Zur Kultur in VS gibt es eine Lesermeinung. Foto: SWB

Zur Einsparungen in der Kultur in VS schreibt unser Leser Rolf G. Klaiber.

Viel wurde schon gesagt und geschrieben in den letzten Jahren, sowohl zur Existenzberechtigung der Städtische Galerie als auch der Kulturnacht. Nun geht es also (wieder mal) ums Eingemachte.

 

Ein paar Anmerkungen dazu, aus der Sicht eines kulturinteressierten Bürgers und – was die Kulturnacht betrifft – auch schon Mit-Veranstalters.

Ob „wer wirklich kulturinteressiert ist….“ (Zitat D. Gellhorn) in der Region wirklich auch ohne die VS-Galerie auf seine Kosten kommt, wäre zu beweisen und kommt sicher auch auf den Blickwinkel an, unter dem „Kunst“ betrachtet und auch „definiert“ wird.

Und in der Region?

Zur Kosten-Nutzen-Rechnung nur soviel: Ja, auch ich bin meist alleine, wenn ich die Galerie besuche, aber das erlebe ich auch zum Beispiel in der Städtischen Galerie Tuttlingen, dem Dominikanermuseum in Rottweil und auch im Museum Art+ in Donaueschingen. Wie rechnen sich andere Städte in der Region ihre Galerien schön?

Und nochmals zum Haus in Schwenningen: Es darf die Frage gestellt werden, ob –bei aller Qualität der aktuellen Ausstellungsserie – die aktuelle Programmlinie des Galerieleiters einer Provinzstadt wie VS angemessen ist. Kunst sollte ja auch etwas mit Lust zu tun haben, mit Sinnlichkeit. Die un-sinnliche Vermarktung der theorielastigen Themen („Liminalität“/“Klang der Plastik als Gesellschaft“…) lockt kaum den nicht so intellektuellen Kunstinteressierten ins Haus in Schwenningen. Wir sind keine Metropole, sondern bestenfalls die „Baden-Württemberg-Stadt“!

Zum Stadtfest geworden

Zur Kulturnacht habe ich mich schon mehrfach in Leserbriefen geäußert, Gespräche mit kunstinteressierten Mitbürgern bestätigen meist meine Einschätzung: Die sogenannte Kulturnacht ist in den letzten Jahren immer mehr zum Stadtfest geworden, bei dem Essen und Trinken, gut drauf sein wichtiger ist als Kultur im engeren Sinn.

Und –ich zitiere den Artikel: „Eine Gelegenheit für die Schwenninger Kultur-Vereine sich zu präsentieren, für sich zu werben und auch ihre Vereinskasse mit Essen und Trinken aufzubessern“. Die „Kulturnacht als Möglichkeit, mit der Bewirtung Geld zu verdienen“, so Herr Steiger von der FDP. Genau, darum geht’s – und für die Mehrheit der Besucherinnen und Besucher wäre dieses Angebot vermutlich ausreichend, auch alle zwei Jahre, wenn’s denn sein muss.

Ich möchte nun nicht an dieser Stelle das Fass aufmachen und diskutieren, was man denn überhaupt in diesem Zusammenhang unter „Kultur“ versteht (obwohl das natürlich auch mal wieder besprochen sein will). Aber so – nein danke. Sparen wir’s uns.

Rolf G. Klaiber, Schwenningen

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