Immer engagiert an der Seitenlinie: Markus Bradtke war circa anderthalb Jahre Trainer des SV Pfrondorf, trat aber Ende September von seinem Amt zurück. Foto: Eibner-Pressefoto/Andreas Ulmer

Markus Bradtke hat einen neuen Verein. Nach seinem Rücktritt beim SV Pfrondorf (Ende September) wird er künftig für den SVG an der Linie stehen. Wir haben mit ihm gesprochen.

Bis zum 10. Spieltag war die Lage für den SV Gündringen in der Kreisliga A3 bedrohlich. Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga fand man sich eine Liga tiefer auf dem vorletzten Tabellenplatz wieder. Es folgten jedoch ein 5:0-Erfolg bei der SG Vöhringen II sowie Siege gegen die SGM Rexingen/Dettingen/Betra (4:1) und den FC Horb (2:1).

 

In allen Partien stand Ur-Gündringer Thomas Zistler an der Seitenlinie, der die Mannschaft nach dem Aus von Pero Balukcic interimsweise übernommen hatte. Parallel dazu begab er sich auch auf Trainersuche und wurde fündig: Markus Bradtke wird die Gündringer ab dem neuen Jahr coachen. „Ja, ich habe zugesagt“, bestätigt der 53-Jährige unserer Redaktion.

Zistler noch an der Linie

Und Bradtke macht sich sofort an die Arbeit. Er erzählt: „Ich fange mit organistatorischen Tätigkeiten an und führe bereits Gespräche.“ Die Arbeit auf dem Platz startet dann im Januar – sollte am Wochenende in Oberschwandorf gespielt werden können, wird dort noch einmal Zistler an der Seitenlinie stehen.

Das Engagement Bradtkes ist vorerst bis zum Sommer fixiert, er sagt aber: „Ich kann mir auch vorstellen länger zu bleiben. Die Liga spielt dabei gar nicht die große Rolle, ich will aber, dass die Jungs mitziehen und Gas geben.“ Durch die jüngsten Erfolg hat sich die Tabellensituation merklich verbessert. Machen die Gündringer so weiter, ist der Klassenerhalt mehr als realistisch.

Schon mehrere Stationen

In der Rückrunde steht Bradtke beim brisanten Derby gegen den SV Vollmaringen dann erstmals auf der anderen Seite. Er schaffte mit dem SVV den Durchmarsch von der Kreisliga B bis in die Bezirksliga, und trainierte auch erfolgreich bei der SG Vöhringen. Es folgten die Aufgaben bei der U19 der TSG Balingen in der Verbandsstaffel und dem TSV Ofterdingen in der Landesliga. Bis Ende September war er beim SV Pfrondorf in der Bezirksliga Alb aktiv.

Diese hatte er im April 2024 übernommen, kurzfristig zum Klassenerhalt geführt und in der vergangenen Saison auf dem 6. Platz abgeschlossen. Es war, das sagt er aber ebenfalls, auch „eine Berg- und Talfahrt“. „Das war manchmal schwierig zu greifen. So ein Auf- und Ab habe ich mit einer Mannschaft noch nicht erlebt“, so Bradtke. Ihm war bewusst, dass die neue Saison durchaus ihre Herausforderungen mit sich bringen würde. So kam es dann auch: Trotz einer aus seiner Sicht guten Vorbereitung stand nach sechs Partien nur ein Punkt zu Buche, zudem schied man im Pokal aus.

Eine Negativserie

Bradtke weiß: „Wir haben besser gespielt, als es die Ergebnisse aussagen. Nach der Niederlage in Altingen hat uns Knud Kircher, der das Spiel gesehen hat, gelobt. Am Ende ist der Trainer aber verantwortlich und ich hatte das Gefühl, die Mannschaft braucht einen neuen Impuls.“ Folglich teilte er der Mannschaft direkt nach dem 1:4 gegen Denkingen seinen Rücktritt mit. „Das war aber keine Kurzschlussreaktion. Ich habe die ganze Woche darüber nachgedacht. Fünf Mal in Folge hatte ich als Trainer noch nie verloren.“

Eine Zukunft in Pfrondorf über das Saisonende hinaus wäre aufgrund einer beruflichen Veränderung aber sowieso ausgeschlossen gewesen. Und nun gilt sein Fokus erstmal dem SV Gündringen. Bradtke selbst sagt: „Ich gehöre einfach auf den Platz.“