Raketenalarm, Nachtfahrt und lange Grenzkontrollen: Eine Reisegruppe aus Villingen, die in Doha festsaß, hat nach dramatischen Tagen im Nahen Osten wieder Deutschland erreicht.
Rund eine Woche später als ursprünglich geplant konnte die Reisegruppe um den Villinger Jürgen Vogler die Heimreise aus dem Kriegsgebiet in Katar antreten. Sie saßen auf einem Kreuzfahrtschiff fest. Nachdem sich die Lage vergangene Woche zunächst überaus dynamisch entwickelte und der ehemalige Hauptkommissar von Raketenangriffen in nächster Nähe berichtete, nutze die Gruppe nun die erstbeste Möglichkeit, um wieder nach Deutschland zu reisen. So lief die Rückkehr.
9. März – Nachricht vom möglichen Rückflug
Am späten Abend des 9. März erhält die Reisegruppe eine überraschende Nachricht: TUI Cruises hat kurzfristig einen Rückflug organisiert. Dieser soll am 11. März von Riad nach München starten.
Alternativen gibt es für die Passagiere kaum. „Im direkten Umfeld, also weder in Doha noch in Abu Dhabi oder Dubai, waren direkte Flüge möglich“, berichtet Jürgen Vogler. Wer das Angebot nicht annehme, müsse sich selbst um eine Rückreise kümmern.
10. März – Busfahrt durch die Wüste nach Saudi-Arabien
Am Abend des 10. März beginnt die beschwerliche Reise Richtung Heimat. Um 19 Uhr Ortszeit startet der Konvoi aus sechs Bussen und einem Reservebus in Doha.
Die Fahrt führt quer durch die Wüste nach Saudi-Arabien zum Flughafen in Riad. Während der Fahrt kommt es erneut zu Angriffen in der Region. Mehrfach erhalten die Passagiere nationale Notfallwarnungen auf ihre Handys. Doch die Reaktionen bleiben inzwischen vergleichsweise ruhig.
„Nicht nur wir, sondern ein Großteil der Passagiere hat die Alarme und Detonationen mit Gelassenheit zur Kenntnis genommen – ein gewisser Gewöhnungseffekt hat sich tatsächlich eingestellt“, sagt Vogler.
Nacht zum 11. März – Anstrengende Grenzformalitäten
Die Busfahrt dauert insgesamt rund elf Stunden. Besonders zeitaufwendig sind die Grenzformalitäten. An der Grenze zu Saudi-Arabien verbringen die Reisenden zunächst rund 90 Minuten bei der Ausreise aus Katar und weitere zweieinhalb Stunden bei der Einreise.
Alle rund 280 Passagiere müssen die Busse verlassen. Von beiden Handflächen und den Daumen werden Fingerabdrücke genommen, zudem wird das Gesicht fotografiert. Anschließend wird das gesamte Gepäck ausgeladen und auf der Straße kontrolliert. Frauen und Männer müssen sich in getrennten Wartebereichen aufhalten.
„Sämtliche Gepäckstücke und jeder Raum im Bus wurden von einem Hundeführer mit einem Deutschen Schäferhund kontrolliert“, berichtet Vogler.
11. März – Flug nach München
Am Morgen des 11. März hebt die Maschine schließlich in Riad ab. Um 11 Uhr Ortszeit startet der Flug Richtung Deutschland. Um 15 Uhr landet die Reisegruppe schließlich in München. „Wir sind alle froh, dass wir zwar hundemüde, aber gesund in Deutschland gelandet sind“, sagt Vogler.
12. März – Heimreise in den Schwarzwald
Die Reisenden bleiben zunächst eine Nacht in München, um sich von der strapaziösen Rückreise zu erholen. Am nächsten Morgen bringt sie ein privater Transfer zurück in die Heimat. Dort kann Jürgen Vogler dann seinen Geburtstag feiern.
Trotz allem: Die Reise soll wiederholt werden
Trotz der dramatischen Ereignisse hat die Reisegruppe ihren positiven Eindruck von der Region nicht verloren.„Meine Frau, meine Tochter, mein Schwiegersohn und ich sind uns einig, dass wir diese Reise baldmöglichst noch einmal in Angriff nehmen werden“, sagt Vogler. „Die Länder sind außerordentlich schön, die Menschen sind sehr freundlich.“