Das DRK ist in ganz unterschiedlichen Bereichen gefordert. Foto: DRK

Nach monatelangen Einschränkungen aufgrund von Corona  kehrt  das öffentliche Leben langsam zurück. Aber wie steht es um das Vereinsleben?

Nagold - In unserer Serie "Mein Verein" ziehen Vorsitzende  Bilanz eines außergewöhnlichen Jahres 2020 und blicken auf die Zeit nach der Pandemie. Heute mit uns im Gespräch: Gerhard Pfäffle, seit acht Jahren Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Nagold/Wildberg e.V.

Wie hat sich Corona auf Ihr Vereinsleben ausgewirkt?

Es gab ganz unterschiedliche Auswirkungen. Alle Übungstreffen der Bereitschaft mussten entweder ausfallen oder fanden im virtuellen Raum statt. Das ist natürlich weniger effektiv und macht auch deutlich weniger Spaß. Die Anzahl der Sanitätseinsätze hat sich stark reduziert, da die meisten Veranstaltungen ausgefallen sind. Auf der anderen Seite hatten unsere Helfer viel zusätzliche Arbeit beim Testen der Bevölkerung in Corona-Testzentren. Die regelmäßigen Blutspendeaktionen wurden weiterhin durchgeführt. Natürlich unter strengen Hygienebedingen was mit erheblichem Zusatzaufwand verbunden war. Erfreulich war, dass wir trotz Corona sogar einen leichten Zuwachs an Blutspendern hatten. Leider kam die Sozialarbeit völlig zum Erliegen. Alle Gymnastik- und Yoga-Kurse sind ausgefallen und laufen erst jetzt wieder nach und nach an. Sehr schade ist es auch, dass wir die Aktivitäten der Jugendrotkreuzgruppe einstellen mussten, wir freuen uns aber, dass einige Jugendliche in die Bereitschaft eingetreten sind.

Wie hat sich die Mitgliederzahl entwickelt

Wir sind sehr froh, dass die Mitgliederzahl sowohl in der Bereitschaft als auch in der Sozialarbeit konstant ist. Trotzdem sind wir immer an zusätzlichen Unterstützern interessiert und für jeden Neuzugang dankbar.

Was wollen Sie als Vorsitzender als erstes nach der Krise anpacken?

Zunächst wollen wir so schnell wie möglich wieder in einen "Normalbetrieb" zurückkehren. Mit regelmäßigen Gruppenabenden für die Bereitschaft, den Gymnastik-und Yoga-Kursen der Sozialarbeit und einem Neustart des Jugendrotkreuzes.

Was waren die Höhepunkte ihres Vereinslebens in 2020?

Ich bin nicht sicher ob man in 2020 überhaupt von einem Höhepunkt sprechen kann, wenn Sie so wollen, könnte man das Engagement unserer Helfer in der Pandemiebekämpfung als Höhepunkt bezeichnen.

Was sind die wichtigsten Projekte 2021?

Erste Priorität hat immer die bestmögliche Erfüllung unserer in der Satzung beschriebenen Aufgaben. Hierzu gehört die optimale Einsatzfähigkeit der Bereitschaft genauso wie die professionelle Durchführung der verschiedenen Angebote der Sozialarbeit. Als wichtigste Projekte in 2021 würde ich in der Sozialarbeit die Steigerung der aktivierenden Hausbesuche und in der Bereitschaft die notwendige Anschaffung neuer digitaler Funkgeräte bezeichnen.

Und was wird die größte Herausforderung für Ihren Verein in diesen Zeiten sein?

Das ist sicherlich auch von der weiteren Entwicklung der Pandemie abhängig. Im besten Fall kehren wir zu den normalen Herausforderungen der Vorpandemiezeit zurück. Das heißt, wir müssen schauen, dass die Freude und Motivation der Mitglieder hoch bleibt, dass wir uns fachlich und technisch immer weiterentwickeln und wir genügend Nachwuchs und Zulauf bekommen, um unsere Aufgaben für die Bevölkerung auch in der Zukunft bestmöglich erfüllen zu können.

Werden Sie bei der nächsten Hauptversammlung wieder als Vorsitzender kandidieren?

Ich wurde erst am 18. Juni 2021 für weitere vier Jahre als Vorsitzender gewählt, was in vier Jahre sein wird ist heute schwer zu sagen.

Info: Der Verein

Vereinszweck:

In erster Linie wollen wir das Hilfeleistungssystem und Krisenmanagement des Deutschen Roten Kreuzes, im Rahmen unserer Möglichkeiten als ehrenamtlicher Verein auf lokaler Ebene unterstützen. Konkret bedeutet dies z.B. unseren Beitrag zum Bevölkerungsschutz zu leisten oder Senioren in ihrem Alltag zu unterstützen. Selbstverständlich ist uns auch die Pflege der Gemeinschaft und der Kameradschaft wichtig.

 Vereinsgründung:

Die Bereitschaftsgruppe besteht seit über 75 Jahren, aus ihr heraus hat sich vor 25 Jahren der Ortsverein Nagold/Wildberg als eingetragener Verein gegründet.

Abteilungen:

Der DRK Ortsverein Nagold/Wildberg e.V. besteht derzeit aus der Bereitschaft und der Sozialarbeit. Die Jugendrotkreuz-Gruppe, die bis vor Corona bestand, startet sobald wie möglich neu.

 Mitgliederzahl:

Die Anzahl der aktiven Mitglieder in der Bereitschaft beträgt derzeit circa 35 Personen. In der Sozialarbeit sind circa 10 Personen ehrenamtlich tätig. Darüber hinaus gibt es zahlreiche passive Fördermitglieder.

Vorsitzender:;

Gerhard Pfäffle

 Mitglieder des Vorstands:

Christoph Schwenk, Knut Nestrowitz, Heidrun Reich, Andreas Dingler, Carolin Schrott, Ernst Feil

Wichtigstes Zukunftsprojekt: Der Wiederaufbau einer Jugendrotkreuzgruppe, der weitere Ausbau unseres Gebäudes, die bedarfsorientierte Erweiterung des Angebots der Sozialarbeit und die Anschaffung einer mobilen Sanitätsstation.

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