Wenn er fit ist, hat der SV Seedorf Grund zum Jubeln. Daher hofft man beim Landesligisten, dass Torjäger Harut Arutunjan in der Rückrunde frei von Beschwerden ist und dazu beitragen kann, den SVS in sichere Gefilde zu führen. Foto: Fritz Rudolf

In der Landesliga 3 überwintert der SV Seedorf auf Rang 13. Das hatte man sich anders vorgestellt – doch es gibt gute Gründe, dass der sportliche Erfolg nicht eingetreten ist.

Verletzungen und immer wieder Ausfälle durch Verletzung oder Krankheit, die die Arbeit von SVS-Coach Ingrao erschwerten. „Das war schon brutal, was wir für ein Verletzungspech haben“, so Clemens Haag, Vorstand Sport, des SV Seedorf.

 

Lange Verletztenliste

Die Liste ist lang: Frieder Mauch, Mario Grimmeißen, David Benne, Laurin Huss, Lukas Glück, Lasse Lamprecht, Yannik Schädle, Dastin Haring, David Krizman, Jannik Staiger, Marvin Roth und Harut Arutunjan. So musste Trainer Ingrao immer wieder, oft auch sehr kurzfristig, seine Mannschaft sowie den Matchplan umstellen. Gerade der Ausfall des Offensivspielers Arutunjan machte sich entscheidend bemerkbar, dass die Torausbeute des SVS eher mager ausfällt.

Ausfall wiegt schwer

„Mit Harut hätten wir im Angriff ganz andere Möglichkeiten. Denn er schafft auch Räume für seine Nebenleute, wenn sich die gegnerische Abwehr auf ihn konzentriert“, ist Haag überzeugt, dass es im Derby gegen den SV Zimmern ein anderes Ergebnis gegeben hätte – wie auch in manch anderen Spielen mit knappem Ausgang.

Zudem fehlt mit Jonas Haag seit Monaten ein weiterer Spieler aufgrund einer komplizierten Handverletzung, der über Jahre der Toptorschütze des SV Seedorf ist. Das sind Ausfälle, die nicht zu kompensieren seien.

Der „Vorstand Sport“ attestiert Trainer Ingrao eine sehr engagierte Arbeit. „Emanuele lebt an der Seitenlinie mit, bringt sich im Training akribisch ein.“ Spekulationen, dass Ingrao beim SV Seedorf in der Kritik stehe, hält Clemens Haag für die üblichen Gerüchte, die aufkommen, wenn es sportlich nicht läuft.

Machtlos

„Bei Verletzungen ist man als Trainer einfach machtlos. Wir haben da schon einige Verletzungen aus der Vorsaison mit in diese Saison genommen. Es ist extrem, wie viel Pech wir da haben. Wir wissen daher, an was es liegt“, sagt Clemens Haag zur aktuellen Platzierung und Saisonverlauf.

Wenn es aus seiner Sicht einen Kritikpunkt gibt, „ist es die Urlaubsplanung der Spieler, die sich von der Vorbereitung bis weit in die Saison hinein gezogen hat – mit negativer Auswirkung. Aber es ist Amateurfußball“, könne man den Spielern da keine Vorgaben machen.

Keine Verstärkung für die Offensive geplant

Keine Option sei es für den SV Seedorf, sich in der Winterpause mit Offensivspielern zu verstärken, gebe der Markt sowieso nichts her. Wie auch SVS-Coach Ingrao betonte, setzt man beim SV Seedorf auf die Winterpause, dass sich die Spieler regenerieren und ihre Verletzungen auskurieren.

„Wenn alle gesund sind, haben wir in der Rückrunde von der Qualität eine ganz andere Mannschaft, die ihr Potenzial auf den Platz bringt“, gibt sich Emanuele Ingrao überzeugt, dem auch der „Vorstand Sport“ beipflichtet. In die Vorbereitung auf die Rückrunde startet der SV Seedorf am 13. Januar.

Am 28. Februar geht es für den SVS mit dem Gastspiel beim VfL Pfullingen weiter. Überhaupt hat der SV Seedorf dann alle Teams aus dem vorderen Drittel daheim zu Gast, gegen die man in der Hinserie unterlegen war. Daheim sollen positive Ergebnisse erzielt werden.

Richtungsweisende Partie

Noch entscheidender ist für den „Vorstand Sport“ Haag, dass der SVS in den Spielen gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte punktet. Eine der richtungsweisenden Partien ist das Nachholspiel (Neuansetzung) gegen den SSC Tübingen am 11. März. Bis auf Rang sieben (VfL Pfullingen, 25 Punkte) liegen die Mannschaften eng zusammen. „Mit einer Serie können wir da einige Plätze gutmachen“, blickt Clemens Haag optimistisch in das Frühjahr und fügt an, „dass uns bewusst ist, dass es bis zum letzten Spieltag ein Kampf um den Klassenerhalt werden wird.“ Da ist der SV Seedorf dann spielfrei, sollte das Ziel schon am vorletzten Spieltag erreicht und in trockenen Tüchern sein.