Einen Mountainbike-Trail wie diesen will der Sportverein Glatten im Waldgebiet beim Lattenberg errichten. Der Gemeinderat unterstützt das Projekt. (Symbolfoto) Foto: Ade

Anträge zweier Vereine auf Zuschüsse im Rahmen der Vereinsförderrichtlinien hatte der Glattener Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung vorliegen. Claudia Lenz, Vorsitzende des Naturerlebnisbadvereins, und SV-Vorsitzender Rajko Pajdic stellten ihre Vorhaben vor.

Glatten - Im Naturerlebnisbad sollen ein neuer Kinderspielbereich gebaut und ein Wandreinigungsgerät angeschafft werden. Claudia Lenz erläuterte, dass die Anschaffungen nötig seien, da die alte Kletterwand nicht mehr die notwendigen Sicherheitsanforderungen erfülle. Dort solle ein Kinderspielbereich eingerichtet werden, der mehrere Altersstufen anspricht. Außerdem will der Betreiberverein des Naturbads einen Wandreiniger für die Seitenwände des Schwimmbads anschaffen, der die Arbeit wesentlich erleichtert. Das Gerät könne ohne großen Kraftaufwand betrieben werden, wovon sich die Mitglieder bei einer Probevorführung überzeugt hätten.

Für beide Vorhaben ist der Eigenanteil des Vereins aufgrund dessen stabiler wirtschaftlicher Lage gesichert. Der Gemeinderat beschloss die Gewährung eines Zuschusses nach den Vereinsrichtlinien in Höhe von insgesamt 25 763 Euro (50 Prozent der Gesamtkosten) für 2022.

Entwässerungsprobleme beim Sportplatz

Weitere 10 000 Euro wurden für den Sportverein Glatten als Investitionszuschuss bewilligt und werden ebenfalls im Haushalt 2020 berücksichtigt. SVG-Vorsitzender Rajko Pajdic begründete den Zuschussantrag und informierte, dass der Verein die bisherige Naturtribüne neben dem Hauptspielfeld unterhalb des Glatttalradwegs erneuern und erweitern will. Im Zuge des Radwegbaus seien nahe dem Sportgelände wegen des veränderten Geländes starke Entwässerungsprobleme aufgetreten, berichtete Pajdic. Deshalb sei ein Termin mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe anberaumt worden. Vom Land, das den Radweg gebaut hatte, wünsche sich der Verein Korrekturmaßnahmen oder finanzielle Unterstützung. Sollten diese zugesprochen werden, habe dies positive Auswirkungen auf die Kosten und würde den Gemeindezuschuss senken.

Pajdic erläuterte den Gemeinderäten außerdem die Pläne des Sportvereins, einen Mountainbike-Trail einzurichten. Bereits im Mai 2020 hatte der Verein beantragt, diese Strecke für Trainings- und Wettbewerbsveranstaltungen auf Flächen der Gemeinde im Gewann Lattenberg errichten zu dürfen. Der Trail solle über den Verein organisiert werden, der das Vorhaben absichern und langfristig in einer eigenen Freizeitabteilung etablieren wolle.

Pachtvertrag läuft über 20 Jahre

Der Gemeinderat beschloss, weiterhin am Projekt in der vom SV Glatten beantragten Form im Gemeindewald festzuhalten. Das Gremium beauftragte die Verwaltung, sowohl einen Pachtvertrag zwischen Gemeinde und SVG als Betreiber auf 20 Jahre für einen Pachtzins von insgesamt 20 Euro zu schließen, als auch den Antrag des SVG an die Genehmigungsbehörde weiterzuleiten. In den Pachtvertrag mit aufgenommen werden soll, dass die Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht für den knapp zwei Kilometer langen Trail auf den Verein übertragen wird. Falls nötig, soll dazu ein separater Vertrag geschlossen werden.

Im Gemeinderat stießen die Pläne auf Zustimmung. "Toll, da sollte man sich nicht in den Weg stellen", sagte etwa Patricia Krause, und auch Christoph Eisenbeis äußerte sich wohlwollend.

Die Vorgeschichte: Im März hat der SV Glatten dem Gemeinderat das Konzept für den Mountainbike-Trail vorgestellt. Die Verwaltung wurde beauftragt, den Verein für den "Mountainbike- und Trailpark Glatten" in Absprache mit den Genehmigungs- und Fachbehörden bei der Ausformulierung und Umsetzung des Konzepts zu begleiten. Im Juli wurden in einer Behörden- und Beteiligten-Runde die Kriterien zur Realisierung sowie weitere Schritte besprochen. Bei einer Streckenbegehung mit Vertretern des Landratsamts wurden Baumfällarbeiten besprochen. Die Behörden forderten, dass der genaue Streckenverlauf sowie eventuelle Baumaßnahmen und Veränderungen des Geländes aufgezeigt werden. Ende September reichte der Sportverein den Antrag ein. Über die Genehmigungsfähigkeit hat letztlich die Untere Naturschutzbehörde zu entscheiden, zusätzlich ist die Untere Forstbehörde anzuhören.

nDie Strecke: Wegen des Wildwechsels am Lattenberg soll der Trail in Absprache mit Vertretern von Jagd und Forst entlang der Straße verlaufen. Im ersten Schritt sollen in Absprache mit dem Forst Äste und Bäume entfernt werden. Wo Waldboden ausgehoben werden muss, soll dieser seitlich eingebracht werden, sodass bei einem eventuellen Rückbau alles schnell und ökologisch wieder geschlossen werden kann. Falls der Trail gut angenommen wird, könnten später Rampen, Schanzen und Hindernisse eingebaut werden, erklärte SV-Vorsitzender Rajko Pajdic.