Die Kieschtöck am Stammtisch machen mehrere Phasen durch. Foto: Hella Schimkat

Die Kieschtock-Zunft entführte das Publikum in der ausverkauften Schlossberghalle in eine Welt voller närrischer Höhepunkte. Mit mitreißenden Tänzen, humorvollen Büttenreden und stimmungsvoller Musik bot der Abend beste Fasnetsunterhaltung.

Die Kieschtock-Zunft entführte das Publikum in der ausverkauften Schlossberghalle am Samstagabend in den Hohen Norden zu Wikingern und geheimnisvollen Elfen.

 

Gastauftritte gaben unter anderem die Beerewieble und Holzwieber sowie ein messerscharfer Büttenredner. Zur Eröffnung kamen traditionell die Schönsten: Der Unterkirnacher Musikverein eröffnete den Einzug, ihm folgten die Kieschtöck mit Beerewieble und Holzwieber zur ausgiebigen Schunkelrunde. Zunftmeister Uwe Kreuzpointner mit Fell und riesigen Hörnern begrüßte das närrische Volk und versprach einen super Abend mit kriegerischen Wikingern und Elfen.

Stefanie Jaccaud und Oliver Speth führten durch das Programm mit Ansagen und auch Gesang. Für die zünftige musikalische Unterhaltung sorgte Helmut Doser aus Brigachtal, der fast schon ein Unterkirnacher war.

Die Mini-Tänzer und die Midi-Tänzer sorgten als Trolle für den gelungenen Auftakt des Programms, gefolgt von Merida und den Kriegern, die Damen in eleganten langen Roben, die Krieger in kurzen Hosen, Fellen bis zur Wade und natürlich alle mit rasantem Tanz. Eine Jägerin verzweifelte an einem Anwärter, der weder Jägerlatein konnte, noch wusste, was ein Keiler ist: „Der kommt einmal im Jahr zu uns auf den Hof, um uns eine Melkmaschine zu verkaufen, dabei haben wir keine Milchkühe, ha ha ha“, versuchte er sich zu retten. Nachdem er weggewunken wurde, sorgten die Elfen in Leuchtketten (Beerewieble) für Erholung und mystische Stimmung und mit starken Tänzen für riesigen Applaus.

Auch auf den Schultes hat man es abgesehen

Jürgen Weißer stieg in die Bütt und hatte es auch auf den Schultes abgesehen, der regelmäßig ein langes Gesicht mache, wenn wieder ein Mitarbeiter vor ihm stand und seine Mitarbeit aufkündigte. „Ob das wohl am Klima liegt?“, fragte Weißer zweideutig. Sein Vorschlag: „Baut doch am Eingang zum Rathaus eine Drehtür ein.“ Nachdem die Fanfarenfetzer eingeheizt hatten, zeigten die Wikingerfrauen (Holzwieber) einen Tanz, den sie im Sitzen auf einer Holzbank erledigten: Auf die Schenkel klatschen, bis diese rot glühten, aufstehen und „Hey“ rufen, ach ja, die Arme wurden auch noch ausgestreckt, das war alles sehr anstrengend, aber witzig. Die Kieschtöck am Stammtisch erlebten diesen in mehreren Phasen: Auftauphase, also Schweigen, danach Wirtshausunterhaltung, Fußball, Fußball, und Fußball, jeder fällt jedem ins Wort. Nächste Phase: Politikdebatte. Da war der Schultes wieder an der Reihe: „Wir haben in de Kirne einen großen Mann, einen Influencer, der viele Pic, Pic, Pictures macht“. Letzte Phase: Am Tisch erschöpft pennen, um sich endlich torkelnd auf den Heimweg zu machen, die Ehegattinnen werden sich freuen.

Die Mini-Tänzer als Trolle Foto: Hella Schimkat

Am Schluss da kommen die Allerschönsten, das kriegerische Männerballett, zerschunden vom Kampf, aber noch flott auf den Beinen. Dann war es auch schon wieder vorbei mit dem Finale auf der Bühne, dem Einmarsch der Fanfarenfetzer und Unterhaltung bis zum Abwinken. Es traten auf: „Tanz der Trolle,“ einstudiert von Bianca Schweiger“, „Merida und Krieger“, einstudiert von Yvonne und Vanessa Krezalek, Sketch Julia Dold und Selina Weißer und „Tanz der Waldelfen“, einstudiert von Anna Henninger und Carina Storz, Büttenrede, gehalten von Jürgen Weißer, „Holzwieber“, einstudiert von Selina Weißer, „Sketch am Stammtisch“, einstudiert von Sebastian Haas, „Männerballett“, einstudiert von Anna Henninger und Carina Storz. Für den Ton sorgten Daniel Kaiser und Jonas Beha, für das Licht Christian Schweiger. Die Leitung der Fanfarenfetzer hatten Yvonne Krezalek und Marcel Schuhenn inne, die Ansage übernahmen Oliver Speth und Stefanie Jaccaud und für die Musik war Helmut Doser zuständig.