten schweren Aufgabe.
Bei der TSG Hoffenheim stand die 28-Jährige zehn Spielzeiten in 113 Bundesligaspielen auf dem Rasen und erzielte 18 Tore. Eine Knieverletzung führte dazu, dass Isabella Hartig nicht mehr professionell Fußball spielen kann. Private Gründe brachten sie nach Bildechingen. Klar war aber, dass Hartig als Hobby weiterhin auf dem Platz stehen will. Schnell wurde sie auf den SV Eutingen aufmerksam.
Nach der langen Vorbereitung beim Verbandsligisten kann die 28-Jährige, die in der Jugend für den FC Bayern München spielte, ein positives Fazit ziehen. „Alle sind super nett und ich fühle mich wohl.“ Durch die Urlaubszeit sei es vorrangig darum gegangen, sich einzuspielen und kennenzulernen. Zum Auftakt am vergangenen Donnerstag gegen die SGM Oppenweiler/Sulzbach siegte der SVE mit 2:0 und Hartig steuerte sogar ein Tor bei.
Am Sonntag wartet direkt die erste Prüfung auf die Eutingerinnen, wenn es gegen den VfB Stuttgart II geht, die im vergangenen Jahr Zweiter vor dem SVE wurden. „Ich kann das Niveau der Liga noch nicht so gut einschätzen, aber ich würde uns als spielstarke Mannschaft bezeichnen, die über eine schnelle Außenbahn nach vorne kommen kann“, analysiert die Ex-Hoffenheimerin ihr neues Team. Gegen die starken Stuttgarterinnen wird der SVE in allen Bereichen gefordert sein.
Das kann besser laufen
Hartig, die vor allem im zentralen Mittelfeld spielt, benennt aber auch, wo sie noch Verbesserungsbedarf sieht. „Wir brauchen noch mehr Ruhe am Ball und könnten noch zielstrebiger nach vorne spielen.“ Allerdings betont die Neu-Bildechingerin, dass für sie vor allem der Spaß im Vordergrund steht. „Spaß macht es aber auch nur, wenn man Spiele gewinnt.“ Die Ambitionen sind also durchaus vorhanden und Hartig will mit ihrem Team vorne mitspielen.
Hier hofft sie, dass auch ihr Knie mitmacht. „Ich bin nicht komplett beschwerdefrei, aber ist soweit okay, dass ich auf dem Level spielen kann“, erzählt sie. In den vergangenen zwei Jahren war Hartig nicht mehr bei der TSG Hoffenheim zum Einsatz gekommen, da sich die Beschwerden als hartnäckig erwiesen hatten. Während dieser Zeit hat Hartig an ihrem zweiten Standbein gearbeitet. Ihre Doktorarbeit im Bereich Wirtschaftswissenschaften gibt sie im Dezember ab.
Champions League und Nationalmannschaft
An ihre Zeit in Hoffenheim denkt Hartig, die in einem Vorort von München aufgewachsen ist, mit „einem breiten Lächeln zurück. Dort habe ich zehn Jahre verbracht, durfte bei der TSG erwachsen werden und bin in den Profifußball gekommen“, erzählt sie. Besonders war für die 28-Jährige der Einzug in die Champions League. „Das erste und einzige Mal bisher.“ Aber auch der Lehrgang bei der A-Nationalmannschaft war unvergesslich. Doch für sie zählen auch andere Momente: „Es ist eher das, was neben dem Platz passiert, welche Erinnerungen man mit dem Team zusammen schafft. Das ist einmalig und man erinnert sich daran eher zurück.“
Nun wird sie mit ihrem neuen Team die Möglichkeit haben, weitere Momente zu schaffen, die im Gedächtnis bleiben.