Zu den geplanten Kürzungen bei den Vereinszuschüssen im Aquasol hat unsere Leserin Angela Müller aus Bösingen eine klare Meinung.
Sparen am falschen Ende – Kürzung und Streichung von Seiten der Stadt Rottweil bei den Vereinszuschüssen im Aquasol – treue Vereinsschwimmer mit ihren Trainern werden verärgert und vergrault. Mit großem Unverständnis habe ich – zunächst über die Vorstandschaft des TSV Rottweil und einen Tag später aus der Zeitung – erfahren, dass die Stadt Rottweil die Zuschüsse für Vereinsmitglieder im Aquasol deutlich kürzt. Ab 2026 soll der Zuschuss für Jugendliche von bislang 50 Prozent auf 30 Prozent gesenkt werden. Für Erwachsene und damit auch für die Trainer fällt der Zuschuss vollständig weg.
Gleichzeitig verkündet der Oberbürgermeister einen Paukenschlag: Der Neubau des Aquasol mit Kosten von rund 40 Millionen Euro ist im Haushalt eingeplant. Dass parallel dazu langjährige Vereinsschwimmer und ihre engagierten Trainer finanziell zusätzlich belastet werden, ist schwer nachvollziehbar. Eine Jahreskarte kostet aktuell laut Homepage 459 Euro für Erwachsene und 414,50 Euro für Schüler und Studenten.
Engagement ist unbezahlbar
Als Mutter von zwei Kindern, die seit fast acht Jahren regelmäßig – zwei- bis dreimal pro Woche, im Sommer wie im Winter – trainieren, empfinde ich diese Entscheidung als Sparmaßnahme am falschen Ende und als Frechheit.
Besonders betroffen sind die Trainer, die neben ihrem Hauptberuf bis zu viermal pro Woche über Stunden am Beckenrand stehen. Sie vermitteln Technik, Leistungsbereitschaft und die Freude am Wettkampfschwimmen. Ihr Engagement ist unbezahlbar. Sie schaffen für die Jugendlichen einen sportlichen Ausgleich zur Schule und Studium, fördern Gemeinschaft, Freundschaften und eine gesunde Entwicklung.
Bei der jährlichen Sportlerehrung werden die Leistungen der Schwimmerinnen und Schwimmer regelmäßig gewürdigt – bis hin zu Erfolgen auf Baden Württembergischer Ebene. Umso unverständlicher ist es, dass genau hier nun gekürzt wird. Gerade in Zeiten, in denen Bewegung, Gesundheit und sichere Schwimmfähigkeit immer wichtiger werden, sollte der Kinder- und Jugendsport gestärkt und nicht geschwächt werden.
Nur durch eine rasche Überprüfung und Rücknahme dieser Entscheidung kann die Zukunft des Schwimmsports in Rottweil gesichert werden – damit die Stadt stolz sein kann auf ein neues Schwimmbad und weiterhin motivierten Schwimmvereinen.
Angela Müller, BösingenSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.