Der Elferrat präsentierte sich beim Zunftballprogramm als fleißige Handwerker, die auch mal Vesperpause machen. Foto: Herzog

Der Zunftball der Narrenzunft Waldmössingen bot eine Programmvielfalt rund um das Thema Bau serviert, für die es sich lohnte, zu kommen.

„Wer will fleißige Handwerker sehn, der muss zum Zunftball nach Sauwadelhausen gehn“. So ganz traf das mit dem bekannten Kinderlied allerdings nicht zu. Denn auf der Bühne werkelten gut 180 Akteure zwischen acht und 70 Jahre, während das Publikum in der voll besetzten Kastellhalle – kostümiert in den verschiedensten Handwerksberufen – über vier Stunden lang nur genoss und reichlich Beifall spendete.

 

Elferrat und Zimmermann Jürgen Moosmann sprach euphorisch vom Vier-Generationen-Ball. An Nachwuchs fehle es der Zunft nicht und drei Zunftballetts mit über 50 Mädels stelle schon etwas Besonderes dar, hob Moosmann hervor. Nachdem das Jungballett und das Zwischenballett bei ihren Gardetänzen eine Kostprobe ihres Könnens lieferten, versicherten die Village People der Obernarren gesanglich: „Wir sind voller Elan und Stolz, wir sind aus gutem Holz“.

Hinsichtlich des Zunftball-Mottos „Vorsicht Baustelle“ zeigte sich Zunftchef Manuel Häring erleichtert, dass der Sendemast bei der Kastellhalle noch nicht aufgestellt ist und das (fiktive) Telefongespräch mit OBin Dorothee Eisenlohr abrupt abbrach. So brauchte die Kastellhalle nicht – wie in Sulgen passiert – wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Aber eine Baustelle war sie allemal.

Eine Menge Schnitzer und Bolzen brachte die Teenie-Bütt mit Lukas Kaupp und Johannes Jauch ans Licht. Sie hinterfragten, weshalb die Familie Häring gleich vier Schneeschaufeln für nur eine Person kaufte.

Die Neugierde von Michal Roth über die Arbeiten des Bauhofs am Kreisel führte dazu, dass er die aufgestellten Sicherheitskegel überfuhr.

Erneut etwas fürs Auge servierte die Zunftgarde mit ihrem flotten Marschtanz, während die Baukontrolleure OBin Eisenlohr (Marion Wolber), Ortsvorsteherin Sybille Kunz (Lasse Nachengast), ehemaliger Ortsvorsteher Reiner Ullrich (Luca Wolber) und Pfarrer Christian Albrecht (Tom Eckmüller) im Streitgespräch über Bürokratie, Pfarrhaus und Bankgeldautomat für viel Heiterkeit sorgten. Vereint mit den Originalen (außer Pfarrer) waren sie sich mit dem Sauwadel-Lied wieder eins.

Tanz versprüht gute Laune

Überall gute Laune versprühten die Jockele bei ihrem Tanz und auch die Musik ihrer Kapelle kam bei den Besuchern gut an. Auf der Suche nach der Superstory einigten sich Heidi Klum (Nico Laufer), Jürgen Moosmann (Leni Keller) und Jorge Gonzales (Fabian Wolber) auf die Raffinesse von Schützenobermeister Thomas Notheis, der in Abwesenheit seiner Frau Heidi die Wohnung mit dem Laubgebläse „reinigte“.

Die Hüftschwung-Schantle waren überzeugt, dass das Leben mit 66 Jahren erst anfängt, während sich die Elfer-Frauen als Pylone sportlich in Bestform präsentierten und zur Pyramide türmten.

Als Subway-Surfers in der U-Bahn entkam die Zwischengarde bei ihrem Endlos-Runner-Spiel mühelos der Polizei. Bevor sich alle Programmakteure auf der Bühne zum großen Finale versammelten und das Duo Safran zum Tanz aufspielte, setzte die Zunftgarde mit ihrem Herz-Dame-Tanz den Schlussakkord des Ballprogramms.