Der FC Hüfingen darf seinen westlichen Rasenplatz zum Kunstrasen umrüsten, das ergibt die letzte Gemeinderatssitzung. 2027 winkt zudem – je nach Haushaltslage – ein Zuschuss.
Der FC Hüfingen erhielt vom Gemeinderat bei einer Enthaltung von Philip Wills (LBU) die Zusicherung, den westlichen Rasenplatz seines Sportgeländes zu einem Kunstrasenplatz umrüsten zu können.
Vorbehaltlich der verfügbaren Haushaltsmittel sicherte der Gemeinderat für das Jahr 2027 einen Zuschuss von 400 000 Euro zu und signalisierte die Bereitschaft, sich gegebenenfalls an entstehenden Mehrkosten zu beteiligen.
Der Beschluss beinhaltete auch die Auflage, dass Vereine und Verwaltung sämtliche Optionen zum Erhalt von Fördermitteln prüfen und optimal nutzen.
Zudem bekommt der FC Hausen vor Wald die vertragliche Zusicherung, die Kunstrasenplätze in Hüfingen und Mundelfingen nach Absprache kostenlos nutzen zu dürfen, da der Verein als einziger der drei Hüfinger Fußballvereine auf einen eigenen Kunstrasenplatz verzichtet.
Ein Kunstrasenplatz ist essenziell
Der Gemeinderat folgte mit dem Beschluss seinem Votum vom Juli, als er bereits dem SV Mundelfingen die Umrüstung seines Natur- zu einem Kunstrasenplatz genehmigte.
„Ich bin überzeugt, dass für den FC Hüfingen ein Kunstrasenplatz essenziell ist. Im Hinblick auf die finanziellen Mittel müssen wir alles mit Augenmaß angehen“, leitete Bürgermeister Patrick Haas die Diskussion ein.
FC-Vorsitzender Karl Fritschi wies auf die wenig zufriedenstellende Situation nach der Juli-Sitzung hin, in der sich der FC Hüfingen befand, nachdem der alleinige Beschluss zugunsten Mundelfingens gefallen war.
Im erneut voll besetzten Ratssaal ging er noch einmal auf die Notwendigkeit eines Kunstrasenplatzes ein, mit dem nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleibt, sondern auch die Nachwuchsarbeit optimal gestaltet werden kann.
Vorhandenen Finanzen sind die letzte Hürde
„Ich bin mir bewusst, dass eine solide Haushaltsführung Priorität hat und die Zuschusssumme im Haushalt 2027 allein schon zehn Prozent der vorgesehenen Investitionskosten beträgt“, bemerkte Fritschi. „Das sollte jedoch nicht grundsätzlich ein Argument gegen einen Kunstrasenplatz sein“, sagte er.
CDU-Fraktionssprecher Markus Leichenauer bemerkte, dass trotz aufkommender Irritationen nach der Juli-Sitzung inhaltlich alles bekannt sei. „Die Vertagung auf die heutige Sitzung hat an unserer Sichtweise zugunsten von Kunstrasenplätzen nichts geändert“, erinnerte er daran, dass für eine Realisierung die verfügbaren Haushaltsmittel ausschlaggebend sind.
„Wir haben ebenfalls unser Wohlwollen bereits bekundet“, schloss sich SPD-Fraktionssprecherin Kerstin Skodell an, erklärte aber, dass vor einer Umrüstung die vorhandenen Finanzen die letzte Hürde seien.
Ehrenamtliches und gesellschaftliches Engagement
Freies-Forum-Fraktionssprecher Michael Steinemann begrüßte das Vorgehen. „Der SV Mundelfingen ist startklar, die Umrüstung kann nächstes Jahr erfolgen. Dem FC Hüfingen attestierte er ein großes ehrenamtliches und gesellschaftliches Engagement, das es unter anderem auch mit einem Kunstrasenplatz zu erhalten gelte.
Steinemann verwies ebenfalls auf die verfügbaren Haushaltsmittel als einziges Hindernis, das die Umrüstung der Plätze verzögern könnte. „Das soziale Engagement der Sportvereine ist unbestritten“, lobte außerdem auch Philip Wills, der dies im Hinblick auf den Haushalt auch beim Erhalt der Rasenplätze nicht gefährdet sah.
50 000 Euro an Spendengeldern
„Mein Faible für Rasenplätze ist allseits bekannt“, wog Egon Bäurer ab, dass er sich der Zukunft nicht verschließen wollte und deshalb mit dem Beschlussvorschlag mitging. Zudem erinnerte er an die noch unbekannten Variablen im Finanzierungsvorschlag, der unter anderem auf 50 000 Euro an Spendengeldern basiert.
Behlas Ortsvorsteher Johannes Bogenschütz forderte bei der Beratung zudem, auch anderen Vereinen oder Bildungseinrichtungen die Möglichkeit zu geben, die neuen Plätze zu nutzen, sofern es keine Terminkollisionen gibt.
Weitere Beantragung
Sicherstellung des Fußgänger-Durchgangs
In Zusammenhang mit dem Votum für den Kunstrasenplatz in Hüfingen beantragte die CDU-Fraktion des Gemeinderats, den viel frequentierten Fußgänger-Durchgang vom Clubhaus des Fußballclubs zum Naherholungsgebiet Höllsteinweiher sicherzustellen. Ziel des Antrags ist es, weite Umwege für Fußgänger infolge der baulichen Umzäunungsmaßnahmen auf dem Sportgelände zu vermeiden.